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Aha lässt Knöllchen in engen Straßen verteilen

Wenn es für Müllautos zu eng ist Aha lässt Knöllchen in engen Straßen verteilen

Der Entsorger Aha lässt neuerdings Parktickets verteilen, wenn Autos in engen Straßen geparkt sind und die Arbeit der Müllabfuhr erschweren. Aha beruft sich dabei auf einen Passus der Straßenverkehrsordnung. Betroffene Anwohner sind erbost und haben zum Teil schon einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

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„Ich fühle mich von Aha gegängelt“: Martin Krahforst aus Badenstedt ist sauer über die neue Praxis von Aha. Foto: von Ditfurth

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Seit kurzem wendet sich Aha dafür an die Straßenverkehrsbehörde der Stadt. Deren Mitarbeiter verteilen dann Knöllchen für am Straßenrand abgestellte Autos - auch dann, wenn in der betreffenden Straße kein Park- oder Halteverbotsschild steht. Anwohner berichten, Aha habe mit dieser Aktion am vergangenen Montag begonnen - ohne jede Vorwarnung, berichten Anwohner aus Badenstedt.

„Ich bin am Vormittag an mein Auto gekommen und fand das Knöllchen“, sagt Sabine Fröhlich, die im Gishelherweg wohnt. Fröhlich lebt dort mit ihrer Familie seit mehr als 20 Jahren, genauso lange stellt die Familie wie viele andere Anwohner ihre Autos am Straßenrand ab. Aber noch nie hat dort jemand bisher ein Knöllchen erhalten.

Aha beruft sich auf die Straßenverkehrsordnung. Nach Paragraph 12 ist das Halten und Parken an engen Straßenstellen verboten, argumentiert Unternehmenssprecherin Helene Herich. Die Straße müsse mindestens eine Breite von drei Metern haben, sagt sie. Das werde von den Anwohnern im Giselherweg in letzter Zeit nicht immer eingehalten, deshalb könnten die Müllfahrzeuge von Aha, die 2,50 Meter breit seien, „diese Engstellen nicht passieren“. Herich betonte, dass die Anwohner bereits in der vorigen Woche „auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht“ worden seien.

Sabine Fröhlich sagt, am Montag seien die Müllfahrzeuge durch den Giselherweg gefahren, obwohl noch Autos am Straßenrand standen. Wenn es eng geworden sei, hätten die Fahrer ihre Wagen dann kurz über die Gehwege gesteuert. Fröhlich vermutet, dass sich Anwohner darüber beschwert haben, dass auf den Gehwegen durch das Befahren mit schweren Fahrzeugen nach und nach Kuhlen entstehen. Die Familie Fröhlich hat die 15 Euro für das Knöllchen erst einmal bezahlt, aber gleichzeitig einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

Darüber denkt auch Martin Krahforst nach. Er hat gleich zwei Knöllchen kassiert. Erst am Montag für den am Straßenrand abgestellten Wagen, dann noch am Dienstag, weil er zum Abstellen des Autos auch den Gehweg benutzt hat - damit die Müllfahrzeuge ausreichend Platz haben. „Ich fühle mich von Aha gegängelt“, sagt er. Das Unternehmen nutze seine Monopolstellung aus und versuche schleichend, ein Parkverbot einzuführen, meint er. Ihre drei Autos stellt Familie Krahforst jetzt in einer anderen Straße ab. Martin Krahforst vermutet, dass die dortigen Anwohner darüber nicht eben erfreut sein werden.

Derzeit arbeite Aha an einer „grundsätzlichen Verbesserung der Situation“, sagt Sprecherin Herich. Dazu gehöre auch ein Parkverbot mit den entsprechenden Schildern. Ein zeitlich befristetes Halteverbot nur an den Abholtagen ist nach Ansicht des Abfallwirtschaftsbetriebs nur eine Teillösung. Denn auch andere breite Fahrzeuge wie Lieferdienste, Feuerwehr- und Krankenwagen müssten den Giselherweg befahren.

Vor zwei Monten hatte Aha in Wettbergen Anlieger von kleinen Stichstraßen aufgefordert, ihre Müllbehälter künftig bis zur nächsten Durchgangsstraße zu rollen. Nach Protesten der Bürger lenkte der Abfallwirtschaftsbetrieb ein und kündigte eine bürgerfreundliche Lösung an.

 

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