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Wenn das Geld nicht für die Einschulung reicht

Onlinepetition Wenn das Geld nicht für die Einschulung reicht

Für manche Erstklässler ist der Schulstart nicht rund gelaufen. Sie kommen ohne Schultasche, Stifte und Hefte in die Klasse - oft, weil in den Familien das Geld knapp ist. Die Diakonie In Niedersachsen fordert daher eine Aufstockung der staatlichen Hilfe für ärmere Familien. Eine Petition dazu läuft.

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In der Egestorffschule bietet die Diakonie Betreuung mit Hausaufgabenhilfe.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. In der Egestorffschule suchen die Lehrer dann im Fundus, ob sie mit Dingen wie einem liegengebliebenen Tuschkasten helfen können. „Das ist aber nicht besonders beliebt bei den Kindern. Oft helfen auch andere Familien aus, wenn sie noch einen Ranzen übrighaben. Der ist ja besonders teuer“, berichtet Schulleiter Horst Kemmling.

Die Erfahrungen in der Egestorffschule sind beileibe keine Ausnahme. Die Diakonie in Niedersachsen hat kürzlich in einer Studie aufgezeigt, dass Eltern im Schnitt für ihre Kinder in den Klassen eins bis zehn pro Jahr jeweils 214 Euro für den Schulbedarf ausgeben müssen. Leihgebühren für Schulbücher, Ranzen und Sportsachen sind dabei noch nicht einmal eingerechnet. Bedürftige Familien können aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes jedoch nur 100 Euro auf Antrag bekommen. Mit einer Petition will die Diakonie auf dieses Missverhältnis aufmerksam machen und erreichen, dass der Bundestag sich mit dem Thema beschäftigt. Mindestens 50 Euro mehr seien für Kinder in Niedersachsen notwendig, denn der tatsächlich existenznotwendige Bedarf liege durchschnittlich bei 153 Euro.

„Eltern fällt es oft schwer, darüber zu sprechen, dass das Geld für die Schule nicht reicht“, berichtet Kirchenkreissozialarbeiter Reiner Roth. Erst auf Nachfrage räumten sie Probleme ein. Kürzlich hat Roth eine Alleinerziehende beraten, deren erstes Kind jetzt in die Schule gekommen ist. 217,04 Euro sollten Hefte, Stifte und das andere Arbeitsmaterial kosten. Für Ranzen, Turnbeutel, Federmappe, Schlamper und Schultüte hatte die Frau preiswerte Angebote für zusammen 90 Euro herausgesucht. Das Kind brauchte aber auch noch Hausschuhe, Turnschuhe und Sportkleidung für die Grundschule. Nicht finanzierbar für die Mutter, die mit ihren beiden Kindern auf Sozialleistungen angewiesen ist. Für solche Fälle, für Klassenfahrten und Nachhilfe, hält das Diakonische Werk Hannover jedes Schuljahr ein Budget von 20.000 Euro aus Spenden bereit. Dieses Mal ist der Topf bereits jetzt, drei Wochen nach Schulbeginn, leer.

„Eltern sollen sich nicht schämen müssen, wenn sie ihren Kindern Bildung ermöglichen wollen“ sagt Cornelius Hahn, Vorstand der Diakonie in Niedersachsen. Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, kritisiert, dass Gutverdienende über Kinderfreibeträge mehr profitieren als Geringverdiener vom Kindergeld. „Die Förderung muss vereinfacht wird, damit der Grundbedarf gesichert ist.“ Die Onlinepetition unter www.gerechter-schulbedarf.de läuft noch zehn Tage. Notwendig sind 50.000 Unterschriften, von denen erst ein Bruchteil zusammengekommen ist. Der Bundestag kann sich aber auch freiwillig mit dem Thema befassen.

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