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Kampf den Kippeltischen

Lister Meile Kampf den Kippeltischen

Ein Wirt baut ein Holzpodest, um etwas gegen den unebenen Boden vor seinem Restaurant zu unternehmen. Nun muss er das Gerüst wieder abbauen - auf Anordnung der Stadt.

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„Dann muss ich wieder Bierdeckel unter die Tische und Stühle klemmen“: Wirt Abdullah Arslan ist frustriert, weil die Stadt ihn sein Podest wieder abbauen lässt.

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Dekorative Palmen, Bodendielen aus edlem Holz und eine hüfthohe Umrandung - in die Außenterrasse vor seinem Restaurant auf der Lister Meile hat Inhaber Abdullah Arslan viel Geld und Arbeit investiert. „Soll ja auch schön aussehen und nicht mehr kippeln“, sagt er. Mit dem Kippeln ging es los. Am Ende ist ein mittleres Bauwerk daraus geworden, das Arslans Sinn für Ästhetik und fürs Geschäft erkennen lässt. Was er nicht hatte, war ein Sinn für Bürokratie.

Aber wie gesagt, erst war die Kippelei. Die Pflastersteine vor Arslans Restaurant „Urfa Class“ bilden ein Gefälle, damit Regenwasser schnell in den Rinnstein fließen kann. Vor einem Monat baute Arslan das Podest, um die Neigung auszugleichen. Und ein bisschen größer wurde es dann auch noch. Und all das, ohne mal bei der Stadt zu fragen.

Dienstag muss er die Konstruktion entfernen, weil sie gegen die sogenannte Sondernutzungssatzung verstößt. Die regelt, was auf öffentlichem Grund aufgestellt werden darf. „Dann muss ich wieder etliche Bierdeckel unter die Stühle und Tische klemmen“, sagt Arslan.

Die Stadt sieht sich im Recht, schließlich hatte Arslan keine Genehmigung für die Terrasse. Und bei allem wohlfeilen Gemaule über deutsche Bürokratie kann man der Verwaltung keinen rechten Vorwurf machen. Die Konstruktion sei nicht barrierefrei, sagt Stadtsprecherin Ulrike Serbent. Um Stühle und Tische kippsicher aufzustellen, gebe es andere „Systeme“. „Die Außenbewirtschaftung steht nicht infrage, Blumenkübel dürfen in dem ausgewiesenen Bereich aufgestellt werden“, sagt die Sprecherin. Bereits Anfang Juli habe man Arslan darüber informiert, dass sein Podest nicht zulässig sei. Die Frist zum Abbau habe er bislang nicht eingehalten.

„Niemand hat sich am Podest gestört“

Der Wirt fühlt sich bloßer Behördenwillkür ausgesetzt. „Niemand hat sich am Podest gestört“, sagt er. Vielmehr sei ihm von Kunden und anderen Geschäftsleuten bescheinigt worden, dass seine Terrasse attraktiver geworden sei. „Und die Meile soll doch schöner werden“, sagt er und spielt auf eine Initiative der Kaufleute-Vereinigung Lister-Meile- Sterne an.

Seinen Teil habe er zur Verbesserung der Meile-Optik beigetragen, ist sich Wirt Arslan sicher. Palmwedel, Edelholz und vor allem die standsicheren Tische hätten sich auch in den Umsätzen bemerkbar gemacht. „Ich habe zwei zusätzliche Kräfte eingestellt. Die werde ich jetzt wohl wieder entlassen müssen“, sagt Arslan. Besonders ärgert ihn aber, dass der im Grunde schon gewonnene Kampf gegen kippelnde Möbel und schwappende Gläser in eine neue Runde geht. „Getränke sind zuvor häufig umgefallen. Bei dem Gefälle kein Wunder“, sagt der Restaurantbetreiber.

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