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Feuerwehren empört über Schulungstopp

Akademie wird Notunterkunft Feuerwehren empört über Schulungstopp

Bei den Feuerwehren regt sich Unmut darüber, dass von sofort an keine Schulungen und Lehrgänge mehr an den Brandschutz-Akademien des Landes möglich sind. Innenminister Boris Pistorius hat beide Akademiegebäude in Celle und im Kreis Ammerland zu Flüchtlingsunterkünften umgewandelt.

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Platz für 700 Flüchtlinge: Die Weiterbildung der Einsatzkräfte in Celle wird vorerst ausgesetzt. 

Quelle: dpa

Hannover. Die überraschende und sofortige Schließung der Akademien für Brand- und Katastrophenschutz in Celle und Loy (Kreis Ammerland) löst bei den Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Umland großen Unmut aus. In den beiden landesweit einzigen Aus- und Weiterbildungszentren für die Freiwilligen sowie Berufs- und Werksfeuerwehren sollen ab sofort Flüchtlinge unterkommen. „Wie soll ich einem Kollegen, der seit Jahren auf seine Fortbildung wartet und der seit Tagen mithilft, Notunterkünfte für die Flüchtlinge aufzubauen, diese Entscheidung erklären?“, fragt Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich am Donnerstagmittag kurzfristig dazu entschlossen,  in den ehemaligen Landesfeuerwehrschulen vorübergehend Flüchtlinge unterzubringen und den Lehrgangsbetrieb an beiden Standorten mit sofortiger Wirkung einzustellen. Mensing kritisiert besonders die mangelhafte Kommunikation des Ministeriums mit den Betroffenen. „Die können doch nicht einfach die Türen zumachen, ohne uns Alternativen aufzuzeigen“, sagt der Regionsbrandmeister.

„Der ersatzlose Ausfall kann nicht akzeptiert werden“

Auch der Landesfeuerwehrverband mit Sitz in Hannover hält die Entscheidung des Innenministers für „einseitig“ und den Schritt für „unverständlich“. Seit Jahren habe sich ein massiver Ausbildungsstau im Brandschutzwesen entwickelt. Nur etwa 50 Prozent aller Lehrgangsanforderungen hätten bisher bedient werden können. „Der ersatzlose Ausfall der wichtigen Aus- und Fortbildung kann so nicht akzeptiert werden“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

Gegenwind bekommt Innenminister Pistorius auch aus der Politik. CDU-Landtagsfraktionschef Björn Thümler erklärt, die Schließung der Akademien sei inakzeptabel. Ankommende Flüchtlinge könnten stattdessen in den leer stehenden Räumen der Pädagogischen Hochschule in Hannovers Südstadt oder in der zum Verkauf stehenden ehemaligen Polizeischule in Wennigsen untergebracht werden.

Regionsbrandmeister Mensing und die Kollegen der Berufsfeuerwehr prüfen derzeit, ob nicht einige der Fortbildungslehrgänge in die Wachen verlegt werden können. Im Umland kämen dafür etwa die feuerwehrtechnischen Zentren in Neustadt, Ronnenberg und Burgdorf infrage. Die wichtigen Lehrgänge in anderen Bundesländern zu machen ist für die Mitglieder der niedersächsischen Wehren aus mehreren Gründen nicht möglich. Zum einen sind andere Landesfeuerwehrschulen inzwischen ebenfalls in Notunterkünfte umgewandelt worden. Zum anderen werden die Feuerwehrfortbildungen in Hessen oder Nordrhein-Westfalen bislang in Niedersachsen nicht anerkannt.

Das ist die NABK

Die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (früher Landesfeuerwehrschule) verteilt sich auf zwei Standorte: Celle und Loy (Kreis Ammerland). Nur dort können Angehörige der Freiwilligen, Berufs-, Pflicht- und Werksfeuerwehren sowie des Katastrophenschutzes ihre Aus- und Weiterbildungen absolvieren. Zum Angebot der Akademie zählen unter anderem Kurse zum Leiten einer Feuerwehr, zum Führen im ABC-Einsatz, zur Absturzsicherung oder zur Notfallseelsorge. Der Standort Loy wurde 1930, der Standort Celle 1931 gegründet. Insgesamt können an beiden Schulen 220 Lehrgangsplätze angeboten werden. Bis heute wurden nach Angaben der Akademie rund 325 000 Teilnehmer geschult. Die Feuerwehrausbildung in Theorie und Praxis werde durch moderne Medientechnik und spezielle Übungsanlagen umgesetzt, heißt es weiter. In Celle werden auch die kommunalen Feuerwehrfahrzeuge geprüft und abgenommen.

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