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Wurde Sammy Opfer eines Behandlungsfehlers?

Streit um Tierarztkosten Wurde Sammy Opfer eines Behandlungsfehlers?

Kater Sammy wird nach einem epileptischen Anfall in eine Tierklinik in Wülfel eingeliefert. Nach der Behandlung wird er zunächst entlassen, dann muss er wieder in die Klinik und stirbt wenige Tage später. Schuld am Tod soll ein Behandlungsfehler sein. Die Klinik sieht das anders.

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Kater Sammy wurde zwölf Jahre alt.

Quelle: privat

Hannover. Es war ein echter Notfall: Weil Kater Sammy nach einem epileptischen Anfall von seinem Kratzbaum gefallen war, wurde er am 7. April dieses Jahres in eine Kleintierklinik in Wülfel eingeliefert. Die nächsten Tage verliefen dramatisch: Behandlung, Entlassung, erneute Aufnahme und Darm-OP. Sechs Tage nach dem Erstbesuch starb die zwölf Jahre alte Katze. Die Rechnung für die ersten Tage der tierärztlichen Behandlung zahlte die Halterin anstandslos, doch die Kosten für den zweiten Teil - 1177 Euro - möchte sie erstattet bekommen. Sie spricht von Behandlungsfehlern.

Amtsrichterin Catharina Erps konnte Klinikmanager Wolfgang Weißenberger und seinen Anwalt Erik Weidemann nicht von einer Kompromisslösung überzeugen. Sie sind sich sicher, dass der behandelnden Tierärztin kein Fehler unterlief. Nun wird das Gericht einen Sachverstän- digen bemühen, der versuchen wird, die Umstände des Todes von Sammy aufzuklären. Ein solches Gutachten kann um die 2500 Euro kosten.

Fest steht, dass die Klinik bei dem Kater nach dessen Einlieferung Röntgenaufnahme, Ultraschall und Blutuntersuchung veranlasste. Das Tier wirkte geschwächt und hatte 41,3 Grad Fieber. Der Vorwurf der Besitzerin und ihrer Anwältin Christine Cramm-Behrens: Die Tierärztin habe nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Kater unter einer gefährlichen Verstopfung litt. Zu diesem Zeitpunkt hätte eine medikamentöse Behandlung eventuell noch Erfolg gehabt. Auch sagt die Halterin, sie habe ihren Liebling nicht unnötig leiden lassen wollen und sei damit einverstanden gewesen, ihn gegebenenfalls einschläfern zu lassen.

„Es gab keinen Anlass, die Katze einzuschläfern“, sagte Anwalt Weidemann. Eine Tierklinik sei kein Ort für Sterbehilfe, wo der Wunsch eines Tierhalters Gesetz sei, sondern die Mediziner versuchten zunächst einmal, jeden Patienten zu retten. Dass Sammy gestorben sei, habe nicht an einem Darmverschluss gelegen, auch nicht an unsachgemäßer Behandlung. „Das ist der einfachste Weg: Wenn es ihrem Tier schlecht geht oder es gar stirbt, geben manche Besitzer gern dem Tierarzt die Schuld“, so der Anwalt. Doch gerecht und angemessen sei dies in den meisten Fällen nicht.

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