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Wie geht es weiter mit der Unterkunft am Waterloo?

Einzug der Flüchtlinge offen Wie geht es weiter mit der Unterkunft am Waterloo?

Für die Flüchtlingsunterkunft am Waterlooplatz findet sich kein Betreiber. Die Unterkunft ist bezugsfertig, doch aus Angst vor Übergriffen auf die Bewohner will keiner der vier potenziellen Betreiber sie übernehmen. Wann sie eröffnet wird, ist unklar.

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Die Unterkunft am Waterlooplatz ist fertig. Flüchtlinge wohnen noch nicht darin.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Waterlooplatz war ein Streitpunkt im Wahlkampf – jetzt stellt sich heraus: Es ist fraglich, wann sie überhaupt eröffnet werden kann. Seit Wochen steht die Anlage fertig eingerichtet mit geputzten Toiletten und vorbereiteten Schlafräumen zu Füßen der Waterloosäule, doch die Stadt hat noch gar keinen Betreiber für die Containerstadt. In einer offiziellen Antwort auf eine Anfrage der HAZ hieß es gestern, die Ausschreibung für den Betrieb habe noch gar nicht begonnen. Nach HAZ-Informationen stimmt das zwar formell, doch ist es im Rathaus längst ein offenes Geheimnis, dass alle vier potenziellen Betreiber bei einer Abfrage des Interesses abgewinkt haben: die lokalen Betreiber DRK und Johanniter ebenso wie die überregionalen Anbieter European Health-Care und Fair Facility.

120 Flüchtlinge sollen in den weißen Stahlcontainern südlich der Steinsäule untergebracht werden. Die Sorge der Betreiber: Die Unterkunft liegt auf dem Waterlooplatz zentral wie auf dem Präsentierteller, sie ist nur sehr schwer vor Krawallmachern zu schützen. Ein Insider sagt: „An diesem unglücklichen Standort müssten zusätzliche Sicherheitskräfte bezahlt werden bei jedem Fußballspiel, bei Schützenfest und Oktoberfest und Frühlingsfest und vielen anderen Anlässen.“ Die Sicherheitskräfte aber müssen vom Betreiber bezahlt werden, der von der Stadt nur eine Pauschale erhält. Offenbar will sich niemand daran die Finger verbrennen.

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Angst vor Übergriffen bei Fußballspielen und Volksfesten: Die Stadt findet keinen Betreiber für die Flüchtlingsunterkunft auf dem Waterlooplatz. Wundert Sie das?

Die Wahl des Standorts geht auf eine Initiative der SPD im Bezirk Mitte zurück, die damit auf dem Höhepunkt der Zuwanderung demonstrieren wollte, dass auch in einem dicht besiedelten Stadtbezirk Platz für Flüchtlinge sei. Die Ratsmehrheit unterstützte den Vorstoß – gegen deutliche Warnungen der Opposition.

Schon vor dem Problem mit der Betreibersuche hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben, vor allem wegen Bauproblemen im aufgeweichten Untergrund. Zunächst war von Mai die Rede, dann von Juni, dann von August, jetzt wird gar kein Datum mehr genannt. Allerdings ist eine Eröffnung in diesem Jahr ohnehin kaum noch zu schaffen: Wenn die Stadt offiziell die Betreibersuche beginnt, lässt die Ausschreibung drei bis vier Wochen Zeit für Bewerbungen. Dann dauert der Entscheidungsprozess in Politik und Verwaltung mehrere Wochen – und wenn dann der Zuschlag erteilt ist, muss der Betreiber Personal suchen, was derzeit sehr schwierig ist. Drei bis vier Monate Vorlaufzeit seien derzeit nicht unüblich, heißt es in der Branche – auch, weil die Stadt hohe Betreuungsstandards anlegt.

Unterkünfte weiter nötig: 4250 Flüchtlinge leben derzeit in städtischen Unterkünften, pro Woche kommen einige Dutzend hinzu – etwa einmal im Monat ist also rechnerisch ein neues Containerdorf nötig. Heute ist die bunte Containeranlage in der Wülferoder Straße 30 am Kronsberg zur Besichtigung von 16 bis 18 Uhr geöffnet, in Kürze sollen dort Flüchtlinge einziehen.

Kita auf dem Waterlooplatz: Am Nordende des Platzes ist die Kita fast fertig, deren Spielbereich aus Lärmschutzgründen von einer hohen Wand umschlossen ist, die durch bunte Fenster Ausblicke gewährt. Zum 1. November ziehen die Kinder ein. Die Kita ist ein Provisorium. Für wie lange, weiß niemand, wahrscheinlich sind mindestens drei Jahre.

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