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Mehr Tuberkulosefälle in der Region

Meldepflichtige Lungenkrankheit Mehr Tuberkulosefälle in der Region

Die Zahl der Tuberkulosekranken in der Region Hannover - sowie in ganz Niedersachsen - ist angestiegen. Flüchtlinge bringen die meldepflichtige Lungenkrankheit teilweise aus ihren Herkunftsländern mit. Dabei bemerken Einheimische die Infektion oft gar nicht.

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Langanhaltender Husten kann ein Symptom für Tuberkulose sein.

Quelle: dpa Symbolbild

Hannover. Die Zahl der Tuberkulosekranken in der Region Hannover ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: Während 2014 insgesamt 66 Fälle registriert wurden, waren es im vergangenen Jahr 74 Erkrankte - ein Plus von acht Fällen. In den ersten zwei Monaten 2016 wurden allerdings schon neun Neuerkrankungen gemeldet - vier davon bei Asylbewerbern.

Geflüchtete bringen Krankheitshäufigkeit mit

Ange Hanke-Lensing, Leiterin des Teams Infektionsschutz/Tuberkulose der Region, sagt, dass die Geflüchteten die Krankheitshäufigkeit aus ihren Herkunftsländern gewissermaßen mit brächten. „Viele schutzsuchende Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen die Krankheitshäufigkeit für Tuberkulose höher ist als in Deutschland“, sagt sie. Aus diesem Grund würden alle Flüchtlinge bei der vorgeschriebenen Erstuntersuchung direkt nach ihrer Ankunft auf Tuberkulose untersucht. Dadurch könnten akut Erkrankte und infektiöse Personen frühzeitig identifiziert und behandelt werden, sagt Hanke-Lensing. Durch die flächendeckende Untersuchung ergäben sich allerdings auch viele Verdachtsfälle, die sich dann in der weiteren Diagnostik nicht bestätigen.

Das Gesundheitsamt registriert jeden Erkrankten und überprüft, wer mit dieser Person in Kontakt war und sich eventuell angesteckt haben könnte. Zudem beraten und begleiten die Mitarbeiter die Erkrankten und ihre Kontaktpersonen und achten auf die korrekte Therapie.

Symptome: Husten, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Schwitzen

„Bei der hier ansässigen Bevölkerung erfahren wir von Tuberkulose-Erkrankungen nur dann, wenn sie uns gemeldet werden“, sagt der Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Mustafa Yilmaz. Wie bei allen meldepflichtigen Erkrankungen sei daher von einer sogenannten Untererfassung auszugehen. Das heißt, die Zahl der tatsächlich Erkrankten ist höher als die Zahl der gemeldeten Fälle. Tuberkulose sei nicht durch typische Anzeichen zu erkennen, sondern äußere sich oft nur durch allgemeine Beschwerden wie langanhaltender Husten, Gewichtsabnahme, Müdigkeit und nächtliches Schwitzen. Treten solche Beschwerden über einen längeren Zeitraum auf, sollten ein Arzt oder die Tuberkulose-Beratungsstelle im Haus der Region aufgesucht werden, rät Yilmaz anlässlich des heutigen weltweiten Tuberkulosetags.

Die Krankheit wird durch kleine erregerhaltige Tröpfchen über die Luft übertragen und befällt in der Regel die Lunge. Sie ist weltweit noch immer die am weitesten verbreitete, zum Tode führende aber behandelbare bakterielle Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen. Laut Weltgesundheitsorganisation ist etwa jeder Dritte weltweit infiziert. Bei fünf bis zehn Prozent der Infizierten bricht die Krankheit aus.

Landesweiter Anstieg der Tuberkulosefälle

Anstieg auch landesweit: Auch in Niedersachsen ist 2015 die Zahl gemeldeter Tuberkulosefälle gestiegen. Nach 344 Fällen im Jahr 2014 wurden in Niedersachsen 417 Fälle im Jahr 2015 gemeldet. 75 Fälle davon stellten die Amtsärzte bei der Erstaufnahmeuntersuchung von Asylsuchenden fest.

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