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Aus der Stadt Wolf beißt Hund einer Radfahrerin
Hannover Aus der Stadt Wolf beißt Hund einer Radfahrerin
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00:21 16.04.2015
Von Sven Warnecke
Der Wolf ist in Bissendorf-Wietze unterwegs. Quelle: Mathias P.
Hannover

Zudem gibt es Berichte vom Jahresbeginn über angebliche Wolfsrisse aus den Neustädter Ortsteilen Warmeloh und Vespeck und dem Wunstorfer Großenheidorn. Seit Montag ist ein Wolf auch westlich der A 7 bestätigt. Das Tier erschien zunächst im Wedemärker Ortsteil Meitze und wurde später in Bissendorf gesichtet - auch mitten in Ortschaften. Der Wolf galt seit 150 Jahren als ausgerottet in Niedersachsen. Naturschützer begrüßen, dass er wieder heimisch wird, Schafzüchter sind in Sorge.

Montagmorgen gegen 6.30 Uhr hat der Wolf jetzt einen kleinen Terriermischling gebissen, den Hund einer Radfahrerin aus Meitze. Auch Schreie hätten ihn nicht vertrieben, berichtete die Frau am Montag der HAZ. Im Gegenteil: Der Wolf sei ihr trotz lauter Rufe und wilden Fuchtelns mit den Armen Hunderte Meter bis in den Ort gefolgt - „immer den Hund im Visier“, sagt sie. Da der Hund nur eine leichte Bissverletzung am Ohr davontrug, sei der Wolf wohl nicht wirklich aggressiv gewesen, meint die Gassigeherin. Angst habe sie selbst indes schon gehabt, gesteht sie: „Der war schon ganz schön groß und kräftig.“

Wolfsberater Thomas Behling sagt, dass er den Vorfall durchaus ernst nehme. Er habe wenig Zweifel an den Beobachtungen. Falls es tatsächlich ein Wolf gewesen sei, dann „ist das eine heikle Nummer“, sagt der Forstbeamte. Allerdings hätte der Wolf den Hund töten können, wenn er es gewollt hätte, ist sich Behling sicher. Mittlerweile sei auch die Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft, Britta Habbe, eingeschaltet. Sie entscheide über weitere Schritte, sagt Behling, der sich am Mittwoch selbst in der Wedemark umschauen und auch mit der verfolgten Meitzer Gassigeherin sprechen will.

An Spekulationen, wonach es sich um den unsteten Wanderwolf gehandelt haben könnte, der Anfang März im Nordwesten des Landes und den benachbarten Niederlanden herumgezogen war, will sich Behling nicht beteiligen - obwohl 100 Kilometer am Tag für einen Wolf kein Problem seien. Behling glaubt vielmehr, dass es sich um einen jüngeren Wolf aus dem Munsteraner oder Bergener Rudel gehandelt haben könnte. Behling rechnet mit weiteren Wölfen in der Region. Wenn die Paarungszeit bei dem Fuhrberger Pärchen erfolgreich verlaufen sei, rechne er dort im Mai oder Juni mit Wolfs-Nachwuchs, der irgendwann auf Wanderschaft gehen werde.

Auch Julian Lips-Winter hatte den Wolf am Montag früh auf dem Fuhrberger Weg in Meitze beobachtet und fotografiert. Das Tier sei dann weiter in Richtung Süden nach Gailhof getrottet. „Ich habe sofort anhand der Gangart gesehen, dass das kein Hund war“, sagt Lips-Winter. Um 9.30 Uhr folgten die nächsten Beobachtungen: Mitten in Bissendorf-Wietze und kurze Zeit später auf der Landesstraße 383 bei Bissendorf gelang dem Brelinger Christian Bernstorf ein Videofilm.

Er berichtet, dass er das Tier auf etwa 200 Meter Entfernung mitten auf der Straße erstmals gesehen habe. Als er sich näherte, stieg die Gewissheit, einen Wolf vor sich zu haben. „Der wirkte völlig entspannt“, sagt Bernstorf. Als er mit dem Auto näher kam, trollte sich das Tier zwar - lief aber ganz langsam parallel zur Autobahn gen Osten. Der Brelinger setzte über einen Feldweg nach, machte mit seinem Handy einige Aufnahmen von dem sich bis auf wenige Meter nähernden Vierbeiner. Angst habe er keine gehabt: „Ich war ja im Auto, vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich auf dem Fahrrad gesessen hätte.“ Der Wolf entschwand dann schließlich in einem Waldstück.

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Es ist Gewissheit: Der Wolf ist in der Region Hannover angekommen. Am Montagmorgen lief ein Tier auf der Landesstraße 383 – genau vor die Handykamera von Christian Bernstorf. Als er sich mit dem Fahrzeug näherte, stieg die Gewissheit, einen Wolf vor sich zu haben. „Der wirkte völlig entspannt“, sagte Bernstorf.

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