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Weil soll Boehringer-Pläne stoppen

Tierimpfstoffzentrum Weil soll Boehringer-Pläne stoppen

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil und der Rat sollen die Pläne, in Kirchrode das europäische Tierimpfstoffzentrum der Firma Boehringer anzusiedeln, wegen der Schweinegrippe umgehend stoppen.

Das fordert die „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ in einem offenen Brief an das Stadtoberhaupt. „Welcher verantwortungsbewusste Politiker kann jetzt noch für den Schweinestall im Wohnbezirk sein?“, heißt es in einem Aufruf der Initiative.

Boehringer will in Kirchrode knapp 35 Millionen Euro in sein Impfstoffzentrum investieren, das an die Tierärztliche Hochschule am Bünteweg grenzt und in unmittelbarer Nähe von Wohnsiedlungen liegt. Der Bau soll nach derzeitigem Stand 2011 vollendet werden. In dem Zentrum entwickeln die Forscher dann Impfstoffe gegen Tierkrankheiten. Weil am lebenden Objekt geforscht wird, baut Boehringer Ställe für etwa 1000 Schweine.

Die Bürgerinitiative, die seit Bekanntwerden der Pläne mit allen Mitteln versucht, das Projekt zu stoppen, malt jetzt ein Schreckensbild. „Gerade die Klasse der auf jedem Bauernhof vorkommenden Erreger wie das Schweinegrippevirus soll mitten im Wohngebiet erforscht werden“, konstatieren sie. Eine Mutation von Viren, wie sie in Mexiko aufgetreten sei, werde dort von den Forschern künstlich herbeigeführt und Tagesgeschäft sein.

„Wollen Sie den hannoverschen Bürgern das Risiko eines ähnlichen Desasters wie in Mexiko-Stadt zumuten?“, fragen die Unterzeichner um Initiativensprecher Klaus Neudahm den Oberbürgermeister. Dieser müsse seine Berater kritischer betrachten. Ein neutrales Sicherheitsgutachten sei nun erforderlich. In einem Schreiben mit dem Titel „Schweinegrippe nach Hannover“ verschärft die Initiative noch den Ton.

Weil müsse Pläne, Hannover zur Schweinehauptstadt zu machen, aufgeben. Kein Filter könne alle Viren abhalten, keine Lauge könne den Erreger in toten Tierkörpern abtöten. „Derartige Forschung gehört in keine Stadt der Welt“, schreiben die Kirchröder. Sollten Verwaltung und Rat die Pläne weiter verfolgen, werde man die Gerichte bemühen.

Noch hätte der Rat Zeit und Gelegenheit, den Bau des Zentrums zu verhindern. Das Bebauungsplanverfahren läuft noch. Zuletzt hatte der Bauausschuss einstimmig die Boehringer-Pläne befürwortet. Gleiches hatte zuvor der für Kirchrode zuständige Bezirksrat getan. Das war allerdings zu einem Zeitpunkt, als die Ereignisse in Mittelamerika noch nicht bekannt waren.

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