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Forscher entwickeln maßgeschneiderte Therapien

Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin Forscher entwickeln maßgeschneiderte Therapien

Das Helmholtz-Zentrum und die Medizinische Hochschule wollen in Zukunft maßgeschneiderte Therapien für Infektionspatienten finden. Dazu gründeten sie nun das Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin. Forschungsergebnisse sollen dort stärker in die praktische Behandlung übersetzt werden.

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In ihrem neuen Zentrum wollen die Wissenschaftler stärker zur individualisierten Therapie von Infektionskrankheiten forschen.

Quelle: Arno Burgi/dpa (Symbolbild)

Hannover. Es klingt futuristisch, doch die Forscher haben ihr Ziel klar vor Augen: Für Patienten mit Infektionen wollen die Wissenschaftler in Zukunft maßgeschneiderte Therapien finden. Am Donnerstag gründeten das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) dafür eine gemeinsame Einrichtung. „In manchen Disziplinen, etwa der Krebsmedizin, wurden bereits bemerkenswerte Erfolge mit der Unterteilung von Patienten in Gruppen und daraus resultierenden individualisierten Therapien erzielt“, sagt MHH-Professor Michael Manns. Der weltweit führende Spezialist für Lebererkrankungen leitet das neue Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin (Centre for Individualised Infection Medicine – CIIM).

Die individualisierte Medizin geht darauf ein, dass die persönlichen Voraussetzungen eines Patienten den Verlauf einer Krankheit erheblich beeinflussen. Kranke reagieren sehr unterschiedlich auf Therapien, das Risiko von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit eines Medikaments schwankt. Das Alter, Vorerkrankungen und Lebensweise, genetische und physiologische Gegebenheiten spielen dabei eine Rolle. Oft beeinflusst auch die Bakterienflora eines Patienten, die so genannte Mikrobiota, wie Infektions- und Abwehrprozesse verlaufen.

„Am CIIM wollen wir gezielt personalisierte Ansätze für die Infektionsmedizin entwickeln“, sagt MHH-Präsident Christopher Baum. Grundlage für die Unterteilung von Patienten in Gruppen ist dabei eine molekulare Analyse von Gewebeproben. „Zum Teil werden individualisierte Therapien bei Infektionskrankheiten bereits erfolgreich eingesetzt“, erklärt Professor Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. Das neue Zentrum soll aber Forschungsergebnisse stärker als bisher in die praktische Behandlung übersetzen. Dazu werden Wissenschaftler des HZI in Braunschweig, bei dem Manns seit Oktober die neu geschaffene Position des Klinischen Direktors bekleidet, mit Forschern und Medizinern der MHH in dem Zentrum zusammenarbeiten.

Als Forschungsschwerpunkte sind chronische Infektionen, etwa mit Hepatitis- und Herpesviren, sowie Infektionen von immungeschwächten Patienten vorgesehen. Auch für Magen-Darm- und Lungenerkrankungen wollen die Forscher individualisierte Ansätze entwickeln.

Auf ein eigenes Gebäude muss das Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin allerdings noch warten. Die MHH hält ein Grundstück in der Nachbarschaft bereit, das neben dem Twincore Zentrum für Infektionsforschung liegt, mit dem das CIIM eng kooperieren wird. Mittel für das Forschungsgebäude, das einen unteren zweistelligen Millionenbetrag kosten dürfte, stehen noch nicht bereit. Bis spätestens 2019/20 wünschen sich die Forscher ihr Haus.

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