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„Weiter arbeiten an mehr Qualität für das Maschseefest“

Hans Nolte im Interview „Weiter arbeiten an mehr Qualität für das Maschseefest“

Seit einer Woche läuft das Maschseefest. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Der Maschseefest-Organisator Hans Nolte im HAZ-Interview über Gästezahlen, gastronomische Ideen und ein neues Datum.

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Premiere am See: Marketing- und Tourismuschef Hans Nolte hat mit der neu gegründeten Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG) erstmals auch die Organisation des Maschseefestes übernommen. Bisher war der inzwischen aufgelöste Hannover Tourismus Service zuständig.

Quelle: Insa Catherine Hagemann

Hannover. Vergangene Woche wurde das Maschseefest eröffnet, das erste unter Ihrer Regie. Was haben Sie vergangenen Mittwoch beim Aufwachen gedacht, und mit welchem Gedanken beginnen Sie eine Woche später den Tag?

Vor einer Woche habe ich morgens gedacht: „Hoffentlich wird alles rechtzeitig fertig.“ Da kann man noch so viele Veranstaltungen organisiert haben, dieser Gedanke bleibt. Außerdem haben wir unter den Gastronomen einige Wirte, die das erste Mal dabei sind. Mit den Erfahrungen der ersten Woche kann ich die Sache entspannter sehen, dennoch bin ich während des Festes täglich durchschnittlich vier bis fünf Stunden am See, am Wochenende länger. Unterm Strich denke ich, wir können zufrieden sein, dass wir trotz des Wetters einen guten Start hatten.

Woran bemessen Sie das?

Natürlich an den eigenen Eindrücken und an den Rückmeldungen, die wir bekommen. Das gilt für die Wirte, die dieses Jahr an ihren Ständen viel aus eigenem Antrieb verbessert haben und zum Großteil bereit sind, sich dem qualitativen Wettbewerb zu stellen. Das gilt aber auch für die Besucher. Ich persönlich habe Bayern, Österreicher und einen Kölner getroffen, der meinte: „Euer See hier ist ja wirklich schön.“ Die haben alle gesagt, sie wollen wiederkommen. Das ist die überregionale Mundpropaganda, die wir über unsere Werbekampagnen hinaus brauchen. Darum freuen wir uns schon auf all die Gäste aus Baden-Württemberg, die zum Bundesligaspiel Hannover 96 gegen Hoffenheim anreisen – und dann hoffentlich danach das Maschseefest für sich entdecken.

Und was sagen die Besucherzahlen über den Erfolg aus? 480.000 waren es nach Ihren Angaben bis zum Wochenende, im vergangenen Jahr wurden für diesen Zeitraum 750.000 kommuniziert.

Die Zahlen der bisherigen Veranstalter vom Hannover Tourismus Service kann ich nicht kommentieren. Ich kann nur sagen, dass das Wetter vergangenes Jahr deutlich besser war und es uns nicht auf Zahlenhuberei ankommt. Ich weiß nicht, wo diese hohen Werte herkommen, ich kann nur sagen: Wesentlich mehr als 200 000 Menschen an einem Sonnabend im Durchlauf verträgt das Nordufer nicht. Es ist ohnehin schwer mit den Zahlen, weil wir kein abgetrenntes Festgelände haben und nicht direkt Besucher zählen können. Stattdessen teilt man etwa Flächen am Nordufer in Planquadrate und rechnet die Menschenanzahl hoch oder schaut auf die Mengen, die bei einer Ampelschaltung aufs Fest gelangen. Das alles aber funktioniert zum Beispiel am lang gestreckten Ost-ufer nicht mehr.

Wie sind Sie mit der Umsetzung der neuen gastronomischen Ideen zufrieden, die Sie vorm Fest nur als Planskizzen kannten?

Die Piratenlandschaft der Herrenhäuser Brauerei am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer ist sensationell gelungen. Und durch den neuen Stand der HBX-Brauerei gibt es dort jetzt einen weiteren Anlaufpunkt, sodass sich das Ufer zu einer Art Flaniermeile entwickelt und mehr belebt wird. Auch die einheitlichen Buden für die Imbissstände am nördlichen Ende des Bennigsen-Ufers, die wir als Veranstalter aufgestellt haben, tragen dazu bei. Das Aresto, Gosch Sylt und die Temple Bar haben noch einmal qualitativ nachgelegt, das ist alles sehr schön geworden.

Das Zelt der neuen West-Site am Westufer wirkt aber etwas klotzig ...

Ich sehe die Gestaltung auch kritisch. Die West-Site ist einfach zu groß dimensioniert, vor allem das Zelt. Wir haben den Betreiber schon darauf hingewiesen.

Das müsste nächstes Jahr also anders werden, wenn es weiter die West-Site geben soll?

Wir wollen gemeinsam daran arbeiten.

Und was muss noch verbessert werden?

Unsere Wirte haben Dreijahresverträge bekommen, und wir werden darauf dringen, dass die Vertragstreue von beiden Seiten eingehalten wird. Auch Gastronomen, die seit Jahren dabei sind, sollten sich fragen, ob sie ihre Konzepte nicht überdenken sollten. Ein Problem sind auch die wilden Verkäufer, die am Landesmuseum oder in der Geibelstraße ihre Kühlwagen aufbauen. Das ist ungerecht gegenüber den Standbetreibern auf dem Fest, die andere Preise bieten müssen, um ihre Investitionen wieder hereinzubekommen. Ganz abgesehen davon, dass es schlecht fürs Stadtbild ist und Lärmbelästigungen und Abfall in der Südstadt mit sich bringt. Da würden wir uns einen Konsens dahingehend wünschen, dass für alle Volksfeste quasi eine Art Bannmeile im Umkreis von 300 bis 400 Metern für solche Verkäufe erklärt wird.

Apropos Lärm: Beschwerden über zu laute Musik waren in der Vergangenheit ein Thema, inzwischen wurde viel für den Lärmschutz getan. Hat sich das Problem endgültig erledigt?

Ich denke, dass wir technisch mit der Einpegelung der Anlagen auf einen festen Wert und der Reduzierung der Tage mit Livemusik alles Notwendige getan haben. Doch gerade am Wochenende haben wir gemerkt, dass es immer wieder einer genauen Beobachtung bedarf. Da stand der Wind so ungünstig, dass der Schall vor allem im Süden unkontrolliert weitergetragen wurde. Die Betreiber der Temple Bar haben daraufhin von sich aus die Bühne zusätzlich gedämmt.

Was wird nächstes Jahr noch neu und anders beim Maschseefest?

Erst einmal das Datum. Wir beginnen eine Woche später, um Schützen- und Maschseefest mehr zu entzerren. Das hilft uns zum einen bei der Aufbaulogistik, zum anderen können die Leute länger durchatmen – und jeweils neue Lust auf die beiden Feste bekommen. Ansonsten: immer weiter arbeiten an mehr Qualität.

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