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Aus der Stadt Zaun soll jüdischen Friedhof schützen
Hannover Aus der Stadt Zaun soll jüdischen Friedhof schützen
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00:16 06.04.2016
Von Bärbel Hilbig
Mehrere Maßnahmen sollen Anschläge auf den Friedhof verhindern. Quelle: Körner
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Hannover

Mit einer ganzen Reihe von Vorkehrungen will die Jüdische Gemeinde den alten Jüdischen Friedhof an der Strangriede in der Nordstadt besser gegen Anschläge schützen. Als erstes hat sie jetzt mit einem Stabgitterzaun die hintere Begrenzung des Friedhofs auf 3,80 Meter erhöht. Bisher schloss nur eine niedrige Mauer das Areal an der Rückseite ab, das dort an den Hinterhof eines Wohnhauses grenzt. „Die Polizei hat uns unmissverständlich gesagt, dass da was passieren muss“, berichtet Bodo Gideon Riethmüller, beim Landesverband der Jüdischen Gemeinden zuständig für Friedhöfe.

Zwischen November und Januar hatten sich die Übergriffe auf den geschichtsträchtigen Friedhof gehäuft. Dreimal innerhalb weniger Wochen drangen Unbekannte auf das Gelände und schändeten den Friedhof. Anfang November beschmierten Rechtsradikale einen Grabstein mit einem Hakenkreuz. An weiteren Grabmalen hinterließen sie Farbe und schlugen mehrere Butzenscheiben in der kurz zuvor sanierten Predigthalle ein. Aus einem Grabstein brachen sie sogar Buchstaben heraus. Im Dezember und Januar wurden Grabsteine beschädigt und umgestoßen und wieder eine Scheibe eingeschlagen.

In einem Gespräch mit Landeskriminalamt und örtlicher Polizei ließ sich die Gemeinde zur verbesserten Sicherung des Geländes beraten. „Es wird immer wieder zu Übergriffen kommen, aber jede kleine Barriere hemmt die Täter“, vermutet Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde.

Auch ein Teil der rechten Friedhofsmauer soll noch durch einen Zaun verstärkt werden. Neben der Mauer verläuft ein Weg, der zu einem Anliegergrundstück führt. Die Gemeinde würde den Weg gerne zusätzlich durch ein Tor absperren. Dazu sind allerdings die Zustimmung des betroffenen Nachbarn und der Denkmalschutzbehörde notwendig – der Friedhof ist als Kulturdenkmal geschützt. Wie eine Lösung aussehen könnte, soll demnächst in einem Ortstermin erörtert werden. Auch eine Videoüberwachung ist im Gespräch.

In Vorbereitung ist außerdem ein Rundbrief an alle Anlieger. „Wir wollen sie bitten, die Polizei anzusprechen, sobald sie etwas Ungewöhnliches hören oder sehen“, sagt Fürst. Der Landesvorsitzende der Jüdischen Gemeinden sieht die Friedhofsschändungen in einem Zusammenhang mit dem aktuellen politischen Klima, das diesen Tätern Aufwind gebe. „Bei einem gewissen Teil unserer Bevölkerung, teilweise mitten in der Gesellschaft, kommt Fremdenfeindlichkeit gut an. Das wird jetzt in der Debatte um Flüchtlinge deutlich.“
Auch Juden würden in diesem Zusammenhang als etwas Fremdes gesehen, sagt Fürst. „Es wird nicht besser werden, wenn wir auch noch eine AfD hier haben.“

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