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Aus der Stadt Wirte in Hannover stellen Trinkern Toiletten nicht zur Verfügung
Hannover Aus der Stadt Wirte in Hannover stellen Trinkern Toiletten nicht zur Verfügung
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08:49 03.05.2011
Der Gartenfriedhof ist Treffpunkt für Trinkergruppen. Das Urinieren gegen die Gräber ist Stein des Anstoßes. Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Die Initiative „Nette Toilette“, die helfen sollte, die Konflikte zwischen Trinkergruppen und Anwohnern auf dem Südstädter Gartenfriedhof zu lösen, ist gescheitert. Keiner der neun von der Stadt angesprochenen Wirte rund um den Friedhof hat sich bereit erklärt, sein WC zur Verfügung zu stellen. Auch ein Vorstoß der CDU-Ratsfraktion, den historischen Friedhof unter den Schutz der hannoverschen Friedhofssatzung zu stellen, scheiterte gestern im Umweltausschuss des Rates. Die Satzung würde Alkoholkonsum auf den Grabanlagen verbieten, es gibt aber rechtliche Bedenken. Jetzt sollen neue Gespräche den Konflikt entschärfen.

Mit dem Projekt „Nette Toilette“ sollte das Urinieren gegen Grabsteine dadurch unterbunden werden, dass die Trinker Toiletten in den umliegenden Bistros und Kneipen aufsuchen. Die Gastronomen hätten im Gegenzug einen monatlichen Betrag von der Stadt kassiert. Während die Idee in anderen Städten funktioniert hatte, stieß sie im Umfeld des Gartenfriedhofs wegen der Trinkerproblematik auf keine Resonanz. „Die Wirte befürchten, dass es zu Konflikten zwischen ihren Gästen und den Leuten vom Gartenfriedhof kommt“, berichtet Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler. Leider hätten sich weder das Friederikenstift noch die Gartenkirchengemeinde bereit erklärt, Toiletten in ihren Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Weil keine Begräbnisse mehr vorgenommen werden, stuft die Stadt den Gartenfriedhof – ebenso wie den Nikolai- und den Neustädter Friedhof – als Grünanlage ein, sodass dort Alkoholkonsum erlaubt ist. Eine Gruppe Drogenabhängiger nutzt das weidlich aus und lagert dort häufig ganztägig und lautstark. Den Vorschlag der CDU-Fraktion, die Friedhofssatzung anzuwenden, lehnte die Mehrheit des Umweltausschusses gestern ab, nachdem die Verwaltung argumentiert hatte, dass dann die Pflege der Parkanlagen aus den Friedhofsgebühren bezahlt werden müsste. Umweltdezernent Hans Mönninghoff schlug aber vor, sich über eine zweite, abgeschwächte Friedhofssatzung Gedanken zu machen.

Zunächst will die Stadt die Ergebnisse der Untersuchung abwarten, mit der das Karl-Lemmermann-Haus betraut wurde. Die diakonische Einrichtung führt derzeit Gespräche mit den Trinkergruppen, Anwohnern und Mitgliedern der Kirchengemeinde, um eine objektive Sicht auf den Konflikt zu ermöglichen. „Etwa zwei bis drei Wochen werden wir die Situation auf dem Friedhof genau unter die Lupe nehmen“, sagt Projektleiterin Sabine Schneekloth. Noch vor der Sommerpause, so heißt es vonseiten der Stadt, sollen die Ergebnisse dem Bezirksrat Mitte vorgelegt werden.

Andreas Schinkel und Conrad von Meding

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