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Tausende feiern HAZ-Fest zur Einschulung

"Aktion Sicherer Schulweg" Tausende feiern HAZ-Fest zur Einschulung

Musik, Crashtests und Fahrradsimulatoren: Zur Einschulung ging es bei der HAZ-Aktion „Sicherer Schulweg“ um Tipps für das richtige Verhalten auf dem Schulweg. Im HAZ-Interview nimmt Polizeipräsident Kluwe die Eltern in die Pflicht. 

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Die Polizei zeigt den Besuchern, dass ein Polizeipferd auch in schwierigen Situationen die Ruhe behalten muss.

Quelle: Thomas

Hannover. Sofia hat kürzlich ein paar Frontzähne eingebüßt. „Ein Unfall“, gesteht sie dem Liedermacher Volker Rosin, der sie auf die Bühne geholt hat. Insofern passt Sofia zahnlos – es waren nur die Milchzähne – zum Programm, schließlich geht es bei dem Fest zur HAZ-Aktion „Sicherer Schulweg“ ja auch um Prävention und die Vermeidung von Unfällen aller Art.

Das Wetter lässt ein wenig zu wünschen übrig, dennoch sind im Laufe des Sonntages Tausende Besucher auf die Festwiese gekommen, um sich zu informieren, Trampolin zu springen, Hüpfburgen zu erobern, Fahrrad-Crash-Tests der Dekra zu verfolgen oder textsicher Liedermacher Rosin auf der Bühne zu begleiten. Diese gehört zunächst aber den Veranstaltern und Unterstützern, bei denen sich HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt ausdrücklich bedankt. „Seit 17 Jahren schon arbeiten wir hier gemeinsam an der Verkehrserziehung.“

Die Zahl der Unfälle mit Kindern sei im vergangenen Jahr zwar leicht gestiegen, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe. Doch zahle sich die Prävention aus. Rund 1500 Veranstaltungen in Kitas und Schulen hätten bewirkt, dass schlimme Vorkommnisse auf dem Weg zur Schule seltener geworden sind. Oberbürgermeister Stefan Schostok legt den Familien die Stadtteilpläne ans Herz, an Hand derer sich alle Erstklässler im Stadtgebiet orientieren können. „Eltern müssen bei der Verkehrerziehung mithelfen“, betont Schostok. Er selbst habe seinen Schulweg am zweiten Tag alleine bewältigen müssen. „Die 375 Meter kamen mir elendig lang vor.“

Beim HAZ-Fest zur Einschulung ist die Wiese neben dem Neuen Rathaus zum Treffpunkt von Erstklässlern, Vorschulkindern und ihren Freunden und Familien geworden. 

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Eher für die Schulwegbeförderung zuständig ist die Region, wie die Michaela Michalowitz erklärt. „Aber auch die Wege zur weiterführenden Schule müssen geübt werden.“ Die Mädchen und Jungen sollen lernen, nicht zu drängeln und beim Ein- und Aussteigen Rücksicht zu nehmen. „Aber auch die Busfahrer sind angehalten, die Haltestellen nicht zu schwungvoll anzufahren, wenn dort ein Pulk von Schülern steht“, betont Michalowitz. 

Fritz Henze von der Verkehrswacht appelliert eindringlich an die Eltern. „Die Erwachsenen müssen mitmachen und sich vor den Schulen unbedingt an die Verkehrsregeln halten.“ Das kann Max nur bekräftigen. Der Schüler steht mit seiner interkulturellen Lotsengruppe regelmäßig an prekären Überwegen, um Erstklässler sicher in die Grundschule zu geleiten. „Wenn ein Auto kommt, das am Überweg nicht bremsen will, fahren wir unsere Kellen aus und machen uns auf der Straße breit“, sagt Max. Leider gehe die Zahl derjenigen, die Lotsen sein wollen, im Stadtgebiet stark zurück. „Man muss schon mindestens eine halbe Stunde früher aufstehen“, verraten die jungen Helfer. Dazu hätte wohl kaum jemand mehr Lust.

In der betriebseigenen Kita Bulligarten bei VWN bauen schon die Krabbler vor. „Auf der Indoorspielfläche gibt es Zebrastreifen, da wird mit dem Puppenwagen geübt“, sagt Jana Krischker. Ulf Mattern vom GVH setzt auf Sicherheit in Bussen und Bahnen, und Roland Tunsch (Gemeindeunfallversicherung) findet, dass viele Eltern ihre Kinder viel zu früh mit dem Rad losschicken. „Kleine Füße, sicherer Schulweg“, lautete seine Devise: „Laufen ist definitiv besser als jedes Elterntaxi.“ Das steht an diesem Tag ohnehin nur für den Heimweg zu Verfügung – von einem gelungenen Festtag, der für viele Erstklässler der vorerst letzte ohne Schulalltag ist.

Von Susanna Bauch und Michael Thomas

Weniger Kinder verunglücken auf dem Weg zur Schule

Herr Kluwe, wie viele Unfälle mit Kindern hat es in der Region 2014 gegeben?
An 500 Unfällen sind Kinder beteiligt gewesen, bei 435 Vorfällen wurden Kinder verletzt, 28 schwer. Und es gab vier Unfälle mit Todesfolge, die alle im Umland passiert sind.

Gibt es unterschiedliche Zahlen für die Stadt Hannover und das Umland?
In Hannover ist die Gesamtzahl von Unfällen mit Kindern rückläufig, im Umland indes ist sie leicht gestiegen, sodass die Gesamtzahl im Vergleich zu 2013 etwas höher ausfällt.

Wie sind die Mädchen und Jungen im Stadtgebiet verunglückt?
Ein Drittel der Kinder sind als Fußgänger unterwegs gewesen, ein Drittel als Radfahrer und schließlich ein weiteres Drittel als Mitfahrer in einem Auto. Übrigens waren von den 500 Unfällen bei 170 Vorkommnissen die Kinder selber unaufmerksam, in allen anderen Fällen waren Auto- oder Radfahrer die Verursacher. Eine erfreuliche Entwicklung ist zudem, dass 2014 knapp 30 Kinder weniger auf dem Weg zur Schule verunglückt sind als noch im Jahr zuvor.

Sind die Erstklässler also gut genug vorbereitet auf ihren Schulweg?
Wir haben vor allem in den letzten Jahren sehr viel Präventionsarbeit geleistet, und auch Elternhäuser und Kindergärten üben mit den Mädchen und Jungen das Verhalten im Verkehr. Wir gehen an Schulen und in Kindertagesstätten, aber auch zu Elternabenden. Denn die Eltern müssen Vorbild sein. Oft stellen meine Kollegen bei Kontrollen vor Schulen fest, dass Kinder nicht ordentlich angeschnallt sind oder nicht in den richtigen Sitzen transportiert werden. Außerdem gibt es nach wie vor Probleme, wenn Eltern den Nachwuchs mit dem Auto zur Schule bringen und etwa auf der falschen Straßenseite oder in zweiter Reihe halten.

Reicht die Prävention zum Schulstart für die Erstklässler aus?
Das Programm für Schulanfänger ist sehr umfangreich, sie sind sensibilisiert für ihre neue Aufgabe. Allerdings sind seit etwa zwei Jahren die sogenannten Schulwechsler stärker im Fokus der Prävention. Wenn Jungen und Mädchen auf die weiterführenden Schulen gehen und dann zum Beispiel öfter mit Bus und Bahn unterwegs sind, hat das bis vor ein paar Jahren in dieser Altersgruppe zu mehr Unfällen geführt. Mir der Fahrradprüfung am Ende der vierten Klasse sind auch längst nicht alle Kinder sattelfest im Verkehr. Seit wir hier gezielt informieren, sind die Unfallzahlen deutlich zurückgegangen.

Welches sind die klassischen Gefahrensituationen für Kinder im Straßenverkehr?
Die sogenannten Abbiegeunfälle mit dem Fahrrad sind nach wie vor kritisch, wenn die Kinder im „toten Winkel“ nicht rechtzeitig gesehen werden. Grundsätzlich gilt: Kinder sind nicht berechenbar, die anderen Verkehrsteilnehmer müssen besondere Rücksicht nehmen. Unser Ziel wäre natürlich, die Zahl der Unfälle gen Null zu steuern. Da aber jedes Jahr eine neue Generation an Grund- und auch Umschülern auf den Straßen unterwegs ist, wird auch die umfangreiche Präventionsarbeit kaum weniger werden.

Wer sollte diese Präventionsarbeit noch unterstützen?
Die Schülerlotsen machen das bereits, allerdings werden es immer weniger Freiwillige. Und die Eltern sind immer in der Pflicht, mit ihren Kindern zu üben – und ein Vorbild im Verkehr zu sein.

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