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Prämie künftig auch für Üstra-Kontrolleure?

57 Beschwerden von Schwarzfahrern Prämie künftig auch für Üstra-Kontrolleure?

Das Sicherheitsunternehmen Protec wird an der umstrittenen Prämie für seine Schwarzfahrerkontrolleure festhalten – und die Üstra will sie für ihre eigenen Mitarbeiter vielleicht zusätzlich einführen. Das Prämiensystem in Hannover hatte bundesweit Aufsehen erregt.

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„Die Fahrscheine bitte“: Erhalten bald alle Kontrolleure Fangprämien zur Steigerung der Effizienz?

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Die Üstra-Tochter Protec will den bei ihr beschäftigten Fahrscheinkontrolleuren weiter sogenannte Fangprämien zahlen. „Wir sind überzeugt, dass die Vorteile dieses Systems überwiegen“, sagt Geschäftsführer Mathias Lindscheid. Die Prämienregelung - Lindscheid spricht von Anreizsystem - existiert seit 2004. Sie ist aber erst in diesem Jahr öffentlich bekannt geworden und hat für einige Entrüstung bei Fahrgästen und Fahrgastverbänden gesorgt.

Prämienberechtigt sind derzeit nur die 20 Kontrolleure, die bei der Protec arbeiten. Für weitere 40, die die direkt bei der Üstra angestellt sind, gilt die Regelung nicht. „Wir prüfen derzeit, ob wir sie auch einführen“, sagt Marketingleiterin Christa Ambrosius.

40.000 erwischte Schwarzfahrer durch Protec

Die durch Prämien motivierte Kontrollpraxis der Protec-Mitarbeiter scheint deutlich effektiver zu sein als die der Üstra-Kollegen. Nach Angaben von Lindscheid und Ambrosius schrieben die 20 Protec-Prüfer zuletzt jährlich 40.000 Schwarzfahrer auf - fast doppelt so viel, wie die zahlenmäßig stärkere Üstra-Truppe aufzuweisen hat. Es gebe aber nicht auffallend viele Beschwerden, was als Indiz für eine grundsätzliche Akzeptanz der Kontrollpraxis in Bussen und Bahnen der Üstra zu werten sei. Es seien von 40.000 erwischten Schwarzfahrern nur 57 Beschwerden eingegangen, sagt Lindscheid:. „Das entspricht einer Quote von 0,14 Prozent.“

Mit den Prämien für ihre Knöllchenfahnder hat die Protec bundesweit ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal. Der Geschäftsführer verteidigt sie trotzdem: „Sie dienen der Mitarbeiter-Motivation, der Einnahmesicherung des Betriebes und erhöhen den Kontrollgrad“, sagt Lindscheid. Dass sich öffentlich die Begriffe wie Fangprämie oder Kopfgeld eingebürgert haben, empfinde er als Nachteil und darüber hinaus als falsch.

Bis zu 800 Euro Prämie - pro Monat

Welche Qualifikationen Prüfer mitbringen müssen und was sie im Dienst dürfen und was nicht, ist in einem Rahmenvertrag zwischen Üstra und ihrer Tochter festgelegt. Das Prämiensystem hat die Protec selbst ausgetüftelt. Vom Grundsatz her besagt es, dass es ein Prüfer im Monatsdurchschnitt auf 1,3 Knöllchen pro Stunde bringen muss, um sein Gehalt aufbessern zu können.

Gewertet werden dabei nur Fälle, in denen auch tatsächlich ein Bußgeld verhängt wird, weshalb laut Lindscheid von einer gezielten Jagd der Kontrolleure auf die Fahrgäste keine Rede sein könne. „Die Prüfer schreiben lediglich auf. Die Abwicklung der Fälle liegt komplett bei der Üstra; wir haben dafür eine Abteilung“, erklärt Ambrosius. Durch die Prämien kann ein Prüfer sein Monatsgehalt um bis zu 800 Euro aufbessern.

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Üstra
Foto: Wie geht es weiter mit ihren Prämien? Kontrolleure der Üstra-Tochter Protec.

Im Konflikt um die sogenannten Fangprämien für Schwarzfahrer-Kontrolleure ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Üstra hält sich alle Optionen offen. Laut Sprecher Iwannek ist vorstellbar, dass das umstrittene System aufgegeben wird oder auch ausgeweitet wird.

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