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Pelikan-Wohnquartier „Vier“ ist fertig

Sonntag ist Schautag Pelikan-Wohnquartier „Vier“ ist fertig

Tausende Wohnungen werden in Hannover gebraucht. Während in Limmer Anwohner der Wasserstadt den Bau achtgeschossiger Wohnhäuser verhindert haben, werden am Pelikangelände in der List moderne Hochgeschosser vom Typ „Vier“ fertig. Ein Wohnungsbesuch.

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„Dieses Quartier ist für Menschen, die es großstädtisch mögen“: Gundlach-Geschäftsführer Frank Eretge (li.) und Lorenz Hansen.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Zu hoch? Zu eng? Für das junge Paar keine Diskussion: „Wir fühlen uns richtig wohl hier“, sagt Dana Dehne. Die 23-jährige Polizeikommissarin sitzt mit ihrem Lebensgefährten Pascal Schmidt auf dem Balkon ihrer neuen Wohnung im Pelikanviertel. Im August sind beide eingezogen. „Als rundherum noch Gerüste an den Häusern standen, da schien alles etwas eng - aber jetzt wird es richtig schick“, sagt Schmidt. Er arbeitet bei der VHV-Versicherung - fast in Sichtweite auf dem Nachbargrundstück. Auch finanziell sind beide zufrieden. „Wir zahlen nur ein bisschen mehr als in unserer bisherigen Altbauwohnung in der List - aber dafür ist alles modern hier“, sagt Dehne.

Auf der Industriebrache der alten Pelikan-Werke nördlich der Podbi ist in rund zweijähriger Bauzeit das entstanden, was Anwohner der Conti-Industriebrache in Limmer erfolgreich verhindert haben: Achtgeschossige Wohnhäuser ragen dort in die Höhe, sie bieten Platz für insgesamt 168 Wohnungen. Nach Jahren, in denen nahezu Stillstand herrschte beim Neubau von Mehrfamilienhäusern ist dies eines der Vorzeigeprojekte Hannovers.

Am Sonntag Besichtigungen möglich

Wenn an diesem Wochenende der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine seine Jahrestagung in Hannover abhält, werden zahlreiche Fachbesucher das Quartier besichtigen. Und auch die Bürger dürfen gucken: An diesem Sonntag ist Schautag, ab Mittag sind Wohnungen zur Besichtigung geöffnet.

Was die Besucher erwartet, ist ein für Hannover ungewöhnliches Projekt. Das Wohnungsunternehmen Gundlach ist bereits bei der Planung des Areals neue Wege gegangen und hat mithilfe von zwei groß angelegten Architektenwettbewerben ein vielfältiges Viertel entwerfen lassen. Vier Architekturbüros haben Wohnungen für jeweils vier Wohnstile entwickelt: von komfortabel über entspannt bis extravagant und nachhaltig. Sie unterscheiden sich in Grundrissen und Ausstattungen, haben teilweise handverlegtes Fischgrätparkett (extravagant) oder Bambusparkett (nachhaltig), in einigen Wohnungen Einbauschränke oder Kaminöfen, teilweise zwei Balkone oder eine Maisonettenform über zwei Etagen. Alle sind mit Fernwärme beheizt und haben Nistlöcher für Mauersegler, zum Wohngebiet gehören eine Kita und ebenerdig Geschäftsräume für kleine Dienstleister oder ein Bistro, zwischen den Häusern spannt sich ein gestalteter Innenhof.

„Wir wollen heterogene Zielgruppen erreichen“, sagt Gundlach-Geschäftsführer Lorenz Hansen: „Deshalb gibt es nicht ein Haus für Yuppies und eines für Ökos, vielmehr sind die Wohnstile in den Häusern gemischt.“

Schon beim Eintreten merkt man das besondere Ambiente: Jedes Treppenhaus ist anders geformt und mit unterschiedlichen Materialien verkleidet. Statt eines herkömmlichen Schließsystems gewährt ein kontaktloses Funksystem Zutritt zu Haus- und Wohnungstür, Tiefgarage und Keller sowie ebenerdigem Fahrradabstellraum und natürlich Zugriff zum eigenen Briefkasten. Schlüssel sind Vergangenheit. In den Wohnungen setzt sich der Standard fort: Alle Fenster sind dreifach verglast mit innenliegenden Jalousien, in jeder Wohnung gibt es Breitbandanschluss wahlweise von drei Anbietern.

Die Qualität hat ihren Preis: 11,70 Euro beträgt die Durchschnittskaltmiete pro Quadratmeter, angefangen bei 8,75 Euro und für die Hochpreiswohnungen endend bei 15,50 Euro pro Quadratmeter. Selbst für eine 60-Quadratmeterwohnung bedeutet das eine Kaltmiete je nach Ausstattung zwischen 525 und 930 Euro. Zu teuer? Die Nachfrage gibt dem Unternehmen recht. „Die 105 Mietwohnungen sind schon jetzt zu 70 Prozent vergeben, die 63 Eigentumswohnungen zu 75 Prozent verkauft“, sagt Gundlach-Projektleiter Jens Ludwig.

Die 29-jährige Kim Roschkowski zieht gerade mit ihrem Lebensgefährten Benedict Litzke in eine 82 Quadratmeter große Wohnung vom Typ nachhaltig. Sie hat vorher in Kleefeld gewohnt, er in Langenhagen. Was beide an der neuen Wohnung mögen? „Die Sache mit dem verschiedenen Stilen fanden wir ganz nett, aber vor allem der Grundriss unserer Wohnung hat uns gefallen“, sagt Roschkowski. Für Litzke ausschlaggebend war am Ende die Lage: „Eilenriede, Kanal, Innenstadt - alles quasi vor der Tür.“ Beim Preis, „da haben schon einige Freunde gefragt, ob man dafür nicht auch selbst bauen kann“, sagt Roschkowski: „Aber es ist unsere erste gemeinsame Wohnung - und das ist es uns wert.“

Manch einer findet, dass die Häuser zu dicht beieinander stehen und zu hoch sind. Als das Bürgerbüro Stadtentwicklung kürzlich Bustouren zu hannoverschen Neubaugebieten angeboten und die Teilnehmer befragt hat, ob sie eher die Grachtenhäuser im Lister Blick präferieren, die Wasserbebauung der Döhrener Leineinsel, die kleinen Stadthäuser des Kirchröder Büntekamps oder eben die urbanen Punkthäuser des Pelikan-Quartiers „Vier“, da fiel „Vier“ durch. Allerdings waren es überwiegend Anwohner aus Limmer, die auf dem Wasserstadt-Areal keine Hochbebauung wollen.

"Für Menschen, die es großstädtisch mögen"

„Dieses Quartier ist für Menschen, die es großstädtisch mögen“, sagt Gundlach-Geschäftsführer Frank Eretge und rechnet vor, dass die Bebauungsdichte trotz ihrer Höhe nicht intensiver ist als in normalen Gründerzeitvierteln in der List. „Während sich bei der typischen Blockrandbebauung aber immer auf zwei Seiten jedes Hauses Grenzwände zu den Nachbarhäusern befinden, die über gar keine Fenster verfügen, haben hier die meisten Wohnungen Fensteröffnungen zu drei Seiten.“

Einen weiteren Vorteil hat die Hochbauweise: Einen guten Ausblick. Auf der Südwestseite breitet sich die Innenstadt mit ihren Kirchtürmen, dem alten Fernsehtürmen und den wenigen Hochhäusern aus, auf der anderen Seite ist die historische Bebauung des Pelikan-Geländes zu sehen, dahinter entfalten sich die List und die Eilenriede.

Möglicherweise geht es bald noch höher hinaus. Auf einer östlichen Nachbarparzelle darf Gundlach bis zu 18 Stockwerke hoch bauen. „Wir halten das für realistisch und sinnvoll - aber wir haben derzeit nicht die Kapazitäten, uns darum zu kümmern“, sagt Geschäftsführer Hansen.

Die etwa einstündigen Besichtigungstouren starten am Sonntag von 12 bis 16 Uhr in der Günther-Wagner-Allee 29.

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