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„Wildwestmanier“ bei Papenburg in Misburg?

Vorwürfe von Naturschützern „Wildwestmanier“ bei Papenburg in Misburg?

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) wirft der Unternehmensgruppe Papenburg vor, in Misburg einen Lebensraum der geschützten Zauneidechsen zerstört zu haben.

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Am Lohfeld haben Planierraupen sichtbare Spuren hinterlassen.

Quelle: Bund

Hannover. „Das Areal ist laut Bebauungsplan als Fläche für den Artenschutz festgesetzt“, sagt Georg Wilhelm, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Hannover. In diesem Zusammenhang kritisiert er heftig das Agieren der Stadt Hannover: „Der Vorgang reiht sich ein in eine ganze Kette von Naturzerstörungen, mit der das Unternehmen unerlaubt seine Betriebsflächen vergrößert hat. Diese Praktiken werden geduldet und damit letztlich unterstützt.“

Der jüngste Fall betrifft das Lohfeld, einen ehemaligen Steinbruch östlich des Lohwegs und nördlich der Bahnstrecke. Dort stünden die Randbereiche unter Naturschutz. „Im Osten ist der komplette Naturschutzstreifen mit Bodenmaterial überschüttet und planiert worden“, erklärt Wilhelm. Falls dort noch Zauneidechsen vorkamen, sei davon auszugehen, dass sie getötet wurden.

Nach Einschätzung der Naturschützer steckt hinter dem Vorgehen von Papenburg Methode; sie sprechen von Wildwestmanier. In einem Schreiben, das der Stadt, der Region, der Gewerbeaufsicht und den Fraktionen im Rat und im Bezirksrat Misburg-Anderten zugegangen ist, listen sie insgesamt sechs Vorgänge auf, in denen ihrer Ansicht nach seit 1998 Verstöße gegen Bau-, Naturschutz- oder Waldrecht geduldet worden seien. Sie betreffen die ehemalige Kleingartenanlage Jerusalem, die Mergelgrube Germania, Gehölze an den Böschungen des früheren Werkshafens, zwei Wäldchen sowie zuletzt das Lohfeld.

„Weder die Landeshauptstadt noch das Gewerbeaufsichtsamt sind bisher wirksam gegen die rechtswidrigen Gewerbeflächen-Erweiterungen vorgegangen“, heißt es in dem Schreiben. Die Praxis, handstreichartig mit Naturzerstörungen Fakten zu schaffen, werde belohnt, indem die Umnutzung geduldet oder nachträglich legalisiert werde. Dies bedeute auch eine Bevorzugung von Papenburg gegenüber anderen Unternehmen oder Bürgern. Der Bund fordert von der Stadt, zerstörte Schutzräume wiederherstellen zu lassen oder mindestens Kompensationsflächen auszuweisen. Außerdem solle die Stadt notfalls Bußgelder verhängen.

„Die Stadtverwaltung wird über den Außendienst unverzüglich den Sachverhalt klären“, teilte Stadt-Sprecher Dennis Dix mit. Sollte die Fläche im Lohfeld nicht in der zulässigen Weise genutzt werden, werde man ein Ordnungsverfahren einleiten. Die Vorwürfe der Untätigkeit und Bevorzugung weist die Stadt zurück. In zwei der weiteren fünf vom Bund monierten Fälle liefen Bauleitplanungen, in einem dritten seien ein Baustopp verhängt und Bauanträge angefordert worden. Für einen ohne Genehmigung errichteten Parkplatz habe man eine Nutzungsuntersagung verhängt, das weitere Verfahren laufe noch. Zwei weitere Verfahren wegen Eingriffen in den Baumbestand habe die zuständige Region eingeleitet.

Von der Unternehmensgruppe Papenburg war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten.

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