Monika Schilling begab sich am Donnerstag wieder aufs Eis. Zweimal testete die Leiterin der Johanna-Friesen-Schule den Zustand ihres Schulhofs und entschied dann, dass sie die Schüler in der großen Pause nicht auf diese vereiste Huckelpiste lassen will. „Die Kinder finden es natürlich furchtbar, Tag für Tag drinnen zu sitzen. Aber ich habe Angst, dass sie sich verletzen.“
Morgens hatte Schilling selbst die Wege mit Sand gestreut, denn der Hausmeister ist seit Donnerstag krank. Aber die Stadt schickte Aushilfen, die zumindest den Weg zur Turnhalle frei räumten und jetzt nach und nach auch den Hof vom Eis befreien sollen. Die Kinder können das trotz Nässe und Matsch kaum erwarten. „Da kann man Fußball, Fangen und Verstecken spielen“, hofft ein Zweitklässler. Doch die Hausmeister könnten nicht alle großen Schulhöfe räumen, schränkt die Stadtverwaltung ein. Allein an den 56 Grundschulen sind 25 Höfe völlig oder zum Teil gesperrt.
Auch an den Straßenrändern türmen sich die letzten Schneereste, große Pfützen bildeten sich am Donnerstag in der Innenstadt. Doch das große Schlittern blieb zumindest in der City aus. Hier hatte der Räumdienst von aha gewissenhaft seinen Dienst versehen. Anders sah es in den Stadtteilen aus, wo der Schneematsch auf den vereisten Fußwegen und Fahrbahnen für eine ganz neue Qualität der Glätte sorgte.
Die Rutschpartie auf den Straßen schlug sich auch in der Zahl der Verkehrsunfälle nieder. Allein im Berufsverkehr nahm die Polizei zwischen fünf und acht Uhr in Stadt und Umland 27 Unfälle auf. Im Laufe des Nachmittags erhöhte sich die Zahl auf 102. „Es handelt sich fast ausschließlich um Blechschäden. Nur in wenigen Fällen wurden Personen leicht verletzt“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe.
„Wir haben nach dem Schneefall am Donnerstag ab 3 Uhr mit 150 Leuten zuerst die großen Hauptverkehrsstraßen und Straßen, die zu Krankenhäusern, Schulen und Altenheimen führen, mit Sand, Splitt und Salz gestreut“, sagt aha-Sprecher Stefan Altmeyer. Ab 7.30 Uhr seien dann weitere 130 aha-Mitarbeiter hinzugekommen, um in der Innenstadt Bürgersteige, Fußgängerzonen, Treppen und Rampen freizuräumen. Warum viele Bürgersteige dennoch nicht geräumt worden seien, kann sich Altmeyer nur dadurch erklären, dass viele Hausbesitzer ihren Pflichten schlicht nicht nachkämen. „Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist das keine leichte Zeit“, gibt der aha-Sprecher zu. Deshalb blieben der schon vor Wochen gestreute Splitt und Sand, aber auch die Reste des Feuerwerks der Silvesternacht, vorerst überall liegen, solange absehbar sei, dass es kalt bleibt. „Das große Aufräumen kommt erst nach Schnee und Eis“, kündigt Altmeyer an.
Unterdessen rückt die ersehnte Maschseeparty wieder in die Ferne. Am Donnerstag maßen die Mitarbeiter der Stadt eine sieben Zentimeter dicke Eisschicht. Damit hat das Eis seit Mittwoch keinen einzigen Zentimeter zugenommen. Damit der zugefrorene Maschsee freigegeben werden kann, ist eine 13 Zentimeter dicke Schicht erforderlich.
Doch nicht nur Schlittschuhläufer kommen — zumindest auf dem Maschsee – nicht zum Zuge, auch Langstreckenläufer müssen Zugeständnisse machen. Weil die Strecke für den Silberseelauf, der am kommenden Sonntag die Laufsaison der Region einläuten sollte, stark vereist und verkrustet ist, haben ihn die Veranstalter abgesagt: Der Zustand der Strecke lasse keine Durchführung der Wettkämpfe zu, heißt es.
Bärbel Hilbig, Veronika Thomas und Vivien-Marie Drews
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Kommentare
Widerspruch Blindfischbekämpfer – 29.01.10
Und wieder versucht der AHA-Mensch den Eindruck zu erwecken, das AHA alles tue gegen die Folgen des Winterwetters nur die pösen Hauseigentümer/-besitzer sorgen für die Probleme der Mobilitätseingeschränkten.So ein Schmarren!
Der Winterräumdient von AHA ist genauso mangelhaft wie der der Privaten; und die Üstra hat es bis heute nicht geschafft, dass man in Wettbergen an einigen Bushaltestellen weder gefahrlos aus- noch einsteigen kann.