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Wie kommt der Strom ins Auto?

Advertorial Wie kommt der Strom ins Auto?

Tag 3 beim großen E-Auto-Test mit Familie Wierse: Unsere Autotester laden ihren e-Golf diesmal zu Hause an der Badezimmersteckdose auf. 

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Leitungsfunktion: Barbara und Ralf Wierse tanken ihren elektrischen Testwagen mit Strom aus dem Badezimmer – in der Dose steckt sonst die Zahnbürste. 

Quelle: Meding

Hannover. Wer ein spritfressendes Auto hat, fährt zur Tankstelle, wenn der Tank sich leert. Wer ein e-Auto hat, will das Aufladen am liebsten während der Standzeiten erledigen, zum Beispiel nachts. Für viele Stadtbewohner aber ist das ein Problem.

Unsere Testfamilie Wierse aus Pattensen-Reden, die eine Woche lang einen e-Golf auf Alltagstauglichkeit prüft, hat es da gut. Sie wohnt auf einem umgebauten Bauernhof. Der Wagen steht auf dem Hof und wird nachts aufgeladen: Ingenieur Ralf Wierse hat das Ladekabel einfach durchs Badezimmerfenster im Erdgeschoss gezogen und an die Steckdose angeschlossen, an der sonst die elektrischen Zahnbürsten geladen werden.

Wer eine eigene Garage hat und ein e-Auto fährt, der kann sich dort auch einen stärkeren Stromanschluss fest installieren und damit noch schneller laden. Aber was machen die Hunderttausenden Stadtbewohner, die in Mehrfamilienhäusern leben und den Wagen am Straßenrand parken?

Ein Hausanschluss unterwegs

In Berlin hat die Firma Ubitricity damit begonnen, Straßenlaternen mit Steckdosen auszustatten. Wer ein e-Auto fährt, kann sich dort mit einem speziell codierten Ladekabel Strom besorgen. Das Ladekabel schaltet den Energiefluss frei, sodass niemand anderes Strom abzweigen kann, und hat zugleich einen eingebauten Stromzähler: Der Nutzer rechnet also direkt mit dem Energieversorger ab, als ob es sich um einen Hausanschluss handeln würde. Das System funktioniert in Berlin, weil dort 24 Stunden am Tag Spannung in den Straßenlaternen vorhanden ist.

In Hannover und vielen anderen Städten ist solch ein Laternenladen derzeit unmöglich. Die Stadtwerke schalten den Strom für Straßenlaternen mit einem zentralen Sensor bei Dämmerung abends ein und morgens wieder aus. Deshalb ist tagsüber kein Strom in den Masten abrufbar (was ja auch der Grund dafür ist, dass die neue Schranke am Zoo auch ein halbes Jahr nach Installation immer noch nicht funktioniert). „Das hannoversche System der Laternenschaltung ist historisch so gewachsen“, sagt Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen: „Die Stadtwerke haben es von der Stadt Hannover so übernommen.“

Gelingt Hannover die Lösung?

Vieles deutet aber darauf hin, dass es Änderungen geben könnte. Im Auftrag der Stadt arbeitet die Stadtwerke-Tochter Enercity-Contracting an einem „Umsetzungskonzept für e-Mobilität in Hannover“, auch der Verein der Kommunen in der Metropolregion ist daran beteiligt. Bis Jahresende soll ein Bündel von umsetzbaren Vorschlägen entwickelt sein, das den Gremien vorgelegt und dort beraten und beschlossen werden kann. „Dabei wird natürlich auch die Frage des Ladens am Straßenrand eine Rolle spielen“, sagt Kallen. Ob und wie es dazu Lösungen gibt, das sei noch offen: „Das bis zum Jahresende zu prüfen ist ja genau der Sinn des Umsetzungskonzepts.“

Tag 3: Die Kapazität reicht aus

Etwa 50 Kilometer: So weit ist der tägliche Weg von HAZ-Testfahrer Ralf Wierse zur Arbeit in Celle. Der 47-jährige Ingenieur arbeitet dort bei der Firma One Subsea, die etwa spezielle Technik für die Erdölbranche und Bohrplattformen auf See entwickelt. Am gestrigen Montag nutzte er den e-Golf erstmals für den Weg zur Arbeit. Sein Fazit: „Es gab keine Probleme.“

Über Nacht hatte er den Wagen an der Zahnbürstensteckdose im Badezimmer mit einem langen Kabel aufgeladen. Bei 230 Volt und einem Maximalstrom von zehn Ampere (also: 2,3 kW) dauert die Vollladung bis zu 15 Stunden. Tatsächlich zeigte das Display im Testwagen am Morgen die Reichweite von gut 270 Kilometern an.

Nach 50 Kilometern Fahrt zeigte das Display aber nur noch 170 Kilometer Reichweite an – es war also Batteriekapazität für theoretische 100 Kilometer verbraucht, obwohl nur 50 Kilometer gefahren wurden.

Geübte e-Auto-Fahrer wissen: Mit der Fahrweise kann man viel Kapazität sparen. Ruhiges Anfahren, frühes Entschleunigen vor Ampeln und die sogenannte Segelfahrt (das Auto gleitet fast ohne Energieverbrauch) tragen dazu bei, dass die Ladung für weitere Strecken reicht. Diese Umstellung des Fahrverhaltens dauert aber eine längere Zeit, und selbst VW räumt ein, dass auch langjährige e-Mobilisten die offiziell ausgewiesenen Distanzen im Alltagsbetrieb nie erreichen. Ingenieur Wierse nimmt es entspannt. 170 Kilometer Restfahrdistanz? „Damit komme ich ja auch wieder zurück“, sagt er.

Hier finden Sie alle Berichte zu unserer Testwoche.

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