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Wenn der Auszug aus der Mietwohnung teuer wird

10.000 Euro Forderung Wenn der Auszug aus der Mietwohnung teuer wird

Wer eine neue Wohnung anmietet, sollte peinlich genau darauf achten, welche Schäden bei Einzug vorlagen und diese – etwa per Wohnungsübergabeprotokoll – dokumentieren. Ein Ehepaar, das hier nachlässig war, hat deswegen eine Menge Scherereien und ist von seinem früheren Vermieter verklagt worden.

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Mieter und Vermieter sollten bei der Wohnungsübergabe ein Protokoll über eventuelle Schäden anfertigen.

Quelle: Kutter

Hannover. Der Mann fordert von einem Mediengestalter (37) und einer Lehrerin (38) knapp 10.000 Euro Schadenersatz, weil das Paar die gemietete Wohnung in der Calenberger Neustadt heruntergewirtschaftet habe. Die Eheleute, die die Räumlichkeiten gut drei Jahre genutzt haben, sind empört. Sie bestreiten, Fenster, Parkett und Bäder ruiniert zu haben, sprechen von einem abgekarteten Spiel. Doch weil bei ihrem Einzug lediglich leichte Kratzer im Parkett dokumentiert wurden, werden sie zahlen müssen – die Frage ist, wie viel.

Als das Paar die Wohnung im Juli 2011 bezog, war es glücklich. Fünf Zimmer über zwei Etagen im 4. und 5. Stock, eine Einbauküche, zwei Bäder, Loggia auf dem Dach plus Keller für eine Kaltmiete von 850 Euro: Das schien ihnen ein guter Preis zu sein. Die angegebenen 140 Quadratmeter, so sagen sie heute, hätten sich bei späterem Nachmessen allerdings nur als 117 entpuppt.

2013 begann der Ärger: Der Vermieter wollte die Wohnung verkaufen, die Mieter wollten Mieter bleiben. So kühlte das ehemals freundschaftliche Klima zwischen den Parteien immer mehr ab. Mediengestalter und Lehrerin monierten ausbleibende Nebenkostenabrechnungen und unerledigte Reparaturen, irgendwann kürzten sie die Miete. Als das Paar im Oktober 2014 auszog, bekam es eine saftige Rechnung präsentiert. Der Eigentümer forderte 7000 Euro für neue Fenster und Jalousien, für das Abschleifen des Parketts und verschiedene Reparaturen, etwa in den Bädern. Zudem machte er für die Dauer der Instandsetzungsarbeiten einen dreimonatigen Mietausfall in Höhe von 2550 Euro geltend.

Beim jüngsten Verhandlungstermin unter Vorsitz von Amtsrichterin Ingrid Sue-Horn schilderten die Eltern der Lehrerin, dass die von der Tochter angemietete Wohnung schon bei Einzug etliche Mängel aufgewiesen habe. Sie erinnerten sich, anlässlich einer Besichtigung im Familienkreis eine Beule im Kühlschrank, Badarmaturen mit erheblichen Gebrauchsspuren und vernachlässigte Holzfenster gesehen zu haben. Doch im Übergabeprotokoll stand davon nichts. „Man will es sich ja nicht gleich mit dem Vermieter verderben und bei der Übergabe groß herumnörgeln“, verteidigt die 38-jährige Ex-Mieterin ihre Zurückhaltung bei der Wohnungsübernahme. Inzwischen geißelt sie sich selbst als „naiv“.

Rechtsanwalt Bastian Quilitz, der die Eheleute vertritt, bot dem Vermieter bereits die Überlassung der Mietsicherheit von 2550 Euro an, doch dieser lehnte ab. Einen Vergleichsvorschlag der Richterin über 6000 Euro, so Quilitz, wollten seine Mandanten wiederum nicht akzeptieren. So werden denn im Oktober weitere Zeugen zu der Frage vernommen, in welchem Zustand die Wohnung in den Jahren 2011 und 2014 war.

Die Eheleute haben inzwischen ihre Lehren aus dem Hickhack mit dem früheren Vermieter gezogen – sie haben sich in der Region Hannover ein Haus gekauft.

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