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Finanzkrise

Weihnachtsfeiern werden dieses Jahr nicht so üppig


Finanzkrise hin oder her: Auf ihre Weihnachtsfeiern wollen die meisten hannoverschen Firmen und Geschäfte nicht verzichten. Die Reservierungsbücher vieler Gastronomen sind bereits vor Beginn der Adventszeit voll, und die Geschäfte sollen im Dezember sogar besser laufen als noch im Vorjahr, heißt es.

Es ist angerichtet: Im HBX am Aegi deckt Jana Heuer die Tische für Weihnachtsfeiern ein – frei sind nur noch wenige Termine.

© Jana Striewe

Doch ob es für die hannoversche Gastronomie ein guter Dezember wird, ist trotzdem noch nicht abzusehen. Manches krisengeschüttelte Unternehmen will bei den anstehenden Feiern versuchen, den einen oder anderen Euro einzusparen.

Zwar werden die freien Tische im „Brauhaus Ernst August“ an der Schmiedestraße in den kommenden Wochen knapp sein, doch werde wohl verhaltener gefeiert als noch in den Vorjahren, meint Inhaber Rainer Aulich. „Bei der Menüauswahl wurde bei den Vorbestellungen mehr auf den Preis geachtet als sonst“, erzählt der Gastronom. Auch Michael Bergner, Inhaber des „Spago“ an der Calenberger Esplanade, berichtet von einer neuen Sparsamkeit bei den Firmenfeiern. „Inzwischen machen es viele Unternehmen so, dass sie das Essen und das erste Bier übernehmen“, sagt er. Den Rest müssten die Angestellten dann aus der eigenen Tasche bezahlen.

Besonders hannoversche Firmen, die 2009 mit ihrem Sparkurs Schlagzeilen machten, wollen in diesem Jahr etwas kürzertreten. Nicht ganz verzichten will beispielsweise Reifenhersteller Continental. In der Firmenhauptverwaltung wird ein Großteil der rund 500 Mitarbeiter dieses Jahr aus Kostengründen allerdings in der eigenen Kantine feiern. Eine Absage habe das Unternehmen aber trotz Finanzproblemen mit keinem Gedanken in Erwägung gezogen, betont Continental-Sprecherin Denise Maria Eichhorn.

„Wir wollen die Mitarbeiter gerade auch für ihre gute Arbeit in den Krisenzeiten belohnen.“ Der Finanzdienstleister AWD, sonst nicht sparsam, wenn es ums Feiern geht, tritt in diesem Jahr ebenfalls etwas auf die Bremse. „Aus Kostengründen haben wir uns für das Motto Weihnachtsmarkt entschieden“, sagt Sprecherin Katharina Tillmanns. Soll heißen: Wo in den vergangenen Jahren üppige Büfetts für die rund 640 Mitarbeiter des Unternehmens aufgebaut wurden, stehen diesmal Buden mit einem eher rustikaleren und günstigeren Speisenangebot.

Auch kleinere hannoversche Betriebe wollen trotz vieler Sorgen und Nöte auf die Weihnachtsfeier nicht verzichten. Mit seinen 30 Mitarbeitern sucht Karsten Meier von Elektrobetrieb Schumann & Stender allerdings noch die passende Örtlichkeit. Zum Feiern sei ihm wegen der schlechten Aussichten für die kommenden Monate eigentlich nicht zumute, erzählt der Geschäftsführer: „Aber die Weihnachtsfeier ist ja schließlich auch die Belohnung für die gute Arbeit im laufenden Jahr.“ Ob die acht Mitarbeiter des Sportgeschäfts Keha-Sport an der Goseriede im Dezember überhaupt zusammensitzen, steht hingegen noch gar nicht fest. „Wenn wir gehen, dann spontan“, sagt Mitinhaber Florian Böhme.

So wie das Sportgeschäft träfen in diesem Jahr viele Betriebe auch noch kurzfristig ihre Entscheidung, heißt es beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). „Das ist ein Trend, den wir schon länger beobachten“, berichtet Kirsten Jordan, Geschäftsführerin der Dehoga-Region Hannover. Doch wer zu spät kommt, der könnte auch Pech haben. Vor allem an den beliebten Freitagen oder Sonnabenden ist in einschlägigen Gastronomiebetrieben kein Platz mehr zu bekommen.

„Wir haben nur noch an Montagen und Dienstagen Termine frei“, sagt etwa Michael Lühmann von der HBX-Stadtbrauerei am Aegidientorplatz. Dessen Angestellte bereiten sich derweil auf den Firmenansturm vor. Die Weihnachtsdekoration stehe schon im Keller bereit, und auch die Weihnachtsbäume kämen in den kommenden Tagen, sagt Lühmann. „Spätestens zum 1. Advent wird es bei uns dann komplett weihnachtlich sein.“

Stephan Fuhrer

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