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Aus der Stadt Retter aus der NS-Zeit posthum geehrt
Hannover Aus der Stadt Retter aus der NS-Zeit posthum geehrt
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07:48 14.03.2017
Von Simon Benne
Urkunden für die Angehörigen: Ministerpräsident Weil, Regina Dlugay, Angelika Hoffmann, Günter Nagler, Botschafter Hadas-Handelsman, Michael Arzewski und Cordula Tollmien (v. l.) im Landesmuseum. Foto: Wilde Quelle: Frank Wilde
Hannover

Ein ruhiger Mann sei sein Vater gewesen, sagt Günter Nagler. Niemand, der viel Aufhebens von sich selbst gemacht hätte. „Erst im Alter erzählte er häufiger davon, was damals passiert war.“ Und jetzt ist Max Nagler mit der israelischen Yad-Vashem-Medaille als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt worden. „Er hätte sich sehr darüber gefreut - heute vollendet sich ein Kreis“, sagt sein 77-jähriger Sohn, der die Urkunde für seinen 1996 verstorbenen Vater bei einer Feierstunde vor 200 Gästen im Landesmuseum in Empfang nahm.

Zum ersten Mal wurden posthum sechs Yad-Vashem-Medaillen in Hannover verliehen, an sechs Menschen, die in der NS-Zeit ihr Leben riskierten, um Juden zu retten. Die Angehörigen, welche die Auszeichnung stellvertretend in Empfang nahmen, leben allesamt in Niedersachsen. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat seit 1963 mehr als 26 000 Menschen als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt; auch die Namen von rund 600 Deutschen sind in Jerusalem auf einer Gedenkwand verzeichnet.

„Ihr Mut wird für immer in Erinnerung bleiben“, sagte Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, der den Angehörigen Medaillen und Urkunden überreichte. Ministerpräsident Stephan Weil würdigte die Zivilcourage der Helfer: „Sie haben bewiesen, dass es keinen Zwang zur Täterschaft gab.“

Es sind bewegende Geschichten, die an diesem Tag im Landesmuseum erzählt werden. Posthum geehrt werden Alfred und Margaretha Michels, die der Jüdin Hermine Czarlinski in Magdeburg das Leben retteten, sowie Manfred und Lili Pollatz, die jüdische Kinder in ihrer Pension in den Niederlanden versteckten. Tony Grossmann hatte anderthalb Jahre lang die jüdische Ärztin Ilse Kassel und ihre Tochter auf ihrem Hof bei Landsberg an der Warthe versteckt. Dann spürte die Gestapo die Untergetauchten auf. Die Ärztin nahm sich das Leben, ihre kleine Tochter wurde in Auschwitz ermordet: „Edith könnte noch leben - sie wäre heute genauso alt wie ich“, sagt Regina Dlugay. Die 79-jährige Tochter von Tony Grossmann ist aus Lingen zur Ehrung ihrer Mutter gekommen.

Einen vergleichsweise glücklichen Ausgang fand die Geschichte von Max Nagler. Der Postbeamte hatte im besetzten Krakau die jüdische Familie Arzewski mehr als zwei Jahre lang in einer Wohnung versteckt und mit Lebensmitteln versorgt. „Er sorgte dafür, dass ich als Kind etwas zu essen bekam“, sagt Michael Arzewski, der aus New York angereist war.

Als die Rote Armee kam, floh Max Nagler nicht, da er ja nichts Böses getan hatte - und wurde dennoch zur Zwangsarbeit in den Ural verschleppt. Erst nach vier Jahren kam er frei. Die Überlebenden haben ihm seine Tat nicht vergessen: „Thank you, Max“, sagte Arzewski. „Wenn du heute auf uns herab schaust, wirst du sicher lächeln.“

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