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Aus der Stadt Immer weniger Geschäfte in Hannover
Hannover Aus der Stadt Immer weniger Geschäfte in Hannover
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07:18 24.11.2017
Gut besucht: Kunden in der Bahnhofstraße in Hannover.
Hannover

„Einfach so einen Laden aufmachen und die Kunden kommen dann von allein – das war einmal“, sagte Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin beim Handelsverband Hannover. Waren in der Landeshauptstadt und dem Umland 2011 noch 6.980 Einzelhändler registriert, betrug deren Zahl fünf Jahre später nur noch 6.028. Die Daten stehen in der Studie „Konsensprojekt Großflächiger Einzelhandel“, die das Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover (EWH) in Auftrag gegeben hatte. Es umfasst die Region sowie umliegende Landkreise und Städte. 

Konkurrenz durch Online-Handel

Ursachen für den Rückgang der Betriebe sind die Konkurrenz durch den Online-Handel, die gestiegene Mobilität der Kunden sowie wachsende Ansprüche an Preis und Sortiment. Aber auch der Lebensstil der Verbraucher spielt eine Rolle. „Händler müssen sich fragen: Bieten wir eigentlich nur ein Produkt oder auch Emotionen“, erklärt Ralf Beckmann, einer der Verfasser der Studie, und wählte ein Beispiel aus der Gastronomie: Moderne Anbieter verkauften nicht nur Kaffee, sondern auch zehn Minuten freie Zeit.

Obwohl die Zahl der Geschäfte sinkt, wächst wegen des Trends zum Einkaufszentrum oder Supermarkt die Verkaufsfläche, haben die Gutachter ermittelt. Im gesamten Wirtschaftsraum stehen im Schnitt 1,89 Quadratmeter je Einwohner zur Verfügung. Die Stadt Hannover erreicht diesen Wert mit 1,62 Quadratmetern nicht, was an der hohen Einwohnerzahl liegt. Mittelgroße Städte im Speckgürtel wie etwa Laatzen und Garbsen kommen auf bessere Werte.

Die Dörfer leiden besonders

Der Rückzug des Handels spielt sich im ländlichen Raum viel stärker ab als in dichter besiedelten Gebieten. „Die Orientierung der Menschen auf die nächstgelegene Verkaufseinrichtung hat spürbar an Bedeutung verloren“, urteilen die Experten. Mittel- und Kleinstädte müssten sich deshalb von sogenannten B-Lagen als Standort für Einzelhandel verabschieden, sagt Beckmann.

Das geht nicht überall konform mit der Einschätzung, wonach ein Laden die Seele eines Dorfes ist. Axel Priebs, Planungsdezernent der Region Hannover, gab sich verhalten optimistisch: „Es kommt Bewegung in die Szene“, sagte er und verwies darauf, das Supermarktketten mittlerweile auch wieder Konzepte für kleinere Verkaufsstätten entwickelten. Außerdem lobte er Dorfläden, wie es sie etwa in Sehnde-Bolzum, Springe-Altenhagen oder Wedemark-Resse gibt. Schon vor dem Hintergrund der Zunahme älterer Bevölkerungsgruppen sei die wohnortnahe Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs für die Lebensqualität von erheblicher Bedeutung.

Von Bernd Haase

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