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So finden Sie die richtige Schule

Weiterführende Schulen in Hannover So finden Sie die richtige Schule

Alle Schwerpunkte, alle Adressen, alle Besonderheiten: Hier finden Eltern einen Überblick über 125 weiterführende Schulen in der Region – und hilfreiche Tipps bei der Frage, welche Einrichtung für ihr Kind die richtige ist.

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Quelle: HAZ

HAZ-Service: 125 Schulen im Überblick

Gespräche mit Lehrern erleichtern die Wahl

In diesem Sommer ist für Viertklässler vieles anders als es bis vor Kurzem am Ende der Grundschulzeit war. Erstmals gibt es keine schriftliche Laufbahnempfehlung für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium mehr und das Zeugnis wird auch nicht mehr vorzeitig schon im Mai ausgehändigt, sondern – wie für alle anderen Schüler auch – am letzten Tag vor den Sommerferien. Stattdessen gibt es zwei Beratungsgespräche im Laufe des 4. Schuljahres, die für Eltern allerdings nicht verpflichtend sind.

„Die Empfehlung war für viele Familien ein Anhaltspunkt“, sagt Ralf Kühnbaum-Grashorn, Elternvertreter im Schulausschuss der Stadt. Durch die Abschaffung der Empfehlung will die rot-grüne Landesregierung den Druck von den Kindern nehmen. Auf die Schulen, gerade auch auf die weiterführenden Schulen, erhöhe sich dadurch aber der Druck, meint Kühnbaum-Grashorn. Sie bekämen jetzt keine schriftliche Einschätzung der Grundschule mehr an die Hand, sondern weitererzählte mündliche Informationen, die womöglich durch „die Elternbrille“ gefiltert seien. Petra Wiedenroth vom Verband der Elternräte der Gymnasien sagt, Eltern würde so eine wichtige Entscheidungshilfe entzogen. Landeselternratsvorsitzender Stefan Bredehöft sieht in der Streichung eine Chance auf mehr Dialog zwischen Eltern und Lehrern. Deshalb sei es sehr wichtig, dass Eltern die Beratungsgespräche auch tatsächlich wahrnähmen und genau hinhörten, wenn die Lehrer über die Stärken, aber auch über die Schwächen der Kinder sprächen.

Informationen kann man schon an der Grundschule sammeln, von Eltern, die ältere Kinder auf weiterführenden Schulen haben. Mütter und Väter sollten sich auch ein eigenes Bild machen, zum Beispiel beim Tag der offenen Tür, an dem die Schulen ihre Schwerpunkte präsentieren. „Man sollte sich möglichst viele Schulen angucken und nicht nur die, die sich beim Info-Abend in der Grundschule vorgestellt haben“, rät Ralf Kühnbaum-Grashorn. In Hannover gebe es mit Gymnasien und Gesamtschulen weiterhin zwei Schulformen, an denen die Plätze begehrt seien. Aber das Bildungssystem sei vielfältig, auch andere Schulformen wie Oberschulen oder Realschulen könnten fürs jeweilige Kind das Richtige sein. Ob der Zulauf zum Gymnasium – zuletzt hatten sich 54 Prozent der angehenden Fünftklässler dafür entschieden – ohne Laufbahnempfehlung weiterhin anhalte, sei noch unklar, sagen die Elternvertreter. Man dürfe Schüler jedoch nicht überfordern, am Gymnasium zähle die Leistungsorientierung: „Der Weg zum Abitur führt nicht nur über das Gymnasium“, betont Bredehöft. Eltern sollten auf die Erfolgsquote einer Schule achten. Rein rechnerisch schaffen derzeit von zehn Kindern, die auf ein Gymnasium wechseln, nur sechs direkt auch das Abitur. Wer eine Erfolgsquote von 80 Prozent hat, liegt da deutlich überm Durchschnitt.

Liegt die Wunschschule im Stadtteil? Oder muss das Kind eine halbe Stunde mit Bus und Bahn fahren? Welche Neigungen hat das Kind? Braucht es einen kleinen familiären Rahmen oder das umfassende Angebot einer großen Schule? An einer vermeintlich „kuscheligen Schule“ könne es schnell Probleme mit der Lehrerversorgung geben, wenn ein Pädagoge ausfalle, sagt Bredehöft. Große Systeme könnten Krankheiten im Kollegium besser ausgleichen. Fakten zu sammeln sei gut, am Ende sollten Kinder und Eltern aber auch auf ihr Bauchgefühl achten: Eine Schule zum Wohlfühlen sei das A und O.

Kommentar zum Thema: Wechsel ohne Empfehlung

Viertklässler erleben in diesem Jahr Historisches. Niedersachsen hat die schriftliche Laufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit abgeschafft und das Abitur nach neun Jahren auch an Gymnasien wiedereingeführt. Statt mit einem Dokument, auf dem einem Kind die Eignung für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium bescheinigt wird, müssen Eltern jetzt mit dem Wissen von zwei mündlichen Beratungsgesprächen die passende Schule für den Nachwuchs aussuchen. Ob die Gespräche ihnen mehr Informationen geben als das Gespräch mit schriftlicher Bescheinigung, wird sich zeigen. Die Landesregierung wollte jedenfalls damit den Druck aus der Grundschule nehmen. In Hannover können Kinder zudem erstmals die neue Schulform „integrative Stadtteilschule“ in der Rechtsform einer Oberschule wählen.

Eltern stellt der Schulwechsel vor viele Fragen. Wie sollen Kinder nach der Grundschule lernen? Möglichst frei oder nach festen Vorgaben? Mit Noten oder Lernentwicklungsberichten? Mit der Möglichkeit, eine Klasse zu wiederholen, oder lieber nicht? Zählen Leistung, Spaß oder nicht doch beides? Soll die Tochter in der Klasse Geige spielen oder Schlagzeug? Oder eher möglichst viele Fremdsprachen lernen? Und wenn ja, welche? Lieber Spanisch, Französisch, Italienisch oder die Weltsprache Chinesisch? Oder Latein und Altgriechisch? Und was ist, wenn mein Kind schon früh auf eine handwerkliche Karriere zusteuert? Oder wenn es eine Sportskanone ist?

Fragen über Fragen, die Entscheidung für eine weiterführende Schule ist deshalb alles andere als einfach. Gymnasium oder Gesamtschule? Oder doch besser Real-, Haupt- oder Oberschule? Einige Familien bevorzugen freie Schulen – von kirchlichen Trägern, Reformpädagogen oder der Waldorfbewegung. Andere nehmen einfach die Schule, auf die sie auch schon selbst gegangen sind. Manchmal ist auch die Schule um die Ecke die Naheliegendste. Die Palette an Möglichkeiten, die Schulen in der Region Hannover bieten, ist riesig. Viele Schulen bieten inzwischen Ganztagsbetreuung, manche sogar als Muss. Eine Mensa ist vielerorts üblich. Aber essen auch die Lehrer mit und nutzen sie noch die älteren Schüler? Die Landesregierung fördert den Ganztagsausbau, zunehmend werden auch Lehrer am Nachmittag eingesetzt.

Unsere Beilage „Welche Schule für mein Kind?“ will eine erste Orientierung bieten. Das Heft enthält einen Überblick über die 117 weiterführenden Schulen in der Region Hannover. Jede Schule wird mit Bild und einem Kurzporträt vorgestellt. Was hinter den Schlagworten steckt, können Familien am besten beim Besuch der Schule im Gespräch mit Schülern, Eltern und Lehrern herausfinden. Ob der Besuch beim Tag der offenen Tür oder Schnupperunterricht – Informationen helfen bei der Schulwahl. Und manchmal hilft es auch, einfach auf das Bauchgefühl zu hören.

Von Saskia Döhner

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