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Zahl der Drogentoten bleibt konstant

Sucht- und Drogenbericht Zahl der Drogentoten bleibt konstant

Die Zahl der Drogentoten in Hannover ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Das geht aus dem ersten Sucht- und Drogenbericht hervor, den die Verwaltung am Freitag vorgelegt hat. Demnach starben im vergangenen Jahr zwölf Menschen in Stadt und Region an den Folgen von Drogenkonsum.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. 2014 waren es elf Tote, 2013 noch 13. Damit würde Hannover deutlich unter dem Bundestrend liegen, heißt es. Die Zahl von etwa 5000 bis 6000 Opiatabhängigen sei zudem seit drei Jahren rückläufig. „Mit dem jetzt vorliegenden Sucht- und Drogenbericht kommt die Verwaltung einem Wunsch des Rates nach, die Entwicklung der vergangenen Jahre nachzuzeichnen, bis hin zur aktuellen Situation im Jahr 2015“, teilte Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf mit.

Tatsächlich beleuchtet der Bericht ausführlich die Entwicklung der städtischen Drogenpolitik. Die verkehrsgünstige Lage direkt an der Autobahn hatte unter anderem dazu geführt, dass „die Stadt Hannover bis Anfang 1990 zu den zehn Bundesdeutschen Ballungszentren gehörte, die am stärksten durch Drogenhandel, Anzahl der Drogenabhängigen und durch die Anzahl der Drogentodesfälle betroffen war“, heißt es in dem Papier. Das zeigen auch die Zahlen: 58 Menschen starben noch im Jahr 1991 und an den Folgen des Drogenkonsums, 65 im Jahr darauf. Mit der Einrichtung eines Runden Tisches zum Thema Drogen, neuen Projekten bei der Suchtbekämpfung und -prävention sowie Beratungs- und Therapieangeboten sorgten man für eine Trendwende, wie es im Bericht heißt. Dazu gehörte auch die Einrichtung der Drogenhilfestation „Fixpunkt“ an der Hamburger Allee.

2500 Drogenabhängige in Beratung

Mittlerweile befinden sich jährlich 2500 Drogenabhängige in Behandlung oder Beratung, mit Methadon werden etwa 1700 ehemalige Suchtkranke behandelt. Während diese Zahl der Patienten stetig zunehme, ist die Behandlung mit der Ersatzdroge allerdings „nicht im gewünschten Maße möglich“, heißt es in dem Papier. Das führe zu Ballungen an Schwerpunktpraxen und werde begleitet von „teils sozialunverträglichem Verhalten“.

Keinen Aufschluss gibt der Bericht allerdings über aktuelle Zahlen in anderen Suchtbereichen. So enthält er keine Angaben zur Situation bei Alkoholabhängigen, obwohl die Region noch vor drei Jahren mit 130 000 bis 150 000 Menschen rechnete, die zu viel Alkohol konsumieren. Mit rund 5000 spielsüchtigen Bürgern im Stadtgebiet – Tendenz steigend – rechnete noch im vergangenen Jahr Silke Quast, Expertin für Glücksspielsucht beim Diakonischen Werk. Die Beratungsstelle verzeichnete eine Rekordzahl an Spielsüchtigen, die zum ersten Mal die Beratung in Anspruch nahmen. Auch darüber gibt es im Sucht- und Drogenbericht keine näheren Informationen. Nach Angaben von Stadtsprecherin Konstanze Kalmus sei der Fokus allerdings bewusst auf die Opiatabhängigen gelegt worden.

Immerhin: Alkohol- und Glücksspielsucht führt der Bericht unter den größten Herausforderungen für die kommenden Jahre bei der Sucht- und Drogenhilfe auf. Im Vordergrund bei der Prävention steht deshalb unter anderem die Zusammenarbeit mit Schulen etwa in Form von Projektwochen. Für diese und weitere Präventions- und Hilfsangebote stehen im laufenden Jahr wie bereits 2015 1,6 Millionen Euro an Finanzmitteln zur Verfügung.

Sabine Gurol

Zahlen und Fakten rund um illegale Drogen

Die Zahl der Drogentoten steigt in Deutschland seit einigen Jahren. Im Folgenden einige Zahlen zur Entwicklung in Deutschland und der Welt:

  • Etwa 246 Millionen Menschen haben im Jahr 2013 weltweit nach UN-Schätzungen illegale Drogen genommen.
  • Im Jahr 2013 starben demnach 187.000 Konsumenten illegaler Drogen.
  • Etwa 27 Millionen Menschen waren drogenabhängig oder durch Drogen krank.
  • Afghanistan produziert rund 80 Prozent des Rohopiums weltweit. 2015 wurde dort Mohn für Opium und Heroin auf 1830 Quadratkilometern angebaut - mehr als die doppelte Fläche von Berlin.
  • Heroin und Opium im Verkaufswert von 28 Milliarden Dollar (etwa 25 Milliarden Euro) gelangen laut UN-Schätzungen jährlich von Afghanistan nach Europa.
  • In Deutschland hat rund ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung laut Drogen- und Suchtbericht 2015 Erfahrungen mit illegalen Drogen. Cannabis ist die mit Abstand gängigste illegale Droge.
  • Obwohl der Konsum von Heroin hierzulande rückläufig ist, ist eine Überdosis der Droge immer noch Hauptursache der drogenbezogenen Todesfälle.
  • 1032 Menschen starben 2014 in Deutschland durch Drogenkonsum. 2015 stieg die Zahl drogenbedingter Todesfälle auf 1226, wie die "Welt am Sonntag" kürzlich unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamtes berichtete. Zum Vergleich: Mindestens 74.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Alkohol.
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