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Rowohlt statt Obama

Wilhelm-Busch-Museum Rowohlt statt Obama

Wenn Zeichner Rudi Hurzlmeier und Verleger Gerd Haffmans sich zu einem Künstlergespräch treffen und nicht über sich, sondern über eine dritte Person sprechen – dann kann es nur um einen gehen: Harry Rowohlt, viel zu früh verstorbener Wortschöpfer und Übersetzer, Dichter und Schauspieler.

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Rowohlt-Freunde: Gerd Haffmans (l.) und Rudi Hurzlmeier.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Während sich Herrenhausen am Sonntagmittag für Obama schick macht, wird im unteren Saal des Wilhelm-Busch-Museums geschmunzelt, gelacht und ein bisschen wehmütig den Anekdoten der beiden da vorn gelauscht. Denn sie waren nicht nur Arbeitskollegen, die im Trio Zeichner – Dichter – Verleger eine Reihe von sehr lustigen Tierbüchern produzierten. Sie waren Freunde. Deshalb ist das Bild, das Haffmans und Hurzlmeier – inmitten der laufenden Ausstellung – zeichnen, ein zutiefst subjektives - wie schön!

Haffmans betont die unglaubliche Fähigkeit Rowohlts, Reden ohne Manuskript druckreif halten zu können und bietet ein paar Kostproben. Wenn auch ohne die markante Stimme des Rauschebarts: „Harry“, sagt Haffmans, „hatte eine Akustik wie ein Fass.“ Mit Wonne habe sich der Dichter über deutsche Wörter wie Münzfernsprecher hergemacht und ohnehin die deutsche Sprache vor vermeintlich beliebteren verteidigt: „Im Gegensatz zu Englisch ist Deutsch eine poetische, aber trotzdem präzise Sprache, die sich lediglich die falschen Völker ausgesucht hat. Hauptsächlich das deutsche.“

Hurzlmeier spricht nicht so viel, er zeigt seine Zeichnungen auf einer Leinwand - und liest dazu in seiner nuscheligen Art die schönen Zweizeiler, die Rowohlt dazu gedichtet hat. Allen voran diesen: „Nur gut, dass neuerdings die Raben so schöne Cowboystiefel haben.“ Das habe ihn restlos überzeugt, als die beiden zusammenfanden - zunächst für das erste Buch „Happy Birds-Day“ und dann noch für ganz viele andere.

Viel Applaus im gut besuchten Museum.

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