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Vor Gericht: Woran starb Kater Gizmo?

Prozess in Hannover Vor Gericht: Woran starb Kater Gizmo?

Starb Kater Gizmo, weil er alt, übergewichtig und mit Blutarmut geschlagen war? Oder hat die TiHo in Hannover einen Kunstfehler begangen? Das Amtsgericht Hannover hatte am Mittwoch einen ungewöhnlichen Fall zu klären. Giszmos Halter hatte das Tier sogar einfrieren lassen, damit Experten die Todesursache feststellen können.

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Im Mai 2011 war Gizmos Besitzer eigens aus Braunschweig zur hannoverschen TiHo gefahren, weil das elf Jahre alte Tier sich mehrere Tage eigenartig verhalten hatte. 

Quelle: Symbolbild

Hannover. Die TiHo ist für den Tod des Tieres nicht verantwortlich, urteilte das Amtsgericht Hannover jetzt. Es ließ sich auch von einem Gutachten nicht umstimmen, zu dessen Zweck der Halter Gizmo sogar hatte einfrieren lassen. Damit muss der Besitzer die Behandlungskosten von 1479,10 Euro nun bezahlen. Dagegen hatte er sich vier Jahre lang gewehrt.

Im Mai 2011 war Gizmos Besitzer eigens aus Braunschweig zur hannoverschen Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) gefahren, weil das elf Jahre alte Tier sich mehrere Tage eigenartig verhalten hatte. Der Kater zog sich immer wieder zurück, trank und aß kaum und wirkte apathisch. In der Klinik diagnostizierten die Ärzte Blutarmut und Übergewicht. „Zudem gab es nach den Unterlagen eine Differentialdiagnostik, nach der das Tier auch gegen eine mögliche Infektion behandelt wurde“, sagte Amtsrichterin Catharina Schwind. Den Durchbruch schafften die Ärzte jedoch mit einer Bluttransfusion. Kurz nachdem der Kater das Blut verabreicht bekommen hatte, besserte sich sein Gesundheitszustand einstweilen. 

Dennoch informierte die Klinik Gizmos Besitzer, dass die Überlebenschance des übergewichtigen Tieres auch bei einer erfolgreichen Therapie nur bei 20 bis 40 Prozente liege. Die Prognose bewahrheitete sich. Immer wieder ging es dem Kater schlecht, und auch zwei weitere Transfusionen konnten ihn nicht retten. Am 24. Mai starb Gizmo.

Sein Herrchen holte das Tier jedoch nicht ab, um es zu begraben, sondern ließ den Kadaver von der Klinik einfrieren und zur Obduktion zum Veterinäramt nach Ostwestfalen-Lippe schicken. Dort wurde ein Herzfehler festgestellt. Den hätten schon die Ärzte in der TiHo finden und Gizmo dementsprechend behandeln müssen, fand sein Besitzer und weigerte sich seither, die Behandlung zu bezahlen.

Dass die Veterinäre in Ostwestfalen-Lippe dem Kater genau wie die TiHo Blutarmut und Fettleibigkeit attestierten, interessiert seinen Besitzer nicht. „Die Dokumentation legt nicht nahe, dass es einen Behandlungs- oder Diagnosefehler gab“, sagte Richterin Schwind nun dennoch und entschied, dass Gizmos Halter die Behandlung seines Katers bezahlen muss. Der Braunschweiger kann noch bis zum 25. August Einspruch einlegen.

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