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Wird die Schleuse zum Stromspeicher?

Anderten Wird die Schleuse zum Stromspeicher?

Rund 17.000 Schiffe passieren Jahr für Jahr die Schleuse in Anderten. Und wenn sich Gedankenspiele einiger Wissenschaftler umsetzen lassen, könnte die Wasserstraße bald noch eine zweite Karriere machen: als Stromspeicher.

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„Sie hat energetisches Potenzial“: Die Schleuse in Anderten.

Quelle: Zgoll

Hannover . „An Deutschlands Kanälen gibt es ein beträchtliches Potenzial, Strom zu speichern“, sagt Prof. Thomas Schomerus. Ein Team um den Energierechtler von der Lüneburger Leuphana-Universität hat jetzt die juristischen, technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten dazu ausgelotet.

Anlass dazu bot die Energiewende, die verstärkt auf Wind- und Sonnenenergie setzt. Diese Quellen speisen je nach Wetter in bestimmten Zeiten schon jetzt zu viel Strom in die Netze ein. Schleusen könnten den Überschuss speichern und in Zeiten starker Nachfrage wieder abgeben: „Bei Stromüberschuss im Netz könnte man das Wasser nach oben pumpen, um es später bei Bedarf wieder hinunterfließen zu lassen“, sagt Schomerus. Dabei ließe sich über Turbinen Strom erzeugen. Anlagen wie die Anderter Schleuse, deren Fallhöhe bei 14,70 Meter liegt, würden dabei gewissermaßen zu riesigen Akkus auf Wasserbasis.

Energie für 670 Haushalte

In einer Rangliste haben Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich jetzt aufgeführt, welche Schleusen in Deutschland aus ihrer Sicht besonders gut als Stromspeicher geeignet sind – Anderten kommt dabei immerhin auf Platz drei, nach Anlagen bei Lüneburg und Uelzen. „Was das energetische Potenzial anbelangt, zählt Anderten zu den besseren Standorten“, sagt der Jülicher Energiewissenschaftler Peter Stenzel. Immerhin zehn Megawattstunden ließen sich dort speichern. „Mit einer entsprechenden Turbine ließe sich binnen einer Stunde die Energiemenge gewinnen, die 670 Haushalte an einem Tag benötigen“, sagt Stenzel.

Allerdings haben die Forscher bislang nicht untersucht, inwieweit die einzelnen Anlagen auch baulich zu Stromspeichern taugen: Der Einbau großer Turbinen ist aufwendig und teuer; teils bieten die Gebäude an den Schleusen gar keinen Platz für weitere Anlagen.

Was Anderten anbelangt, ist Hartmut Dost vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt in Braunschweig eher zurückhaltend. In Anderten wird das Wasser sanft abgesenkt, über geringe Fallhöhen: „Vermutlich müsste man mehrere Turbinen installieren“, sagt Dost. Ob sich diese problemlos installieren ließen und ob der Betrieb wirtschaftlich sei, ist bislang völlig offen.

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