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Aus der Stadt Zahl der Straftaten steigt deutlich
Hannover Aus der Stadt Zahl der Straftaten steigt deutlich
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00:16 12.03.2017
Von Tobias Morchner
Viel zu tun: Die Bundespolizei musste 2016 mehr Einsätze leisten als im Jahr davor. Quelle: Körner (Archiv)
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Hannover

Die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeidirektion Hannover ist im vergangenen Jahr deutlich gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Das geht aus der Bilanz hervor, die von der Behörde am Donnerstag veröffentlicht worden ist. Die Zahl der Verbrechen stieg demnach im Jahr 2016 um 5,2 Prozent auf 66.507 Delikte an. Besonders zu schaffen machen den Beamten die gestiegenen Einsätze rund um die Fußballspiele nahezu aller Ligen.

So waren in der Saison 2015/2016 für insgesamt 300 Fußballeinsätze in Niedersachsen und den Hansestädten Hamburg und Bremen, die ebenfalls zum Zuständigkeitsbereich der hannoverschen Bundespolizeidirektion zählen, 6000 Bundespolizisten 44.000 Stunden lang unterwegs. Das ist eine Steigerung gegenüber 2015 um 7,8 Prozent. Schwerpunkt der Fußballeinsätze ist nach wie vor der Hauptbahnhof Hannover. „Aufgrund seiner geografischen Lage wird er an nahezu jedem Wochenende von durchreisenden oder umsteigenden Fußballfans aus allen vier Himmelsrichtungen genutzt“, teilte die Behörde mit. Eine vierstellige Anzahl von Fußballfans diverser, zum Teil miteinander verfeindeter Vereine sei an einem Sonnabend in Hannover keine Seltenheit, so die Bundespolizei weiter. So randalierten im November 2016 rund 300 Fans von Borussia Dortmund in Hannover, die auf der Rückreise vom Auswärtsspiel ihrer Mannschaft beim HSV in Hamburg waren.

Wegen der steigenden Zahl der Fußballeinsätze hat die Bundespolizeidirektion Hannover ihr Konzept gegen die Chaoten verschärft. Seit dem vergangenen Jahr schicken sie alle Fans, die sich bereits auf der Anreise daneben benommen haben, konsequent zurück nach Hause. „Wer auf dem Weg zum Spiel Straftaten verübt, sieht das Spiel nicht“, lautet die Devise der Einsatzkräfte.

Wie die Kollegen der Landespolizei sieht sich auch die Bundespolizei mit zunehmender Respektlosigkeit der Täter gegenüber den Polizisten konfrontiert. Das Provozieren und Bedrängen bei polizeilichen Maßnahmen sei leider keine Seltenheit, erklärte Martin Kuhlmann, Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover. Die Dreistigkeit der Täter sei erschreckend. Der schlimmste Übergriff ereignete sich im Februar 2016. Damals attackierte die 15-jährige Safia S. bei einer Routinekontrolle im hannoverschen Hauptbahnhof einen Bundespolizisten und verletzte ihn mit einem Gemüsemesser schwer am Hals. Die Tat gilt als erster Anschlag der Terrororganisation IS in Deutschland. Die Schülerin wurde inzwischen vom Oberlandesgericht Celle zu sechs Jahren Jugendgefängnis verurteilt. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig.

Einen Erfolg konnte die Bundespolizei, die unter anderem in Bahnhöfen, auf Bahnstrecken und auf Flughäfen zuständig ist, bei der Bekämpfung der Taschen- und Gepäckdiebstähle verzeichnen. Diese Straftaten gingen 2016 um 15,5 Prozent auf 6147 Taten im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Erfolg basiert auf der guten Videoüberwachung insbesondere an den Bahnhöfen und auf gemeinsamen Fahndungen mit der Landespolizei.

Das Land Niedersachsen hat die amtliche Statistik über die Unterrichtsversorgung für die Schulen in Niedersachsen vorgelegt. Danach wiesen zu Beginn des laufenden Schuljahres in der Stadt Hannover neun Schulen Werte von unter 95 Prozent auf.  Angebote für Flüchtlinge oder Hochbegabte fallen daher schon mal aus.

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