Die Polizei überwacht ab sofort den Weihnachtsmarkt in der City mit sechs Videokameras. Die Behörde begründete diese Entscheidung mit der anhaltenden Terrorgefahr. Gleichzeitig betonte ein Sprecher, es gebe nach wie vor keinerlei Anzeichen einer konkreten Bedrohung für die Landeshauptstadt.
Die Überwachungsanlagen sind bereits auf dem Gebäude der Firma Sportscheck und auf dem Hotel am Leineschloss montiert worden. Zwei weitere Kameras zeichnen das Geschehen rund um das Historische Museum auf. Auch an der Galeria Kaufhof und am Karstadt-Gebäude in der Großen Packhofstraße sollen Geräte installiert werden. Die genauen Standorte der sechs neuen Kameras, die nur bis Anfang Januar genutzt werden, werden in den nächsten Tagen auf der Internetseite der Polizeidirektion Hannover veröffentlicht.
Die Bilder, die von diesen Geräten geliefert werden, können von den Beamten in der Leitstelle der Polizei bei Bedarf eingesehen werden. „Viel wichtiger aber ist, dass die Aufnahmen mehr als sechs Tage lang digital gespeichert werden“, teilte Behördensprecher Stefan Wittke mit. Hannovers Polizeivizepräsident Rainer Langer erklärte, durch die Kameras könnten Straftaten nicht zu 100 Prozent vermieden werden. „Aber wir gehen davon aus, dass wir die Sicherheit für die Bürger durchaus erhöhen können“, sagte Langer.
Hannover ist nicht die einzige Stadt, die das Geschehen auf den Weihnachtsmärkten durch Kameras aufzeichnen lässt. Auch in Osnabrück, Hamburg und München sowie auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt ist Videoüberwachung an der Tagesordnung. „Weihnachtsmärkte wurden unter anderem als mögliche Terrorziele benannt, deshalb haben wir uns in Hannover für die Videoüberwachung entschieden“, erklärte Polizeisprecher Wittke. Es habe aber einige Zeit gedauert, bis die Eigentümer der Gebäude ihr Einverständnis erteilt hätten und die technischen Gegebenheiten vor Ort überprüft worden seien. Marktamtsleiter Michael Flohr, der auch für den Weihnachtsmarkt zuständig ist, begrüßte die Entscheidung der Polizei: „Das ist grundsätzlich eine gute Sache, wir vertrauen in diesem Punkt den Behörden“, sagte er. Ganz anderer Meinung ist Michael Ebeling vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Er verklagt gerade die Polizeidirektion, weil sie nicht mit Schildern im Stadtgebiet auf die Standorte von 78 fest installierten Überwachungskameras hinweist. „Sie nutzen die Terrorlage, um weitere Kameras in der Stadt aufzubauen“, meint Ebeling.
Eine Liste aller kameraüberwachten Plätze in Hannover finden Sie unter: http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdhan/verkehr/kameras/start.html
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