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Aus der Stadt Wird aus Hannover Tourismus Service und Freundeskreis bald ein Verein?
Hannover Aus der Stadt Wird aus Hannover Tourismus Service und Freundeskreis bald ein Verein?
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22:37 31.10.2010
Von Stefanie Kaune
Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

Herr Richter, im 25. Jahr seines Bestehens hat das Maschseefest diesen Sommer mit 2,35 Millionen Besuchern einen neuen Rekord erzielt. Als Vorsitzender des Veranstalters Hannover Tourismus Service (HTS) haben Sie aber bereits bei der Bilanz Mitte August gesagt, dass der Verein genau dieses Erfolgskind 2011 an die Hannover Tourismus Gesellschaft (HMTG) abgeben will. Warum?

Richter: Gerade weil das Fest so erfolgreich und so groß geworden ist, nachdem wir im HTS 2007 eine Neukonzeption angestoßen hatten. Es ging darum, wegzukommen vom „Ballermann-Charakter“ am Nordufer und wieder eine Veranstaltung für Familien und ein bürgerliches Publikum zu machen. Die Vielfalt des Programms und die Qualität sind seitdem kontinuierlich gesteigert worden, auch immer mehr Besucher von außerhalb der Region sind gekommen. Der HTS ist aber ein Verein, der ehrenamtlich organisiert ist und mit diesen Strukturen den gewollten weiteren Ausbau nicht mehr leisten kann. Um das Maschseefest unter den führenden Familienfesten Norddeutschlands zu etablieren, müssen wir eine Struktur schaffen, in der es im Prinzip 365 Tage im Jahr eine Zuständigkeit dafür gibt. Das kann eine zu gründende Tochtergesellschaft der HMTG leisten.

Doch wenn der HTS das Maschseefest abgibt – was bleibt ihm dann noch? Feuerwerkswettbewerb, Rathaus- auffahrten und Stadtrundgänge sind nach der Reform des Tourismuswesens 2007 ja schon an die HMTG gegangen.

Richter: Eben darum scheint es sinnvoll, dass jetzt auch das Maschseefest dort verankert wird. Und was den HTS betrifft: Es ist wahnsinnig schwer, ihn in der jetzigen Form zu erhalten. Wir müssen uns vielmehr fragen, wie können wir den Verein wieder neu beleben – und damit auch die rund 130-jährige Tradition des Verkehrsvereins erhalten, des HTS-Vorgängers. Da sind wir auf den Gedanken gekommen, dass es mit dem Freundeskreis Hannover ja einen weiteren Verein gibt, in dem sich Menschen zusammengeschlossen haben, die ein Interesse am Wohl ihrer Stadt und der Region haben. Und warum sollte man nicht in Zukunft einen gemeinsamen Weg gehen und sich zusammenschließen?

Cericius: Als der HTS-Vereinsvorstand mit dieser Idee auf unseren Vorstand zugekommen ist, fanden wir das gleich sehr charmant. Es ist doch ein schöner Gedanke, dass wir künftig eine gemeinsame Plattform für alle Bürger haben, die sich für die Entwicklungen in ihrer Stadt interessieren und sich selbst in Prozesse einbringen können. Zu diesem Zweck ist der Freundeskreis vor rund 20 Jahren gegründet worden. Es sollte ein gemeinnütziges Gebilde sein, das als Forum für die verschiedensten Bereiche vom Sozialen übers Kulturelle bis zum Politischen dient, ohne selbst politisch gebunden zu sein. Und natürlich haben wir auch ein aktives Vereinsleben. Wir organisieren über 20 Veranstaltungen im Jahr, vom Vortrag bis zur Betriebsführung.

Mit Standortwerbung und Tourismus­förderung, für die traditionell der HTS steht, haben Sie aber bisher nichts zu tun.

Cericius: Das haben wir bei der Vereinsgründung bewusst herausgehalten. Wir sind ja, wie gesagt, gemeinnützig und nicht auf eine Geschäftstätigkeit ausgerichtet wie der HTS zuletzt noch mit dem Maschseefest. Die genaue Form eines Zusammengehens beider Vereine muss noch gründlich rechtlich geprüft werden. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, von der Auflösung des HTS bis zur Verschmelzung der Vereine. Klar ist aber: Unsere Gemeinnützigkeit darf nicht berührt werden. Darüberhinaus sehe ich genug „Klebstoff“ zwischen den Mitgliedern beider Vereine – und das ist die besondere Zuneigung zum Raum, in dem sie alle leben. Dafür spricht auch, dass es derzeit etwa 150 Doppelmitgliedschaften in beiden Vereinen gibt.

Doch könnte bei den HTS-Mitgliedern nicht das Gefühl aufkommen, sie würden von einem anderen Verein „geschluckt“?

Richter: Darum geht es doch überhaupt nicht. Das Engagement der HTS-Mitglieder geht nicht verloren, wenn sie es künftig woanders einbringen. Ich bin mir auch sicher, dass unser Verein nicht nur durch das Interesse zusammengehalten wird, für den Mitgliedsbeitrag etwa Freikarten für den Feuerwerkswettbewerb zu bekommen.

Cericius: Ich denke auch, dass es bei einer Vereinsmitgliedschaft nicht um materielle Interessen gehen kann. Zudem gewinnen durch einen Zusammenschluss beide Seiten – indem die größte Interessengruppe für Hannover entsteht, die es je gegeben hat. Wir bieten den Bürgern die Möglichkeit, gehört zu werden, zum Beispiel haben wir den Stadtdialog „City 2020“ intensiv begleitet. Das wird im Rathaus auch ausdrücklich gewünscht – und das nicht nur, weil Oberbürgermeister Stephan Weil Mitglied bei uns ist. Durch unsere Geschäftsstelle an der Goseriede haben wir auch eine ständige Anlaufstelle.

Denken Sie, dass Ihre Mitglieder Ihren Argumenten jeweils folgen können?

Richter: Es geht ja nichts ohne unsere Mitglieder. Der erste Schritt wäre ein positives Votum bei der Mitgliederversammlung am 8. November, und ich bin zuversichtlich, dass sie unseren Vorschlag mittragen. Ich bin mir sicher, dass sie erkennen, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung getroffen haben.

Cericius: ... nämlich den gemeinsamen Weg zu suchen.

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