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IdeenExpo

Wo sich Firmen bei Schülern bewerben


Bei der Technikschau IdeenExpo präsentieren Niedersachsens Unternehmen, was sie können – und suchen die Fachkräfte von morgen.
LKA-Experte Alexander Pairan zeigt in einem Workshop Dierk Fricke (r.) und Jakob Petrek, wie eine DNA-Analyse funktioniert.

LKA-Experte Alexander Pairan zeigt in einem Workshop Dierk Fricke (r.) und Jakob Petrek, wie eine DNA-Analyse funktioniert.

© Tobias Kleinschmidt

Innehalten ist bekanntlich wichtig. Vor allem, wenn der Trubel besonders groß ist – wie auf der IdeenExpo, der Technikmesse, die noch bis Sonntag auf dem Messegelände in Hannover aufgebaut ist. Wenn sich ein Besucher im Themenbereich Mobilität einen Moment der Ruhe gönnt und den Blick über die Stände schweifen lässt, dann könnte ihm auffallen, dass er mitten in einer niedersächsischen Leistungsschau steht.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt präsentiert dort beispielsweise eine Mini-Ausgabe seines Windkanals „Göttinger Bauart“. Der Original-Windkanal füllt in Göttingen eine riesige Halle und verbraucht beim Betrieb so viel Strom wie die Stadt Northeim – trotz besonders sparsamer Bauweise. Am Stand nebenan können Schüler mit einem Flugsimulator auf dem Forschungsflughafen Braunschweig landen, daneben lernen sie bei den Leeraner Reedereien das Navigieren auf hoher See. Wer lieber auf festem Boden bleiben möchte, kann wenige Meter weiter am VW-Stand Getriebe testen. All das spielt sich auf einer Fläche von wenigen Quadratmetern ab – wenn man bedenkt, dass die Messe insgesamt 23 000 Quadratmeter groß ist, kann man ungefähr die Vielfalt ermessen, die hier geboten wird. Laut Ministerpräsident Christian Wulff sind alle großen niedersächsischen Techniku nternehmen auf der Ideenexpo vertreten. Sie tragen mit 5,5 Millionen Euro den größten Brocken des Etats der Messe, mit der Schüler für technische Berufe begeistert werden sollen. Langfristig sollen sie von dieser Investition profitieren, schließlich diene die IdeenExpo auch dazu, die künftigen Ingenieure im Land zu halten, sagt Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung Niedersachsenmetall. „Gestern sprach ich mit einem Jungen, der später unbedingt etwas mit Luftfahrt machen möchte. Den habe dich gleich mal zum Stand des Triebwerkherstellers MTU geschickt“, sagt Brandes.

Im Vorfeld der Messe hat die IdeenExpo GmbH sämtliche technischen Hochschulen und Schulen in Niedersachsen angeschrieben. 2350 Schülergruppen hatten sich insgesamt angemeldet, 90 Prozent davon kommen aus Niedersachsen, sagt IdeenExpo-Sprecherin Antje Tiede. Die Zahl der Schülergruppen auf der Messe liegt in Wahrheit viel höher – die meisten sind unangemeldet zur Messe gefahren.

Eine dieser Schülergruppen leitet Rolf Braukmüller. Der Techniklehrer ist zusammen mit den Schülern der zehnten Klassen der Haupt- und Realschule Jade bei Oldenburg angereist – und hat seine Schüler schon länger nicht mehr gesehen. „Die sind alle ausgeschwärmt und machen ihr eigenes Ding“, meint Braukmüller, der sich allerdings ärgert, seine Schüler nicht zu einem der 650 Workshop-Termine angemeldet zu haben. „Ich habe da viele spannende Themen gelesen.“

Im gefragtesten Workshop der IdeenExpo zeigt das Landeskriminalamt in einem extra eingerichteten Labor, was es kann. Eingekleidet mit Mundschutz, Häubchen und weißem Kittel ermitteln dort Schülergruppen in einem fiktiven Kriminalfall den Täter anhand einer DNA-Probe. „Im Unterricht könnten wir so etwas nie in dieser Form durchführen“, sagt Lehrerin Martina Heyne von der hannoverschen Leibnizschule. Die Schüler sind begeistert: „Das ist schon spannend, selber mal ausprobieren zu können, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt“, meint der 17-jährige Dierk Fricke, während er mit einer Pipette die DNA mit einem Reaktionsgemisch vermengt. Nur noch wenige Schritte, dann ist das Erbgut bestimmt. Der Täter ist ermittelt. Und die Schüler haben einen möglichen Arbeitgeber kennengelernt, den zuvor niemand von ihnen auf der Rechnung hatte.

Von Rüdiger Meise und Stephan Fuhrer

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