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Wettberger fertigt Flaggen aller Art

Fahnenfabrik Wettberger fertigt Flaggen aller Art

Wer in Ben Bdiouis Werkstatt steht, der braucht keine Fußballübertragung mehr, um in EM-Fieber zu verfallen. In einem kleinen, eingeschossigen Gebäude in Wettbergen, gelegen in einer Seitenstraße, fertigt der gebürtige Tunesier Fahnen und Flaggen aller Arten und Größen.

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Favorit Schweden ist raus, jetzt kann er endlich für Deutschland jubeln: Fahnenfabrikant Ben Bdioui in seiner Werkstatt in Wettbergen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Überall hängen die Staatssymbole von den Wänden der Nähwerkstatt - von Deutschland bis Frankreich, von Portugal bis England. Kleine Vereinswimpel zieren Tische und Regale. Das, was zu sehen ist, ist Handarbeit. Bdioui schneidet, näht und säumt selbst. Etwa 200 Quadratmeter Stoff verarbeitet er so pro Tag.

„Mein Vorteil ist, dass ich alles selbst machen kann“, sagt der Chef der FAB Fahnenfabrik, wie sein Betrieb heißt. Bis auf Materiallieferanten ist er auf niemanden angewiesen - sogar die Nähmaschinen in seiner Werkstatt kann er im Bedarfsfall selbst reparieren. Dabei lernte er das Nähen erst spät. Geboren in Tunesien wuchs Bdioui in Schweden auf und studierte dort Prozessingenieurswesen - nicht unbedingt ein typischer Beruf, um in die Textilverarbeitung einzusteigen. „Eine Fahne herzustellen, ist auch ein Prozess - vom Stoff bis zur richtigen Fahne“, sagt Bdioui. Durch seine Frau, eine gebürtige Deutsche, kam er schließlich nach Hannover, bevor er in Tunesien für einige Jahre in einer Textilfabrik arbeitete. „Ich habe irgendwann die Anfrage bekommen, ob ich interessiert wäre, das mit Fahnen zu machen“, erzählt er. „So hat das angefangen.“

Nach fünf Jahren gab er die Arbeit in Tunesien wieder auf. Es bleib zu wenig Zeit für die Familie. Dem Nähberuf ist er dennoch treu geblieben. 2008 machte er sich mit seiner Fahnenwerkstatt selbstständig. Zu seinen Kunden gehören mittlerweile unter anderem die Hannover Scorpions, die bisher auch die größten Fahnen bestellten. „Drei mal zehn Meter, und davon fünf Stück“, erinnert sich Bdioui. Aber auch Schützen- oder Kleingartenvereine sowie Kirchen und Privatleute lassen Fahnen bei ihm fertigen.

Und die EM? Das Fußballgroßereignis habe sich erst nach und nach ein wenig in seinen Auftragsbüchern bemerkbar gemacht, sagt Bdioui. Kleine Fahnen verkauft er nicht. Da ist die Preiskonkurrenz von Billigläden und Discountern zu groß. Dafür gab es Bestellungen für größere Flaggen. Er selbst drückte übrigens Schweden die Daumen. „Ich habe in Schweden in der 2. Liga gespielt“, sagt er. Im Sturm in den Achtzigerjahren. Viel Geld habe das nicht gebracht. „Wir haben normal gearbeitet und nebenbei trainiert.“ Aber verdammt viel Spaß habe es gemacht.

Trotzdem war Bdioui Realist: Schweden hatte er zugetraut, die Vorrunde zu überstehen. Schade, dass es nicht geklappt hat. Vom Achtenfinale an wäre „es aber sowieso wackelig“ geworden. Immerhin, jetzt, da die Schweden die Heimreise aus Frankreich angetreten haben, kann er endlich den Deutschen die Daumen drücken. Dem Team traut er das Halbfinale zu. Zum Anfeuern ist Bdioui immerhin gut ausgerüstet: In seiner Fabrik hängen auch jede Menge deutsche Fahnen.

Von Sabine Gurol

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