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Welfenhochzeit: Ernst August und Ekaterina sagen Ja

Wie im Märchen Welfenhochzeit: Ernst August und Ekaterina sagen Ja

Es ist die Hochzeit des Jahres - und Tausende sind auf den Beinen, um Ernst August von Hannover und seine Braut Ekaterina zu umjubeln. Schon am Morgen haben sich zahlreiche Schaulustige an der Marktkirche versammelt. Es folgte eine Märchenhochzeit.   Alle Ereignisse der Welfenhochzeit zum Nachlesen. 

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Jubel an der Marktkirche: Ernst August von Hannover und Ekaterina Malysheva sind nun auch kirchlich verheiratet.

Quelle: Körner

Hannover. Es ist ein Tag der starken Bilder. Menschen mit Einstecktüchern und ausladenden Hüten, die am Portal der Marktkirche vorbei defilieren. Schützen, die in ihren Uniformen Spalier stehen. Ein wunderschönes Brautpaar vorm Altar. Tausende, die bei strahlendem Sonnenschein applaudieren, als die Frischvermählten aus der Kirche treten. Und eine historische Kutsche, die durch die Herrenhäuser Allee zum Galeriegebäude rollt, als wäre das Königreich Hannover nie untergegangen. Die Hochzeit von Ernst August von Hannover und seiner Braut Ekaterina ist ganz großes royales Kino.

Die Begeisterung ist schon am Morgen spürbar: Alle Bilder zum Trubel an der Marktkirche.

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Schon um 7 Uhr morgens versammeln sich die ersten Schaulustigen auf dem abgesperrten Marktplatz. Evelyn Domberg ist aus Neustadt gekommen, um einen Blick aufs Brautpaar zu erhaschen: "Wir sind Royals-Fans", sagt sie. Unter den Gästen, die über den Platz defilieren, sind viele Prominente, der alte Adel ist nicht unterrepräsentiert: "Schon meine Großeltern waren mit dem Welfenhaus verbunden - und daran hat sich nichts geändert", sagt Hubertus Baron Knigge.

Das Hochzeitsbild

Das Familienfoto in der Galerie Herrenhausen. 

Quelle: HAZ/Ben Hopper

Hier sehen sie, wer sich auf dem Hochzeitsbild, das in Herrenhausen aufgenommen wurde, versammelt.

Eine illustre Hochzeitsgesellschaft

Es ist eine illustre Festgemeinde, die sich in der Marktkirche versammelt: Michael Prinz von Baden ist mit Frau Christina gekommen: "Meine Urgroßmutter war eine Hannover, wir sind häufig hier beim Erbprinzen", sagt er. Der Künstler Rolf Sachs ("Ein tolles Brautpaar!") kommt mit Mafalda Prinzessin von Hessen, Andreas Fürst zu Leiningen ist ebenso dabei wie Sophie und Georg Friedrich Prinz von Preußen. Dass Hannover und Preußen 1866 Krieg gegeneinander führten, sei "nicht vergessen, doch wir haben uns gegenseitig vergeben", sagt dieser lachend.

Hannover-96-Chef Martin Kind ist ebenso dabei wie Landtagspräsident Bernd Busemann - und dann ist da natürlich der Besuch aus Monaco. Caroline ist zwar ebenso wenig gekommen wie andere gekrönte Häupter, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Andrea Casiraghi, Stiefbruder des Bräutigams, zieht vor dem Gottesdienst in einem Winkel vor der Marktkirche noch schnell eine Zigarette durch - und schwärmt vom Polterabend im Brauhaus Ernst August: "Das war absolut großartig, einfach fantastisch!"

Bunte Kleider, hohe Schuhe, ausgefallene Hüte: Das Tragen die Gäste der Welfenhochzeit zur Trauung von Ernst August und Ekaterina in der Marktkirche.

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Applaus brandet auf, als der Bräutigam vorfährt und an der Seite seiner Mutter in die Kirche geht. Noch mehr Applaus brandet auf, als unter Glockengeläut die Braut am Arm ihres Vaters Igor Malyshev über den hellen Teppich zum Altar schreitet, umschwirrt von fast einem Dutzend Blumenkindern. Alexandra, die Schwester des Bräutigams, richtet als Brautjunger noch schnell die Schleppe.

Ein Brautkleid wie aus einem Märchen

Zu einem märchenhaften Brautkleid trägt Ekaterina ein Diadem, das die Urgroßmutter ihres Mannes, Viktoria Louise, schon bei ihrer Hochzeit 1913 trug - ein Stück mit Geschichte; einst zierte es die französische Kaiserin Josephine. Und in der Kirche singt der Knabenchor neben Händels "Halleluja" ein russisches Vaterunser von Strawinsky, eine Reminiszens an die russischen Wurzeln der Braut. Deren Bruder Anton liest im Gottesdienst auf Russisch aus dem 1. Korintherbrief, Ernst Augusts Schwester Alexandra liest den Text auf Englisch.

Klassisch in Weiß, mit viel Spitze: Das trägt Ekaterina zur Hochzeit in der Marktkirche. Auch ihr Bräutigam Ernst August kann sich sehen lassen.

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Uniformen, Vierspänner, Barockorchester: Alles atmet Tradition an diesem Tag – und diese Tradition ist durch dieses junge Brautpaar zugleich ganz real im Hier und Jetzt verankert. Auch der sozialdemokratische Ministerpräsident gibt sich hocherfreut über das royale Event: „Wir werden nämlich bei dieser Gelegenheit an einen wichtigen Teil unserer Geschichte erinnert“, sagt Stephan Weil: „Dass Hannover aus diesem Anlass überdies ganz viel internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht – darüber kann man sich nur freuen.“

Man kann diese Hochzeit leicht als modernes Märchen lesen, als wahr gewordenen Prinzessinnentraum: Mädchen aus russischer Provinz heiratet Spross aus uraltem Adelsgeschlecht. Schließlich liegt Ekaterinas Geburtsort Apatity weit nördlich des Polarkreises. Apatity ist fast so groß wie Garbsen, aber viel abgelegener. Die Welfen hingegen haben lange im Zentrum der Macht gestanden.

Doch diese Ehe allein als Brückenschlag zwischen Gegensätze zu sehen, wäre eine sehr romantische Sicht. Schließlich ist der Brautvater wohlhabender Unternehmer. Seine Tochter besuchte die internationale Schule in Prag und lebt in London; Braut und Bräutigam entstammen, wenn auch auf unterschiedliche Weise, der High Society. Und doch finden an diesem Tag das ganz Alte und das ganz Neue auf sehr charmante Art zueinander.

Prinzenvater poltert gegen Sohn

Dabei gibt es auch Misstöne: Der Vater des Bräutigams ist nicht dabei; er liegt mit seinem Sohn im Clinch. Abt Horst Hirschler spielt in seiner ansonsten humorvollen Predigt darauf an: "Es wäre verlogen, wenn wir in diesem festlichen Gottesdienst so tun würden, als bestünde unser Leben nur aus Sonnentagen", sagt er. Gerade wenn man Teil einer alten Familie wie den  Welfen sei, "mit allen Höhen und Tiefen", sei dies offenkundig: "Manchmal kann man nur stöhnen unter den Kompliziertheiten solcher archaischen Verwandtschaften", sagt er. In solchen Momenten biete der Glaube Trost.

Cremefarbener Teppich, weiße Blumen: Schlicht, aber sehr edel ist die Marktkirche für die Hochzeit von Ernst August und Ekaterina geschmückt.

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Tausende Besucher warten vor der Kirche - und brechen in Jubel aus, als die Frischvermählten herauskommen. Mehr als 100 Schützen stehen Spalier. Ein dreifaches "Gut Schuss!", dann rollt die historische Brautkutsche, flankiert von livrierten Reitern, Richtung Herrenhausen. Dina Amer, die Trauzeugin, steht vor der Kirche: "Was für ein bezaubernder Gottesdienst", sagt sie: "Die beiden haben einen solchen Moment verdient - sie sind ganz besondere Menschen."

Empfang in Herrenhausen

Während Hunderte in die wieder geöffnete Marktkirche drängen, den Blumenschmuck bestaunen und Blüten als Souvenirs aufsammeln, kommen die geladenen Gäste im Herrenhäuser Galeriegebäude zum Empfang zusammen. Ernst Müllers Orchester spielt, es gibt Gazpacho und mediterrane Häppchen von der Schlossküche, und die Gäste machen dem Brautpaar die Honneurs. Dann stellt sich die Verwandtschaft zum Familienbild auf. In der Hinsicht ist diese Hochzeit nicht anders als alle anderen auch. Nur, dass diese Familie am Abend auf dem eigenen Schloss weiterfeiern wird. In der Marienburg, im kleinen Kreis.

"Eine tolle Hochzeit, dezent aber trotzdem glamourös", schwärmt Ulrike Fey-Dorn aus Herrenhausen: "Sehr hannoversch eben." Und auch eingefleischte Republikaner lassen sich vom Glamour dieser Trauung bezaubern: "Ich bin kein Royalist", sagt Drogerieunternehmer Dirk Roßmann: "Außer an diesem Tag."

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