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Wohnungseinbruch war nur fingiert

Versicherungsbetrug Wohnungseinbruch war nur fingiert

Ein 48-Jähriger ist kurzzeitig aufs falsche Gleis geraten. Um die enormen Schulden zu verringern, die er wegen seiner Kaufsucht angehäuft hatte, fingierte er einen Einbruch in die eigene Wohnung. Doch der dilettantische Versuch scheiterte.

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Mit einem fingierten Einbruch versuchte ein Üstra-Mitarbeiter Geld von der Versicherung zu bekommen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Am Donnerstag musste sich der Mann vor dem Amtsgericht wegen Versicherungsbetrugs und Vortäuschens einer Straftat verantworten. Allerdings nötigten seine Bemühungen, den Schaden wiedergutzumachen, den Verfahrensbeteiligten so viel Respekt ab, dass er mit einer Minimalstrafe davonkam.

Auf rund 70.000 Euro belaufen sich die Außenstände des Mannes, der sechs Mobiltelefone, sechs wertvolle Uhren und vielerlei andere Dinge doppelt und dreifach besitzt. So kam er im Mai 2013 auf die Idee, einen Einbruch in seine Döhrener Wohnung vorzutäuschen. Die Liste der angeblich gestohlenen Gegenstände, die er der Versicherung vorlegte, war ellenlang: von Kameras über Camcorder bis zu Goldketten. Zunächst zahlte das Unternehmen 827 Euro für die Reparatur einer eingeworfenen Fensterscheibe, doch dann wurden Assekuranz und Polizei hellhörig: Sie bekamen einen Tipp aus dem Bekanntenkreis des vorgeblichen Opfers. Der Rest war Routine. Die Versicherung stellte fest, dass der behauptete Einbruch überaus unprofessionell und umständlich vonstatten gegangen war. Und bei einem Pfandleiher fanden sich viele Gegenstände wieder, die der Mann dort abgeliefert, später aber als gestohlen gemeldet hatte.

Am Donnerstag räumte der Angeklagte, bislang nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, kleinlaut alle Vorwürfe ein. Er sei verzweifelt gewesen, habe 2013 „großen Mist gebaut“. Vor sechs Monaten habe er Privatinsolvenz angemeldet. Von seinem Lohn würden ihm nun jeden Monat 1100  Euro gepfändet, um die Gläubiger zu bedienen. Außerdem mache er so viele Überstunden und Nachtschichten wie möglich; es gebe Monate, da könne er 1500 Euro zurückzahlen. Und schließlich habe er auch schon mehrere Termine mit einem Psychologen gehabt: „Ich bin jetzt nicht mehr kaufsüchtig.“

Amtsrichter Koray Freudenberg wollte sich dieser offenkundig erfolgreichen Resozialisierung nicht in den Weg stellen. „Sie tragen in besonderem Maße zur Schadensbegrenzung bei“, bekundete er und erlegte dem Angestellten nur eine Geldstrafe von 1500 Euro auf Bewährung auf. Das Urteil ist rechtskräftig – und der 48-Jährige nicht vorbestraft.

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