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Witwer muss Grabeinfassung austauschen

Urteil Witwer muss Grabeinfassung austauschen

Weil bei St. Nicolai wenige Tage vor Umgestaltung eines Grabes eine geänderte Friedhofsordnung in Kraft trat, soll ein 82-Jähriger zahlreiche Rasensteine entfernen. Ein Gericht gab der Gemeinde recht.

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Alles muss raus: Klaus Perrey soll die Rasenabschlusssteine am Grab seiner Frau auf dem St.-Nicolai-Friedhof wieder entfernen.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Ein 82-Jähriger, der im Vorjahr das Grab seiner 2014 verstorbenen Frau umgestaltet hat, muss die aus zylinderförmigen Abschlusssteinen bestehende Umrandung wieder entfernen. Die Betonteile aus dem Baumarkt seien nicht würdig genug, hatte die St.-Nicolai-Gemeinde geurteilt, auf deren Friedhof die Ehefrau des Bothfelders Klaus Perrey ihre letzte Ruhe gefunden hat. Weil der Rentner dies nicht einsah, zog er vor Gericht – und verlor.

Das Pech des Witwers war, dass die Kirchengemeinde ihre Friedhofsordnung im Spätsommer 2015 geändert hatte; eine entsprechende Mitteilung wurde im Amtsblatt für Region und Stadt Hannover am 31. März 2016 veröffentlicht. In der ersten Aprilwoche 2016 ließ Perrey das Grab seiner verstorbenen Frau umgestalten – nicht ahnend, dass die früheren Freiheiten bei der Gestaltung der Ruhestätte nicht mehr galten. Die neue Satzung schreibt vor, dass eine Grabeinfassung allseitig bearbeitet und bis zwei Meter Länge einteilig ausgelegt sein muss.

Amtsblatt reicht aus

Der Bothfelder mochte die Anweisung der Gemeinde, die Steinreihe wieder zu entfernen, nicht klaglos hinnehmen. Mithilfe seines Anwalts Andreas Tietgen zog er vor das Verwaltungsgericht, wies darauf hin, dass die geänderte Friedhofsordnung weder in einer Tageszeitung noch im Mitteilungsblatt von St. Nicolai veröffentlicht worden war. Doch das sei gar nicht erforderlich gewesen, urteilte Richter Marcus Hettig. Eine öffentliche Bekanntmachung im Amtsblatt reiche aus.

Zudem, so der Richter, seien die in der Friedhofsordnung festgelegten gestalterischen Vorgaben nicht zu beanstanden. Es sei legitim, wenn die Kirchengemeinde den Gesamteindruck des Friedhofs in seiner althergebrachten Form mittels einer vorgeschriebenen Grabgestaltung bewahren wolle. Dass sich dort viele Einfassungen befinden, die nicht einteilig sind, liege offenkundig daran, dass die neue Friedhofsordnung erst im April 2016 in Kraft getreten sei.

Klaus Perrey und sein Anwalt wollen nun besprechen, ob sie in Berufung gehen. Eins steht für Andreas Tietgen aber schon jetzt fest: „Die in den Augen meines Mandanten völlig überraschende Anwendung einer neuen Friedhofsordnung und das Urteil des Verwaltungsgerichts sind alles andere als bürgerfreundlich.“

Von Michael Zgoll

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