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Aus der Stadt Zu viele Taxis in der Stadt
Hannover Aus der Stadt Zu viele Taxis in der Stadt
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00:15 18.10.2015
Von Andreas Schinkel
Alexander Pryhodko (43): „Man muss die Maßnahme der Stadt von zwei Seiten sehen: 
Ich wünsche mir mehr Arbeit, 
aber es sind natürlich auch Existenzen bedroht.“ Quelle: Kutter
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Hannover

Zu viele Taxis auf Hannovers Straßen, zu wenig Fahrgäste und äußerst geringe Verdienstmöglichkeiten - das Taxigewerbe in Hannover befindet sich in einer prekären Lage. Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftliches Gutachten, das die Stadt Hannover in Auftrag gegeben hat.

„Die Funktionsfähigkeit des hannoverschen Taxigewerbes ist gefährdet“, sagte Gutachter Lothar Kühn vom Dresdner Ingenieurbüro ISUP gestern im Finanzausschuss des Rates. Er rät der Stadt, die Zahl der Taxi-Konzessionen um 10 Prozent auf 575 Fahrzeuge zu senken. Das wären fast 60 Taxis weniger auf Hannovers Straßen. Das Taxigewerbe geht noch einen Schritt weiter. „Die Zahl um 100 Fahrzeuge zu senken, wäre besser“, sagte Michael Frenzel, Chef der Taxisparte beim Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN).

Viele Taxifahrer ohne Altersvorsorge 

Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Die Stadtverwaltung will der Empfehlung des Gutachters zwar folgen und zurückgegebene Konzessionen nicht neu ausschreiben. Doch meist gehen die Lizenzen gar nicht zurück an die Stadt, sondern an Nachfolgeunternehmer. In diesem Jahr sind nach Angaben des GVN-Vertreters fünf Konzessionen an die Stadt gegangen. „Das ist verhältnismäßig viel“, sagt Frenzel, zugleich Chef des Taxiunternehmens 3811. Bis sich also die Zahl der Taxis, werden viele Jahre vergehen.

An der ökonomisch misslichen Lage des Taxigewerbes wird sich also mittelfristig wenig ändern. „23 Prozent der Taxiunternehmer in Hannover haben keine Altersvorsorge“, sagt Gutachter Kühn. Die Gewinnmargen sind so gering, dass die Firmenchefs nur über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 1855 Euro brutto verfügen. Noch schlimmer sind angestellte Fahrer dran. Dabei sind die Taxifahrpreise erst kürzlich kräftig angehoben worden. Um den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zahlen zu können, hat das Taxigewerbe einen Anstieg um 25 Prozent gefordert. Beschlossen hat der Rat am Ende einen Zuwachs um rund 20 Prozent. „Das war ein riesiger Schluck aus der Pulle“, sagt Frenzel.

Verband dreht an Preisschraube 

Der Preis dafür ist ein Auftragsrückgang von 8,4 Prozent seit Beginn des Jahres. Das hat Frenzel in einer repräsentativen Umfrage unter Kollegen festgestellt. „Leider verzeichnen wir eine steigende Tendenz“, sagt der Unternehmer. Die in diesem Jahr an die Stadt zurückgegebenen Konzessionen dürften gleichfalls auf den Nachfrageeinbruch zurückzuführen sein.

In diesem Jahr will der Taxiverband daher nicht an der Preisschraube drehen. Für Ende 2016 schließt Frenzel aber einen weiteren Gebührenanstieg nicht aus. „Wir schauen uns den Markt im Sommer an“, sagt er. Auch Gutachter Kühn empfiehlt, die Preise alle paar Jahre „anzupassen“. Luft sieht er noch bei der Gebühr für kurze Strecken bis zu drei Kilometern.

Taxigewerbe behält Uber im Auge

Der Transportdienst Uber ist zwar bundesweit verboten worden, dennoch bleiben Hannovers Taxiunternehmen wachsam. „Uber dürfen wir nicht unterschätzen“, sagt Michael Frenzel, Chef der Taxi­sparte beim Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Uber wollte sich in Deutschland mit dem Geschäftsmodell etablieren, dass private Fahrer Kunden transportieren – gegen eine deutlich geringere Gebühr als in der Taxibranche. Die Fahrer haben keine Taxi-Konzession und folglich keine Fahrerprüfung abgelegt. Uber argumentierte, dass man nur eine Art Mitfahrzentrale betreibe, doch die deutschen Gerichte sahen das anders und verboten die Aktivitäten. „Uber wird sich dagegen juristisch zur Wehr setzen“, vermutet Frenzel.

Auch ohne Uber drängen in Hannover weitere Anbieter auf den Beförderungsmarkt. So wird unter dem Titel „My Taxi“ ein Programm (App) angeboten, das Personentransporte vermittelt, jedoch in Zusammenarbeit mit Hannovers Taxiunternehmen. „Damit müssen wir klarkommen“, sagt der Chef der Taxisparte.

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