Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wie geht's weiter mit der TUI-Arena?
Hannover Aus der Stadt Wie geht's weiter mit der TUI-Arena?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 26.05.2013
Von Conrad von Meding
Ohne Eishockey dürfte es leer werden in der TUI Arena. Gibt es einen Neustart mit Eishockey in der Soccio-Hall? Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

 Die Arena an der Expo-Plaza, unter der neuen Geschäftsführung gerade von den roten in die schwarzen Zahlen manövriert, braucht Innovationen, wenn sie im Veranstaltungsgeschäft bestehen will. Firmenevents, Shows, Musicals, Sportereignisse – ein Insider nennt eine Vielzahl von Veranstaltungen, die denkbar sind. „Aber die Betreiber müssen jetzt ernsthaft in die Akquise investieren“, sagt er.

Das Lamentieren über wirtschaftliche Probleme der TUI Arena (egal unter welchem Namen) ist so alt wie die Halle selbst. Tatsächlich hatte der Bauunternehmer Günter Papenburg wohl in der Euphorie der Vor-Expo-Zeit die Nachfrage solch einer Halle überschätzt, hatte aber auch darauf vertraut, dass andere Partner einsteigen – und war alleingelassen worden. Mit seinem Auslastungsproblem in der 14 000 Plätze fassenden Halle indessen steht er nicht allein: Auch in zahlreichen anderen Städten von der Größe Hannovers sind derartige Hallen Zuschussgeschäfte. Meist zahlen die Kommunen drauf, das aber hat Hannover stets kategorisch ausgeschlossen. Dass die Region 2007 auch noch 2,5 Millionen Euro Genussscheineinlagen (vertragsgemäß) zurückgefordert hat, hat Papenburg stark gewurmt.

Inzwischen sehen die Betreiber „den wirtschaftlichen Betrieb ernsthaft gefährdet“. Der Schuldige aus ihrer Sicht: die Messe AG. Die baut in der Nachbarschaft eine Multifunktionshalle für 12 000 Besucher. Damit trete sie „mit der TUI Arena in Wettbewerb“, was „auf größtes Unverständnis“ stoße, ließ Papenburg gestern verlesen. Bei der Messe allerdings weist man darauf hin, dass es sich um eine Mehrzweckmessehalle handele, keine Multifunktionsarena. Wenn man der TUI Arena mit Konzerten Konkurrenz machen wolle, hätte man das schon lange etwa mit Halle 2 machen können. An dem Geschäftsfeld aber gebe es kein Interesse.

Seit zwei Jahren ist der neue Geschäftsführer Peter Heintel im Job, der 47-Jährige hat die Zielmarke von 100 Veranstaltungen im Jahr ausgegeben. Das Ziel wird nun ohne Eishockeyspiele wohl nicht erreicht.

Neustart in der Soccio-Hall?

Ebenso offen wie die sportliche Zukunft der Hannover Scorpions ist die Frage nach deren Spielstätte. Die TUI Arena, in der der Eishockeyklub bisher seine Heimpartien ausgetragen hat, kommt nicht infrage: zu groß und auch viel zu teuer. Der Vertrag mit der Arena GmbH wurde bereits gekündigt. In Hannover und Umgebung gibt es außerdem drei Eishallen, auch wenn Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth noch scherzhaft den Maschsee mit aufzählte. Das Eisstadion am Pferdeturm, die Heimat des großen innerstädtischen Rivalen Indians, scheidet wahrscheinlich ebenso aus wie das Icehouse in Mellendorf. Dort liegen zwar die Wurzeln der Scorpions, dort hat Jochen Haselbacher als Präsident des ESC Wedemark einst das Produkt Hannover Scorpions geschaffen. Doch eine Rückkehr scheint ausgeschlossen. „Ein Umzug in die Wedemark würde der Familie Haselbacher kaum schmecken“, sagte Stichnoth dann auch.

Bleibt die Soccio-Hall in Langenhagen, die 2008 von Scorpions-Legende Len Soccio eröffnet wurde und sich seit 2009 im Insolvenzverfahren befindet. „Es gibt bereits Gespräche“, sagte der Sportdirektor. Günter Papenburg, der bisherige Klubeigner, hat schon vor einigen Wochen Kontakt zur Stadt Langenhagen und dem Insolvenzverwalter aufgenommen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber sie steht wohl unmittelbar bevor – spätestens dann, wenn man sich finanziell geeinigt hat.

gru

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema
Hannover Scorpions Spieler, Trainer und 
Betreuer verlieren den Job - Hannover Scorpions verkaufen ihre DEL-Lizenz

Ein weiterer Schlag für das hannoversche Eishockey ist perfekt: Die Hannover Scorpions steigen freiwillig ab - aus der DEL genannten 1. Liga. Klub-Eigentümer Günter Papenburg ist sich mit den Zweitligist Schwenninger Wild Wings über einen Verkauf der Erstligalizenz einig. 

Jörg Grußendorf 05.06.2013

Der ehemalige Meister verabschiedet sich aus der ersten Liga des Eishockeys. Die Hannover-Scorpions verkaufen ihre Lizenz. Hannover muss damit zukünftig auf Topsport auf dem Eis verzichten. Schade, meint HAZ-Sportchef Heiko Rehberg.

Heiko Rehberg 26.05.2013

Die hannoverschen Fans müssen sich von der DEL verabschieden. Klub-Eigentümer Günter Papenburg ist sich mit den Schwenninger Wild Wings weitgehend über einen Verkauf der Erstligalizenz einig. Bis zum Wochenende sollen die Anwälte die Verträge erarbeiten. Den Scorpions bleibt dann im besten Fall der Gang in die 2. Liga.

Christian Purbs 05.06.2013

Man hatte gedacht, die Sache sei durch. Jetzt aber droht Walther Seinsch, Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, nach einem deftigen Stammtischklopfer Ungemach von den hannoverschen Grünen. Die Gleichstellungsbeauftragte kritisiert seinen "Jungfrauen"-Spruch.

Felix Harbart 24.05.2013

Die Innenminister beenden ihre Beratungen in Hannover und auf der Expo-Plaza wird es am Abend voll und laut: Das sind die Themen, die in Hannover heute wichtig sind.

24.05.2013

Im Streit um den Vorwurf der Spitzelei, den die CDU gegenüber der SPD erhoben hat, mahnen Hannovers Parteien nun zur Mäßigung. Allen voran Lothar Schlieckau, Oberbürgermeisterkandidat der Grünen. „Ich rufe SPD und CDU auf, zu einer fairen Auseinandersetzung zurückzukehren“, sagt er.

Andreas Schinkel 19.08.2013
Anzeige