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Einbrecher nutzen Feiertage für Beutezüge

Umland von Hannover Einbrecher nutzen Feiertage für Beutezüge

Die Kommunen im hannoverschen Umland verzeichnen nach den Festtagen eine hohe Zahl von Einbrüchen. Besonders stark hat es Garbsen, Neustadt und Laatzen erwischt, aber auch Isernhagen und Langenhagen sind betroffen. Im Stadtgebiet Hannover sollen die Zahlen hingegen derzeit nicht ungewöhnlich hoch sein, heißt es bei der Polizei.

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Mehr Sicherheit ist möglich: Schon mit geringem Aufwand ließen sich Fenster und Türen sicherer machen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Häufung von Einbrüchen im Umland ist auffällig. Mindestens 18 Einbrüche und Einbruchsversuche verzeichnete die Polizei in Garbsen zwischen dem 23. Dezember und 2. Januar, allein 16 davon über die Weihnachtsfeiertage. Im Jahr zuvor waren es in dem Zeitraum weniger als zehn gewesen. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2015 verzeichnete die Polizei in Garbsen 90 Einbrüche.

In Neustadt und den umliegenden Dörfern wurde zwischen Weihnachten und Neujahr sogar mindestens 20 Mal eingebrochen oder ein Einbruch versucht. 16 Fälle davon registrierte die Polizei über Silvester und Neujahr. Damit hat sich die Zahl zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Im gesamten Jahr 2015 nahm die Polizei im Neustädter Gebiet 67 Einbrüche auf.

Zahl der Einbrüche "nicht normal"

Auch in Laatzen war die Zahl der Einbrüche zum Jahresende spürbar höher als im Vorjahr. Acht Fälle nahm die Polizei über die Festtage auf, 31 im gesamten Monat Dezember. Als „nicht normal“ bezeichnete das Stefan Schwarzbard, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED) Laatzen. Im Vorjahr sind im Dezember nur elf Einbrüche gemeldet worden. In Isernhagen wurde über die Feiertage mindestens zehnmal eingebrochen, in Langenhagen mindestens neunmal.

Für Einbruchsopfer haben die Taten oft schlimme Spätfolgen, die über den finanziellen Schaden hinausgehen. Viele leiden an psychischen Problemen, wenn Fremde ihre Privaträume durchwühlt haben, und fühlen sich nicht mehr sicher. Die Polizei rät, in Sicherheitstechnik zu investieren – schon mit geringem Aufwand ließen sich Fenster und Türen besser sichern.

Psychische Spätfolgen

Wer zum Jahreswechsel Opfer eines Einbruchs wurde, musste oft stundenlang warten, bis der Kriminaldauerdienst (KDD) aus Hannover kam, um Spuren aufzunehmen. Das lag nach Angaben der Polizei am hohen Einsatzaufkommen in der Neujahrsnacht, denn auch Brände und Körperverletzungsdelikte müssen die Beamten aufnehmen. Wie hoch die Nervosität in betroffenen Orten ist, zeigt ein aktueller Fall aus Neustadt. Dort hatte eine Nachbarin einen Einbruch vermutet und die Polizei gerufen. Die Beamten entdeckten beim Ausleuchten des betroffenen Hauses einen Mann, der sie mit einer Waffe bedrohte und zum Verschwinden aufforderte. Erst als sie sich als Polizisten zu erkennen gaben, stellte sich heraus, dass der Mann der Hausbewohner war und die Beamten seinerseits für Einbrecher gehalten hatte.

Insgesamt ist die Zahl der Einbrüche seit 2013 in der Region Hannover rückläufig. Während die Polizeidirektion Hannover 2013 noch 3606 Einbruchsdelikte verzeichnete, waren es 2015 2957. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen, liegt aber trotzdem nur bei rund 25,7 Prozent. Den Erfolg schreibt die Polizei auch den neuen Ermittlungsstrukturen zu. Seit 2013 kümmern sich Sondereinheiten in den Inspektionen Ost, Burgdorf und Garbsen um Einbruchsdelikte.

Von Isabel Christian und Johannes Dorndorf

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