Dieses Mal stimmte sogar die Witterung: Waren es im vergangenen Jahr zum Auftakt des Weihnachtsmarktes in der Altstadt beinahe frühlingshafte 13 Grad gewesen, dürfte es am Mittwoch bei der Eröffnung der Budenstadt in den historischen Gassen um satte zehn Grad kälter gewesen sein. Das war natürlich ideal für den Genuss des ersten Bechers Punsch oder Glühwein und der deftigen Speisen vom Flammlachs im Finnischen Dorf bis zur groben Bratwurst auf dem mittelalterlichen Handwerkermarkt. Doch das Herz des Altstadt-Weihnachtsmarktes befindet sich nun mal rund um die Marktkirche, und darum wurde der Markt dort am Mittwoch auf der zentralen Bühne auch eröffnet.
Oberbürgermeister Stephan Weil, Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann und Volker Goebel, Leiter der HAZ-Lokalredaktion, brachten per Druck auf einen roten Knopf den großen, mit unzähligen Leuchtkerzen geschmückte Weihnachtsbaum am Kirchenportal zum Strahlen. Das Strahlende und Fröhliche der Weihnachtszeit, die Botschaft der Freude, ist für Heinemann denn auch der durch nichts zu beschädigende Kern des Festes: „Wir leben immer in der richtigen Zeit für Weihnachten“, sagte er auf die Frage von HAZ-Redakteur und Bühnenmoderator Daniel Behrendt, ob es angesichts der jüngsten Nachrichten über Terrordrohungen oder anderes Leid auf der Welt denn an der Zeit für echte Weihnachtsstimmung sei.
Obwohl der zuvor in Wiesbaden tätige Heinemann erst seit einem halben Jahr Stadtsuperintendent ist, erlebte er am Mittwoch nicht seinen ersten Weihnachtsmarkt in Hannover – der Stadt, aus der seine Frau stammt. „Vor 25 Jahren war ich mit ihr schon einmal hier“, sagte er. Da habe Heinemann doch wohl hoffentlich bemerkt, dass sich mittlerweile viel verändert habe, meinte daraufhin Oberbürgermeister Weil. Seit die Kollegen vom Fachbereich Marktwesen um Leiter Michael Flohr vor fünf Jahren den Weihnachtsmarkt mit einem neuen, qualitätsvolleren Konzept „ein wenig renoviert“ hätten, habe sich die Besucherzahl mit zuletzt 1,7 Millionen Marktbummlern beständig nach oben entwickelt. Der Weihnachtsmarkt habe damit einen sehr erfolgreichen Weg genommen, betonte Weil.
Für den guten Zweck: Stephan Weil, Volker Goebel, Hans-Martin Heinemann, Michael Flohr sowie die „HAZ-Engel“ Laura Kamp und Anna Thiele (jeweils von links) schütteln die Dosen.
Das war das richtige Stichwort für Goebel, als er über die Aktion Weihnachtshilfe der HAZ berichtete. „Auch die Weihnachtshilfe ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte er. Im vergangenen Jahr seien rund 900.000 Euro für bedürftige Menschen in der Region zusammengekommen. „Und viele Leser spenden nicht nur, sie interessieren sich auch wirklich für die Schicksale der Menschen, denen die Aktion helfen will.“
Wie jedes Jahr werden auch in der Adventszeit 2010 wieder zwei Erfolgsgeschichten verbunden: Am Mittwoch gab es zusammen mit der Markteröffnung auch den Auftakt für die Sammelaktionen der „HAZ-Weihnachtsengel“ mit ihren blauen Mützen, die den Besuchern künftig die Spendenbüchse entgegenhalten werden. „Engel“ Laura Kamp bekam als erste Spende gegen 17.30 Uhr gleich einen Zehn-Euro-Schein in die Dose, ihre Kollegin Anna Thiele 50 Cent – bei der Weihnachtshilfe zählt auch jeder kleine Betrag. In Aktion treten die Sammler dann wieder vom 10. bis 22. Dezember, wenn die HAZ zugunsten der Aktion Weihnachtshilfe das Programm auf der Bühne an der Marktkirche gestaltet.
Stefanie Kaune
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