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Aus der Stadt Mehr Tote durch Gewaltverbrechen in Hannover
Hannover Aus der Stadt Mehr Tote durch Gewaltverbrechen in Hannover
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00:34 11.09.2015
Von Tobias Morchner
Beamte der Spurensicherung am Tatort in Bothfeld. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Der 36-jährige Obdachlose, der am Montagnachmittag tot in einem Wald in Bothfeld gefunden wurde, ist erschlagen worden. Das ist das Untersuchungsergebnis der Rechtsmediziner der MHH. Demnach starb das Opfer an „multiplen Verletzungen, beigebracht durch stumpfe Gewalt“. Unklar ist weiterhin, wer dem aus Riga stammenden Mann die tödlichen Verletzungen beigebracht hat. 

Das Gewaltverbrechen an dem 36-Jährigen gilt in der Statistik der Polizeidirektion in diesem Jahr als das neunte vollendete Tötungsdelikt. Damit liegt die Zahl bereits jetzt höher als die Gesamtzahl der Tötungsdelikte im Jahr 2014. Damals war die Kripo mit der Aufklärung von insgesamt acht Morden befasst. Seit 2007 war die Anzahl der Tötungsdelikte in der Landeshauptstadt nicht mehr so hoch wie in den ersten gut acht Monaten im Jahr 2015. Vom Höchststand 2007 mit insgesamt 14 Taten pendelten sich die Zahlen in den darauffolgenden Jahren zwischen sieben und acht ein. 2012 verzeichnete die Behörde mit nur vier Morden einen Tiefstand. Seitdem steigt die Zahl der Tötungsdelikte wieder kontinuierlich an.

Die Leiche des 36 Jahre alten Letten war am Montag gegen 16.20 Uhr in einer Barackensiedlung im Waldstück Große Heide, das sich zwischen der Burgwedeler Straße und der Straße An den Hilligenwöhren erstreckt, gefunden worden. Drei Bekannte des 36-Jährigen im Alter zwischen 20 und 36 Jahren hatten den leblosen Körper in dem Lager entdeckt und die Polizei verständigt. Der Notarzt konnte vor Ort nur noch den Tod des Mannes feststellen. Bislang kennen die Mordermittler weder das Motiv noch haben sie eine heiße Spur. Unklar ist auch, ob die drei Männer, die den Toten entdeckt haben, ebenfalls in den Baracken einen Unterschlupf gefunden hatten oder nicht.

Die illegalen Unterkünfte im Waldstück sind dem Bezirksrat schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Nach Angaben des Bezirksbürgermeisters Harry Grunenberg (SPD) bemühen sich die Verantwortlichen schon lange darum, dass die Baracken abgerissen werden. „Im Sommer wohnen dort regelmäßig zwei bis drei Menschen, meist kommen sie aus Osteuropa“, sagt Grunenberg. Doch eine zerstrittene Erbengemeinschaft, die sich um das Gelände nach dem Tod des Besitzers kümmern sollte, machte die Pläne lange Zeit immer wieder zunichte. Erst vor Kurzem kaufte die Stadt das Grundstück der Erbengemeinschaft ab. „Im September sollten die illegalen Bebauungen eigentlich entfernt werden“, sagt Bothfelds Bezirksbürgermeister.

Die Kripo sucht Zeugen, die in dem Waldstück verdächtige Beobachtungen gemacht haben. An dem Gelände führt ein bei Hundebesitzern und Spaziergängern beliebter Pfad vorbei. Hinweise an den Kriminaldauerdienst unter Telefon (05 11) 1 09 55 55.

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