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"Wir sind keine Silos"

Wirtschaftsforum im HCC "Wir sind keine Silos"

Die Hannover Messe bringt Industrie und IT, deutsche und amerikanische Unternehmen enger zusammen. Nun soll sie auch als Katalysator für die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP dienen.

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Wachsen zusammen: Industrie und Internet.

Quelle: dpa

Hannover. Es sei mal wieder "Hannover-Time", startete Joe Kaeser seinen Vortrag auf dem Wirtschaftsforum des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) im Hannover Congress Centrum. Mit dem Start der Industriemesse steht für den Siemens-Chef eine Woche an mit "Dingen, die wirklich wichtig sind für die Welt". Das mag die Sicht eines Industrie-Managers sein. Trotzdem gewinnt man den Eindruck, dass die Hannover Messe gerade zu einer zentralen Veranstaltung beim Zusammenwachsen von Industrie und IT, von Maschinen und Software avanciert - und zwar nicht nur für die deutsche, sondern auch die US-Wirtschaft.

Und das liegt nicht nur daran, das beide Wirtschaftsnationen sich derzeit von zwei Polen der vierten industriellen Revolution nähern, die einen von den Maschinen, die anderen von Software und Datenmanagement. "In Zukunft wird es keinen Unterschied zwischen Industrie und IT mehr geben", prophezeite Microsoft-Chef Satya Nadella vor gut 400 Teilnehmern des BDI-Forums, das traditionell vor der Messeeröffnung im HCC stattfindet. Deshalb müssten Industrien und Industrienationen enger zusammenarbeiten. "Wir sind keine Silos."

Die Digitalisierung der Industrie scheint auch die Wirtschaft beider Nationen wieder enger aneinander zu binden. "Es bedarf des Know-hows von beiden Seiten des Atlantiks, um hier erfolgreich zu sein", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. Als Beispiel nannte er den Elektroautobauer Tesla, in dessen kalifornischen Werk 750 Roboter des deutschen Marktführers Kuka stünden. "Wir sehen vermehrt Partnerschaften zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen." Gleichzeitig mahnte er gerade den Mittelstand, den Anaschluss bei der Vernetzung der Fabriken nicht zu verpassen. "Wir sind gezwungen, uns einem - möglicherweise schmerzhaften - Digitalisierungs-Check zu unterziehen.

Die neue Nähe zwischen deutschen und US-Firmen wollen die Amerikaner nutzen, um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP voranzureiben. "Die USA und Deutschland müssen hier die Führung übernehmen", forderte US-Handelsministerin Penny Pritzker. Die Zeit drängt. "Das Fenster der Möglichkeiten schließt sich rapide", sagte sie mit Blick auf die im Januar 2017 endende Amtszeit von US-Präsident Barack Obama. Die neue Präsidentschaft - egal, ob von Demokraten oder Republikanern geführt, dürfte wenig Interesse haben, eine halbfertige Vereinbarung endzuverhandeln. "Es könnte Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis ernsthafte Gespräche wieder aufgenommen werden", so Pritzker.

In der deutschen Industrie ist das Interesse an einem Freihandelsabkommen groß, sieht sieht vor allem die Vorteile von wegfallenden Zöllen und der Vereinheitlichung von Standards und Zertifizierungen. Doch auch hier spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Schon heute seien die USA und Europa so weit vernetzt, dass die Gesetzgeber sich den Realitäten anpassen müssten, argumentierte Pritzker. "Das zwingt uns, auch die politischen Rahmenbedingungen zu modernisieren." Auch deshalb sei TTIP so wichtig, fasste es Joe Kaeser zusammen. "Das Internet hat keine geographischen Grenzen."

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