Wieso überhaupt einen Neubau für den Landtag? Das Land hat doch andere Probleme! Und sowieso: Wenn es um die Arbeitsbedingungen der Politiker geht, sollte doch strikte Bescheidenheit das oberste Gebot sein! Die Kosten dürfen nicht ausufern! So lauten heute wichtige Argumente in der aktuellen Debatte, wenige Tage, bevor die Abgeordneten kommenden Dienstag abschließend entscheiden werden, ob der Oesterlen-Saal abgerissen werden soll oder nicht.
Die älteren Zeitgenossen haben das alles schon einmal gehört, vor mehr als einem halben Jahrhundert. Bereits am 11. April 1956 hat der Landtag über seinen Plenarsaal abgestimmt. Das Für und Wider ging auch damals quer durch die Fraktionen, und wie kommende Woche hatten die Fraktionen seinerzeit ihre Mitglieder vom Fraktionszwang befreit. Am Ende hatten die Befürworter von Oesterlen gesiegt – übrigens vor allem dank der Fraktion aus Deutscher Partei und CDU, die sich für seinen Entwurf starkgemacht hatte. Regiert wurde Niedersachsen damals übrigens – wie derzeit – von einer bürgerlichen Koalition. Doch Ministerpräsident Heinrich Hellwege (DP) fehlte in der wichtigen Landtagssitzung.
Viel spricht dafür, dass sein aktueller Nachfolger Christian Wulff nächste Woche dabei sein wird, auch wenn er selbst wahrscheinlich quer liegt zur großen Mehrheit seiner Fraktion. So wie 1956 steht die große CDU-Mehrheit für den Wettbewerbssieger – nur dass der damals Oesterlen hieß und der heutige Sieger für den Abriss von Oesterlen eintritt. Die Sozialdemokraten sind heute wie damals in zwei Lager geteilt.
Zur Vorgeschichte: Seit dem Kriegsende tagte der Landtag im Kuppelsaal der Stadthalle, als Gast der Stadt Hannover. Es war eng dort, Besprechungsräume fehlten, Büros für die Verwaltung auch. Schon 1954 wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt, und das Gelände des Leineschlosses war anvisiert worden. Nur: Denkmalschutz spielte damals keine Rolle, und im Auslobungstext hieß es ausdrücklich, ein Wiederaufbau des Schlosses sei „nicht beabsichtigt“. Die Grundmauern des Laves-Baus standen damals, aber eine Überdachung fehlte, die Ruine war Wind und Wetter ausgesetzt. Nach dem Text der Ausschreibung wäre ein Abriss wahrscheinlich gewesen.
Doch es kam anders. In der Hälfte der Entwürfe war die Sanierung des alten Schlosses einbezogen, und die anderen, die einen Abriss von Laves anpeilten, seien „enttäuschend“ gewesen, schrieb das Preisgericht. Die Architekten hätten ihre Aufgabe „nicht erkannt“ oder „nur unzureichend gelöst“. Dabei hätte das Preisgericht eine Beseitigung der Überreste des Schlosses wohl befürwortet. Denn das Ziel war, wie es hieß, „dass alles Theaterhafte fortbeleibt“. Deshalb sei auch „eine Beseitigung der Wasserkunst dringend erwünscht“ – was später dann ja auch geschehen ist.
So groß die Freude beim Wettbewerbssieger Oesterlen 1954 auch war, er musste warten. Fast zwei Jahre geschah nichts, bis die DP/CDU-Fraktion die Umsetzung seines Entwurfes beantragte. Diese Baumaßnahme war damals schon heikel, und ein Kinderarzt schrieb in einem Leserbrief an die HAZ. Er wolle an das Gewissen der Abgeordneten appellieren: Wie könnten sie es verantworten, einen neuen Landtag zu bauen, während viele Kinder zehn Jahre nach Kriegsende noch „keinen ausreichenden Schulraum haben“?
In der Plenardebatte am 11. April 1956 mahnte zunächst CDU-Politiker Werner Schönfelder, dass man endlich handeln müsse, „weil inzwischen die Ruine des Leineschlosses außerordentlich baufällig geworden ist“. Ihm widersprach die bekannte Landespolitikerin Maria Meyer-Sevenich (früher KPD, dann SPD, später CDU), die damals in der SPD zu den Kritikern des Umzugs von der Stadthalle ins Leineschloss gehörte.
Nicht, dass der Ort früher ein Schloss der Könige war, störe sie, betonte die Abgeordnete. Das Argument, ein Parlament müsse ein Ort mit Würde sein, treffe auch zu – doch dies hänge „weniger vom Bau als vielmehr vom geistigen Gesicht“ der Arbeit in der Volksvertretung ab. Nein, das Geld war ihr Hauptargument. „Anzunehmen, der Bau koste weniger als zwölf bis 15 Millionen D-Mark, wäre eine Selbsttäuschung“. Dies sei „ansichts der allgemeinen Situation zu aufwendig“, im Landeshaushalt müsse es Geld für wichtigere Dinge als für dieses Vorhaben geben.
Die FDP trat damals geschlossen auf – wie heute. Doch sie war nicht an der Seite des Regierungspartners CDU, sondern gegen Oesterlen. Der Landtag brauche einen kleineren Raum, sagte der FDP-Politiker Reinhold Kreitmeyer, das Gebäude müsse „vorbildich in Schlichtheit und Einfachheit“ sein, und eine Bausumme von vier Millionen D-Mark müsse ausreichen. „Ein modernes Krankenhaus mit 160 Betten kostet auch nicht mehr“, sagte der Freidemokrat – und löste Lachen aus. „Sie halten das Parlament für ein Krankenhaus?“, rief Oppositionsführer Hinrich-Wilhelm Kopf (SPD) dazwischen. Das Protokoll vermerkt Heiterkeit.
Für reichlich Stimmung in der Plenardebatte sorgte noch der rechtsextreme Abgeordnete Adolf von Thadden, der vor „Protzentum“ warnte und forderte, auf jeden Fall erst einmal die Ruine des Leineschlosses zu retten. „Ganz sicher hat der vergangene Winter dem Bau durch Feuchtigkeit und Sprengwirkung des Frostes erheblichen Schaden zugefügt“. Es helfe aber nicht, so von Thadden, „nur ein Pappdach darüberzulegen“.
Der Antrag von DP/CDU bekam am Ende 72 Stimmen – obwohl die Fraktion nur 35 Sitze hatte. Ein erheblicher Teil der SPD hatte dafür gestimmt, obwohl in der Debatte zuvor nur Meyer-Sevenich für die Kritiker aufgetreten war. Gegen den Antrag waren 65 Abgeordnete. Ein knappes Resultat also. 21 Abgeordnete fehlten, 15 davon entschuldigt. Oesterlen war damit zum zweiten Mal, nach dem Erfolg im Preisgericht, der Sieger. Der Bau konnte verwirklicht werden. Aber eine „breite Mehrheit“, wie sie heute CDU und FDP für nächsten Dienstag anstreben, gab es auch damals nicht.
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Kommentare
Für zeitgemäße Lösungen Bürger – 15.03.10
Die Kassen sind leer! Es gibt kein Geld, für nichts mehr. Verschonen Sie uns mit geschmäcklerischer Einordnung, die immer der gleichen Arroganz enspricht, nämlich einem spöttischem Erstsemesterblick. Beenden Sie Ihr Tabula-rasa-Denken. Auch dieses Gebäude hat seine Geschichte, zerstören Sie sie nicht ohne Not. Das unpraktische im Inneren und bautechnische Lösungen können auf den neusten Stand der Technik gebracht werden, es spricht nichts dafür, das Gebäude abzureißen. Auch vom Raum gedacht kann man sagen, oder besser Goethe hat das so ausgedrückt: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister!“ Packen wir es in diesem Sinne an!Abriss oder Umbau? Bürger – 15.03.10
Politiker haben Verantwortung, auch und gerade gegenüber ihrem eigenen Gewissen. Sie müssen aber auch die Konsequenzen ihrer Entscheidungen mitbedenken und verantworten. Natürlich ist die Situation von damals mit der heutigen Lage nicht zu vergleichen. Wir haben heute den Verschuldungsstaat, der auf Kosten der Zukunft lebt, wir haben heute die Verrohung der Sitten, die ethischen Fundamente gehen verloren, wir haben heute eine Vertrauens- und Sinnkrise, mit weitreichenden Konsequenzen für das geordnete Zusammenleben. Der Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Herr Ulrich Neufert, bringt es in seinem umfassenden Kommentar vom Samstag, den 13.03.2010, an einer Textstelle vortrefflich zum Ausdruck. Zitat U. Neufert: „Wer abreißt, muss auch das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz abschaffen, denn es ist offenkundig für das Paralament bedeutungslos. Warum also sollte es für den Bürger des Landes von Bedeutung sein? Wann ist das überwiegend öffentliche Interesse, das einen Abriss des Plenarsaals zwingend verlangt, jemals nachgewiesen worden?“Zitatende. Der Verdacht, dass hier ein reines Prestigeprojekt “durchgedrückt“ werden soll, ist mit Zahlen und Fakten nie widerlegt worden. Viele haben in dieser Frage einen dicken Hals, und zwar völlig zu Recht. Bauherr ist doch letztlich der Bürger und Steuerzahler. Wer aber die Bürgerinnen und Bürger hinters Licht führen will, der muss wissen, was er damit im öffentlichen Bewusstsein anrichtet.auf N a c h f r a g e Arnulf Neumann – 14.03.10
die 'Farce' sowie die nicht vorhandene 'Fairness' im vorgestellten Abstimmungsverfahren besteht darin:- über den 1.Preis (Yi 2010) wird als konkretes Ergebnis abgestimmt.
- über den 2. Preis (Gebhardt 2010) sowie den 1. Preis (Koch Panse 2002)
wird nur als 'Zusammenlegung' abgestimmt, d.h. eine klare Vorstellung vom zukünftigen Ergebnis dieser 'Zusammenlegung' gibt es im Unterschied zum 1. Preis nicht.
mit so einem 'Abstimmungsverfahren' findet gegenüber dem 1. Preis (Yi) auf diesem Wege deshalb eine krasse und unzulässige Benachteiligung der übrigen Wettbewerbs-Teilnehmer infolge Ungleich-Behandlung statt.
Das Abstimmungsverfahren wird überdies in grober Weise, beeinflußt, weil nur noch der
1. Preis als konkretes Ergebnis erkennbar bleibt, was für diesen einen eindeutigen Vorteil bedeutet.
ich rege deshalb nochmals an:
- zuerst über den Verbleib des Oesterlen-Baus in der niedersächsischen Denkmalliste (mamentlich) mit JA oder NEIN abzustimmen
- danach, je nach Ausgang, über die verbleibenden unterschielichen Wettbewerbs-Ergebnisse einzeln und o h n e vorherige Vermischung der Wettbewerbsbeiträge abzustimmen.
Der Bürger hat nach dem ganzen Spektakel mit erheblichem Aufwand an Steuergeldern ein Anrecht darauf!
DINKLADEN m.o. – 14.03.10
heißt das Projekt und nicht "Lampenladen".- Tischler bleib bei deinen Leisten -
Gefängnis aus Glas Belo Horizonte – 14.03.10
Sehr geehrte Landtagsabgeordnete,Verehrter Landtagspräsident,
Glückwunsch zu Ihrer 'Abstimmung'! Wie sie ausgeht wissen wir ja bereits, weil sie so arrangiert wurde, daß nur der Tempel herauskommen kann! Oder haben Sie gedacht, daß wir Bürger das nicht merken?
All die Bedenken der Bürger haben sie gekonnt überhöhrt - wie dick die Hornhaut Ihrer Gehöhrgänge doch schon geworden ist...
Die überwältigende Mehrzahl der Bürger wollte, daß sie das Geld lieber in notwendige Projekte stecken, wie z.B. für Schulsanierungen.
Aber das brauchen S i e ja nicht ernst nehmen!
Von Anfang an sollte der Yi- Tempel herauskommen und zwar mit allen Tricks und obendrein versehen noch mit demokratischem Heiligenschein.
Nun werden Sie bald in einem gläsernen Tempel sitzen und auf die 'Welt da draussen' schauen, die für Sie ohnehin schon so weit weg ist, und Sie werden sich dabei vorkommen, als ob sie in einem Palast leben würden.
Wie gut, daß es immer zwei Seiten der Betrachtung und Perspektive gibt: denn, für mich werden Sie in einem Gefängnis aus Glas sitzen, das genauso inhaltsleer daherkommt wie Ihr denkmokratisches Gewissen.
Man darf schon auf die ersten Farbbeutel gespannt sein, die auf Ihr neues Gefängnis platschen werden - und auf die nächste Wahl. Da nämlich werde ich meine Konsequenzen ziehen!
Bürger planen Mahnwache Bürger – 13.03.10
@Fritz R.Kommen Sie doch auch am Dienstag, den 16.03.2010 zur Mahnwache, wenn am Dienstag der Landtag über Abriss oder Umbau des denkmalgeschützten Plenarsaales abstimmt. Tausende Unterschriften sind bereits gesammelt. Die Protestnoten reichen vom Geschichtslehrerverband und Heimatbund bis zur Bundesstiftung Baukultur, sowie dem Kurator des MoMA in New York. Der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen Herr Schneider kommt sicher auch. Also, ich befinde mich da in sehr guter Gesellschaft. Wo sind eigentlich Ihre Argumente, haben Sie eigentlich welche?
@Bürger Fritz R. – 13.03.10
Nun muß ich doch noch einmal an Herrn Bürger ein Satz richten.Mit Vergnügen habe ich ihre haltlosen und fast schon unmöglichen Beiträge zu der ehemaligen Landesbischöfin mit ihren linken Afghanistanpositionen gelesen und habe immer gedacht, wie "krumm" muß man (Bürger) eigentlich in seinem Denken geraten sein, um diese Art von Argumentation zu vertreten.
Und nun kommen Sie daher und geben auch noch Kommentare zur rechtmäßigen und erforderlichen Abstimmung über den Neubau eines (endlich neuen) Lantages ab. Sie scheinen ja wirklich vor Nichts zurück zu schrecken.
mir wird schlecht (!) Arnulf Neumann – 13.03.10
@ Belo Horizonteich hatte schon gedacht, die Schmierenkommödie denkmalgeschützter Niedersächsischer Landtag würde nun nach den vielen Irrungen und Wirrungen in eine ordentliche Abstimmung der Abgeordneten münden, welche dem Schutz-Gedanken des NDSchG wenigstens soviel Rechnung trägt, indem über den Verbleib in der Denkmal-Liste gesondert und namentlich abgestimmt wird.
Bisheriger Verlauf:
- zuerst der 1.Preis/2002, mit dem Herr Präsident Dinkla nicht zufrieden war,
- dann die Jury mit dem von Herrn Präsident Dinkla als Jury-Mitglied favorisierten 1. Preis 2010,
- nun eine bevorstehende nicht namentliche Abstimmung durch die Abgeordneten, welche das Ergebnis (1.Preis) vorwegnimmt, weil es beim genaueren Hinsehen keine faire Wahl zwischen echten Alternativen gibt, eingefädelt u.a. von Herrn Landtagspräsident Dinkla!
Wann hört dieses Schmierentheater endlich auf? mir wird schlecht!
Denkmalschutz / Landtag Isolde Isenkötter – 13.03.10
Ohnmächtig und entsetzt nehme ich die Diskussion um den Landtag zur Kenntnis.Ich selbst bewohne eine einzigartige denkmalgeschützte Immobilie in Hannover und muss zusehen, wie die Eigentümer diese schänden und verunstalten. Der Kommentar der unteren Denkmalbehörde wie auch des Oberbürgermeister Weil dazu war, wir sind keine Denkmalpolizei. Obwohl evident gegen das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz verstossen wird.
Als mündiger Bürger hielt ich die Beschwerde bei der Fachaufsicht für aussichtsreich und wenn diese auch nicht hilft eine Petition an den Landtag. Aber wie soll dieser Landtag dem Bürger in Fragen der Kultur und des Denkmalschutzes helfen, wenn dieser am Dienstag wahrscheinlich das niedersächsische Denkmalschutzgesetz demontiert und das in Art. 6 Niedersächsische Verfassung verankerte Staatsziel Kultur ignoriert.
"Was dem Zeitgeist nicht gefällt, fällt" (Neufert) Bürger – 13.03.10
Herr Neufert, vielen Dank für Ihren guten Kommentar "Nackt im Lampenladen" in der HAZ-Printausgabe zum Streit um den Landtag.Architektur und Bauen im öffentlichen Raum hat immer mit Politik zu tun. Das war schon immer so. Bei der Bewertung von Architektur muss ich daher eine intellektuelle und konzeptionelle Position einnehmen, ohne die praktische Nutzung zu vernachlässigen. Welche Verantwortung ergibt sich daraus? Das Problem ist doch, dass das Thema Landtagsgebäude zu einem politischen Thema wurde. Der Neubau soll zum Gesetz gemacht werden, und das hat auch den Wettbewerb kontaminiert, der jetzt sogar von rechtlichen Fragen bestimmt wird. Alle hatten nur die besten Absichten, eine gute Lösung zu finden? Nein! Schon organisatorisch wurden viele Fehler gemacht. Der erste und größte war der, die Wettbewerbsart und die Auslobungsbedingungen. Das Ergebnis lässt auch vermuten, dass sich die Politik gegen die Fach-Architekten und gegen Vernunftbegabte durchgesetzt hat. War die Diskussion am Ende im Grunde keine. Stand alles schon vorher fest? Der Wille zur Repräsentation bei gleichzeitigem Haushaltsnotstand. Dabei hat das Thema die Öffentlichkeit bewegt wie wenige andere. Ging es in dem Wettbewerb eigentlich nur darum, einen Architekten zu finden, der eine derartige Neubaulösung anbietet? Unterfüttert wurde das auch durch feuilletonistische Beiträge mit häufig ästhetisierenden bis hin zu einer geschmäcklischen Orientierung der Damen und Herren, die mit immer der gleichen Arroganz und mit spöttischem Erstsemesterblick, den Neubau hochschrieben. Welche unqualifizierte Anmaßung. Architektur bleibt an ihre Zeit gebunden, und die ist „modern“ und nicht „postmodern“. Der Enwurf ist lediglich eine postmoderne Bildvorstellung. Das Sein tritt hinter das gesetzte Bild zurück. Wenn es nur noch um Wirkungen und Oberflächen in der Politik und Medienöffentlichkeit geht, dann wird es auch weiterhin die Bereitschaft zum Widerstand geben, so etwas wie ein neues Verhältnis zur Qualität, zur neuen Sachlichkeit.
FEHLERMELDUNG Belo Horizonte – 13.03.10
Hier wird getan, als ginge es um so etwas wie eine demokratische Abstimmung...Sieht man sich an, worüber genau abgestimmt werden soll,
- entweder der 1. Preis 2010
- oder eine undefinierte Kooperation mit ungewissem Ausgang (Mischmasch zwischen 1.Preis 2002 und 2.Preis 2010)
dann steht das Ergebnis bereits schon längst vorher fest!
Über den Denkmalschutz wird überhaupt nicht abgestimmt.
Diese Abstimmung ist eine Farce!
Liebe Abgeordnete, warum machen Sie das mit??!
FEHLERMELDUNG Belo Horizonte – 13.03.10
Hier wird getan, als ginge es um so etwas wie eine demokratische Abstimmung...Sieht man sich an, worüber genau abgestimmt werden soll,
- entweder der 1. Preis 2010
- oder eine undefinierte Kooperation mit ungewissem Ausgang (Mischmasch zwischen 1.Preis 2002 und 2.Preis 2010)
dann steht das Ergebnis bereits schon längst vorher fest!
Über den Denkmalschutz wird überhaupt nicht abgestimmt.
Diese Abstimmung ist eine Farce!
Liebe Abgeordnete, warum machen Sie das mit??!
Landtag Fritz R. – 13.03.10
Ja, Herr Neufert, auch die immer so viel sich in den Vordergrund stellende "vierte" Gewalt muss sich beugen, wenn gewählte Volksvertreter entscheiden. Gut so, da Sie in Ihrem Leitkommentar ziemlich weit ausholen. Nicht die Abgeordneten sind nach Ihren Worten "vernagelt", sondern ein Chefredakteur Neufert, der sich Respektlosigkeit und abwertende Äüßerungen über die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages erlaubt.Und übrigens, lieber Herr Neufert, wer sich des Kaisers neuen Kleider angelegt hat, waren doch wohl Sie, bevor Sie von der Neuen Presse zur Hannoverschen Allgemeinen gewechselt haben. Denn so konnten Sie die sehr linksliberalen Thesen eines von mir geschätzten Bob Scholber auch in der HAZ weiter veröffentlichen.
Tun Sie also bitte nicht so, als wären bei Ihnen die hochtragenden Ziele eines Zeitungsschreiberlings Grundlage für Ihre, nicht der Sache dienlichen, Argumentation.
Gut recherchiert Stier – 13.03.10
Ein Blick in die Geschichte ist immer hilfreich. Klaus Wallbaum hat dies vorbildlich getan. In meiner Praxis habe ich immer wieder Menschen kennen gelernt, die es nicht ertragen, wenn der Status quo geändert wird. Die klammern sich wie Messies an das Vorhandene, ohne zu differenzieren, ob dies noch zweckdienlich ist. Architekten sind häufig verblendet von ihrem Anspruch, Künstler zu sein. Was die Nutzer denken, ist ihnen gleichgültig. Das führt dann zu Glaspalästen, deren Erhalt nur durch alpinistischen Einsatz von Fensterputzern gesichert werden kann.Der Oesterlen-Bau hat schon lange ausgedient. Ihn schönzureden, geht an der Wirklichkeit vorbei.
Hinkt DA – 13.03.10
Also den jetzigen Laves-Bau mit dem Oesterlen Bau zu vergleichen hinkt doch gewaltig.Laves war ein Künstler seiner Zeit. DEr Laves-Bau ist ein prachtvolles Gebäude, hübsch anzuschauen, ganz im Gegensatz zum jetzigen hässlichen Anbau.
Auch der Neubau würde in die Kategorie "passt nicht hin" fallen, sodass ich einzig und allein für den noch ausstehenden Laves-Flügel bin, bei Abriss des Oesterlen Baus!
Gehirnwäsche Arnulf Neumann – 13.03.10
wenn man die Geschichte oft genug verfälscht, dann wird vielleicht am Ende doch noch dasjenige daraus, was Herr Wallbaum uns Bürgern in unzähligen Plädoyes für die HAZ verzweifelt beizubringen versucht:Seiner Meinung nach brauchen wir alle einfach doch nur noch den
1. Preis zu realisieren, weil der Vorsitzende des "Preisgerichts" (Herr Dinkla) nach 2 Wettbewerben ganz bestimmt wusste, was er will und was für uns alle gut ist, und gut sein muß - und weil es damals zu Oesterlens-Zeiten gefälligst angeblich genauso gelaufen sein soll, und überhaupt!
M e r k e: Damals gab es nur Nachkriegs-Zerstörungen und es gab noch keinen nach Landesgesetz (NDSchG) unter Denkmal gestellten funktionierenden Oesterlen Bau.
Vermutlich gab es auch noch keine Präsidenten oder Minister, welche sich wie im vorliegenden Fall erdreistet hatten, das Parlament mit irgendwelchen obskuren Tricks und Finessen (Möllring) in die Irre zu führen und in seiner Entscheidung derart massiv zu behindern, daß mittlerweile von 'Amts-Missbrauch' die Rede ist.
Eine etwas objektivere Bericht-Erstattung mag es damals ebenfalls schon gegeben haben - mit der nicht immer wieder das Votum der Abgeorneten in eine ganz bestimmte Richtung 'getrimmt' werden sollte, zwei Tage vor dem 'Abstimmungs-Termin' im Parlament!