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Aus der Stadt Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen zieht nach Hannover
Hannover Aus der Stadt Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen zieht nach Hannover
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15:30 05.11.2012
Von Conrad von Meding
Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WCRC) verlegt ihren Sitz von Genf in die Altstadt von Hannover. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Timmendorfer Strand

Vor allem finanzielle Gründe sprechen für den geplanten Wegzug des weltweiten Dachverbands aus Genf. Dem Verband gehören 230 Kirchen in 108 Ländern an. Die Beitragszahlungen der Mitgliedskirchen erfolgen überwiegend in Euro oder Dollar. Die ungünstigen Wechselkurse des Schweizer Franken reißen aber eine erhebliche Lücke in die Kirchenkasse.

Ursprünglich waren 13 Standorte im Rennen gewesen. Bis zuletzt waren als neuer Standort außer Hannover noch Amsterdam oder Utrecht (beide: Holland) sowie Johannesburg (Südafrika) im Gespräch. Nun ist die Entscheidung am Montagvormittagvom Generalsekretär der Organisation, Setri Nyomi, während der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) in Timmendorfer Strand bekannt gegeben worden.

Die reformierte Kirche beruft sich nicht auf Martin Luther als ihren Gründervater, sondern steht in der Tradition von Johannes Calvin und Huldrych Zwingli. Die theologischen und ethischen Unterschiede zwischen den beiden evangelischen Kirchen haben sich im Laufe der Geschichte nivelliert.

Pastor Martin Goebel von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hannover hatte im Vorfeld der Entscheidung gegenüber der HAZ gesagt, er verspreche sich von der Entwicklung einen enormen Schub für seine Gemeinde. „Die Idee ist hoch attraktiv, denn die Wahrnehmung unserer Gemeinde würde eine andere werden“, sagte Goebel. In einer stark lutherisch geprägten Region stehe seine nur 5300 Mitglieder zählende Gemeinschaft am Rande. „Dabei sind wir gar nicht so exotisch, wie es aussieht“, sagt Goebel. 

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sagte am Montag in einer ersten Reaktion, Hannover heiße den Dachverband von 80 Millionen Christen willkommen. "Es ist für unsere Stadt eine große Ehre und Auszeichnung, künftig die Zentrale dieser bedeutenden Christen-Gemeinschaft zu sein. Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen findet hier eine weltoffene Stadtgesellschaft und eine sehr gute Infrastruktur vor, auch in kirchlicher Hinsicht mit der schon seit mehr als 60 Jahren hier ansässigen EKD“, erklärte Oberbürgermeister Weil.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt sind bereits der Reformierte Bund (deutscher Dachverband für die reformierten Landeskirchen und Gemeinden), die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) und die UEK (Union Evangelischer Kirchen in der EKD) beheimatet.

Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen wird in Hannover in das Gebäude in der Knochenhauerstraße einziehen, in dem bereits der Reformierte Bund seinen Sitz hat.

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