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Werkstatt-Schlamperei verursacht schweren Unfall

Schrauben nicht richtig angezogen Werkstatt-Schlamperei verursacht schweren Unfall

Weil die Hinterradschrauben an seiner Harley nicht richtig angezogen waren, verunglückte ein Motorradfahrer beinahe tödlich. Zwei Jahre lang musste er vor Gericht um Schadensersatz kämpfen. Jetzt hat der 63-Jährige Recht bekommen.

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Der Fahrer einer Harley-Davidson verursachte einen schweren Unfall, weil bei einer Inspektion am Vortag die Hinterradschrauben nicht richtig angezogen wurden.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Den Tag, an dem er auf seiner Harley-Davidson um ein Haar tödlich verunglückt wäre, wird Uli Schmidt (Name von der Redaktion geändert) niemals vergessen. Als er auf der B 214 nahe Wietze einen Lastwagen mit Tempo 100 überholte und als es plötzlich einen lauten Knall gab. Der 63-Jährige hatte Glück im Unglück, sein schweres Motorrad schlingerte und schleuderte, doch konnte er es auf der Straße halten. Nach 300 Metern kam Brandt zum Stehen. Was war passiert? Fünf Schrauben der Riemenscheibe am Hinterrad seiner Heritage Softail Classic waren lose, zwei waren gegen die Hinterachsschwinge gestoßen, hatten das Rad blockiert und waren dabei verbogen und zerrissen worden.

Am Tag zuvor, das kam dem IT-Fachmann natürlich sofort in den Sinn, hatte er seine Harley von einer Inspektion abgeholt. Er war seither gerade einmal 43 Kilometer gefahren. Doch der Fachbetrieb aus Langenhagen wies seit dem Vorfall im Mai 2014 jede Schuld von sich, zwei Jahre lang. Es brauchte zwei Gutachten und einen Prozess vor dem Amtsgericht Hannover, bis die Schlamperei zweier Mechaniker per Urteil bestätigt wurde. Jetzt erst konnte Uli Schmidt seine 71-PS-Maschine wiederherstellen lassen, hat die Reparaturkosten von 2264 Euro ebenso erstritten wie 500 Euro für ein Privatgutachten und 335 Euro vorgerichtliche Anwaltskosten.

Knapp 200 Euro hatte die Inspektion „Superservice“ in der Langenhagener Fachwerkstatt im Mai 2014 gekostet. Das Hinterrad, beteuerte ein altgedienter Mechaniker vor Amtsrichterin Dagmar Frost, sei dabei nicht ausgebaut worden. Der 57-Jährige gab zwar zu, dass die Hauptarbeit an der Harley ein junger Kollege erledigt habe, der erst fünf Monate im Betrieb war. Er selbst habe diesem aber immer über die Schulter geschaut und könne beschwören, dass man die fünf Befestigungsschrauben des Riemenrads nicht angefasst habe.

Ein amtlich bestellter Gutachter kam, gut anderthalb Jahre nach dem Unfall, allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. Er entdeckte an der Hinterachsmutter und den Schrauben der Riemenscheibe deutliche und frische Werkzeugspuren. Daraus könne man entnehmen, dass die Schrauben gelöst, aber nicht wieder fest angezogen worden seien. Zudem fand der Sachverständige an einigen Stellen frisches Fett - auch dies ein deutlicher Hinweis, dass man an Hinterrad und Riemenscheibe gearbeitet hatte. „Es wäre ja auch ein Wunder“, so der Gutachter vor Gericht, „wenn die Schrauben mehr als 17 000 Kilometer gehalten und sich plötzlich, einen Tag nach der Inspektion, allesamt gelöst hätten.“ Und so urteilte denn auch Richterin Frost, dass die Werkstatt die Schrauben bei der Montage des Hinterrads nicht ordnungsgemäß befestigt habe - und dass damit der Unfall ausgelöst worden sei.

Uli Schmidt ist froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat. Anderthalb Jahre musste er seinen Harley-Klassiker mit den Weißwandreifen in der Garage stehen lassen, bis das Gutachten fertig war. Zwei Motorrad-Urlaube mit Freunden gingen dem 63-Jährigen deshalb durch die Lappen, und doch mag er nicht klagen: „Ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist. Hätte das Hinterrad auf der Autobahn blockiert, hätte ich den Unfall vielleicht nicht überlebt.“

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