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Wintervarieté zeigt "Karussell"

GOP Wintervarieté zeigt "Karussell"

In der Orangerie in Hannover zeigt das GOP ab Sonnabend sein neues Wintervarieté. Besucher dürfen sich auf die Produktion "Karussell" von GOP und Vague de Cirque freuen. Die Show ist noch bis zum 17. Januar zu Gast in Hannover.

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Ganz hohe Schule: Im „Karussell“ springen menschliche Hunde durch Reifen. Das ist mal was anderes.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Die Orangerie in Herrenhausen ist kein einfacher Raum. Lang und schmal und eigentlich leer. Durch die hineingestellten Tribünen hat man aber die Möglichkeit, den Raum zu verändern. Genau das haben sich die Macher vom GOP für ihr diesjähriges Wintervarieté zunutze gemacht. Denn die Bühne steht nicht am Ende des Raums, sondern in der Mitte. Was den Zuschauern vor und eben auch hinter dem Geschehen schon bei den Voraufführungen von „Karussell“ das Gefühl gab, noch näher dran zu sein. Und gestern Abend zur Gala-Premiere, bei der unter anderem OB Stefan Schostok, Regionspräsident Hauke Jagau, die Trainerfreunde Mirko Slomka und Dieter Hecking, Landesbischof Ralf Meister und Musiker Jens Eckhoff auf der Gästeliste standen. Einige sollen sogar ebenerdig direkt daran sitzen. Mittendrin. Oder mittendrauf auf diesem Karussell. Ein echtes gibt es in der Orangerie nicht. Aber rund geht es trotzdem.

Die Artisten kommen aus dem französischen Teil von Kanada, aus Quebec, wo unter anderem auch der Cirque du Soleil zu Hause ist. Doch diese Truppe vom ­Vague de Cirque, die GOP-Chef Werner Buss vor Ort entdeckte, hat mit dem kühlen Perfektionismus des Cirque du Soleil nicht viel zu tun. Wilde Typen mit großen Tattoos, langen Bärten oder imposanten Dreadlocks. Manch einer scheint ein bisschen aus der Sportlerfigur herausgewachsen, was bei Balletteinlagen in Opas Turndress nicht gerade grazil wirkt. So weit der Eindruck in dieser Generalprobe - die Premiere lief bei Druck dieser Ausgabe noch.

Wilde Typen mit großen Tattoos, langen Bärten oder imposanten Dreadlocks - die Kraftpakete vom "Karussell" offenbaren sich als elegante Kletterer und fulminante Springer. 

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Doch wenn sie richtig loslegen, offenbaren sie sich als Kraftpakete, elegante Kletterer oder fulminante Springer. Der russische Barren beispielsweise ist eine Nummer der ganz hohen Schule. Zwei Männer schultern eine meterlange, elastische Stange und schleudern einen Kollegen in die Höhe, der nach Salto oder Schraubensalto wieder auf dem wenige Zentimeter breiten Gerät landet. Da kommt wirklich Spannung auf links und rechts der biegsamen Darbietung. Doch die löst sich immer wieder, wofür im Wesentlichen Philippe Trépanier zuständig ist, der Oberclown der Riege. Vor ihm ist niemand sicher, auf der Bühne nicht (wie bei einem wirklich lustigen Zeitlupenduell zu sehen), und auch nicht abseits. Dass die Tribünenkonstruktion die Publikumstoiletten nun quasi an den Bühnenrand rückt, nutzt der massige Komiker gern für einen kleinen Kommentar. Sein immer wiederkehrendes „Professionell!“ ist da noch die gediegenste Variante. Da muss man schon mal tapfer sein.

Doch die Albernheit, mit der diese schräge Meute nicht nur sich, sondern auch den ganzen Zirkusbetrieb hochnimmt (hier springen nicht Tiere durch Reifen, sondern menschliche „Hunde“), gibt ihr Freiheit. Zu noch mehr Albernheit und ihrem wohl organisierten Chaos. Man hat ständig das Gefühl, sie könnten sich das jetzt gerade ausgedacht haben.

Doch dann wirbeln sie wieder die Keulen durch die Luft, fünf Mann, quer durcheinander, huckepack, wenn’s sein muss. Halsbrecherisches gibt es am Vertikalseil oder am Trapez. Abschließend zeigt Gabriel Drouin einen ebenso temporeichen wie eleganten Tanz mit dem Cyr, einer Art halbem Rhönrad. Nach 90 Minuten stoppt das Karussell. Viel Applaus.

Bis zum 17. Januar. Infos und Tickets unter Online und unter Telefon (05 11) 30 18 67 10.

Von Uwe Janssen und Rüdiger Meise

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