Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Zetteltrick bei Unfallflucht fliegt auf

20-Jährige verurteilt Zetteltrick bei Unfallflucht fliegt auf

Eine Schülerin rammt beim Einparken ein anderes Auto und lässt am beschädigten Pkw ein Zettel mit ihre Kontaktdaten zurück - so scheint es auf dem ersten Blick. In Wirklichkeit ließ sie jedoch nur ein Papierchen mit unleserlichem Krickelkrakel an der Windschutzscheibe. Der Trick ging jedoch nicht auf.

Voriger Artikel
Gehört der Müllsack in die Tonne?
Nächster Artikel
Was dürfen Hunde in der Stadt?

Mit diesem Zettel wollte eine 20-Jährige mögliche Beobachter täuschen.

Quelle: dpa

Hannover . Eine Schülerin, die ihr Wirtschaftsabitur nachmachen möchte, hat sich jüngst kräftig verkalkuliert. Beim Einparken rammte sie mit einem VW Golf älteren Baujahrs ein anderes Auto und beschädigte dessen Fahrertür und Kotflügel. Um mögliche Beobachter zu täuschen, klemmte sie einen Zettel unter die Windschutzscheibe des lädierten Ford Ka – doch auf dieses Papierchen schrieb sie keinesfalls ihre Kontakdaten, sondern nur unleserliches Krickelkrakel. Der Plan ging schief, am Mittwoch musste sich die 20-Jährige vor dem Amtsgericht wegen Unfallflucht verantworten. Doch Jugendrichter Jens Buck ließ im Einklang mit der Staatsanwaltschaft Milde walten, stellte das Verfahren gegen Auflagen ein. Die Angeklagte, die reichlich Tränen vergoss, muss zum Verkehrserziehungstraining und 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten. 

Der Unfall passierte an einem regnerischen Februarabend gegen 20 Uhr im Nikolaiviertel. Die Schülerin hatte ihre achtjährige Schwester im Auto, suchte einen Parkplatz in der Nähe des Mietshauses, in dem sie mit ihrer Mutter wohnt. In der Hainhölzer Straße wurde sie fündig, wendete ihren Golf – und prallte mit dem Heck in die Seite des Ford. In welchem Maße die damals 19-Jährige die Kratzer und Beulen in der Dunkelheit ausmachen konnte, ist unklar; fest steht, dass sie den Unfall bemerkte und mit dem Zetteltrick reagierte.

Allerdings hatte die Schülerin Pech, dass ein auf einem Balkon stehender Nachbar den Unfall beobachtet hatte. Dieser ließ sich zunächst täuschen, dachte tatsächlich, die Golf-Fahrerin habe unter dem Scheibenwischer ihre Kontaktdaten hinterlassen. Doch als der Zeuge den Besitzer des Ford, den er persönlich kannte, am nächsten Tag ansprach, flog der Schwindel auf. Und weil sich der Zeuge auf dem Balkon – aller Ablenkungsmanöver zum Trotz – das Autokennzeichen notiert hatte, kam die Schülerin nicht ungeschoren davon.

Verteidiger Karsten Ringe verwies darauf, dass seine Mandantin überfordert gewesen sei und „blöd“ reagiert habe: „Das mit dem Zettel war ein Totalausfall.“ Eine Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe erklärte, dass die junge Frau neben ihren schulischen Belastungen zu Hause stark eingebunden sei und viel auf ihre kleine Schwester aufpassen müsse; sie leide immer noch unter dem Tod ihres Vaters und sei bisher in keiner Weise straffällig geworden.

Dies alles bezog der Jugendrichter denn auch in seine Entscheidung ein. „Sie haben sehr unreif reagiert, aber wenigstens hier und heute Verantwortung übernommen“, sagte Buck zu der sichtlich geknickten Angeklagten. Wäre die 20-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt worden, hätten die Sanktionen wesentlich härter ausfallen können; in solchen Verfahren gehören Fahrverbote zwischen einem Monat und einem halben Jahr zur Tagesordnung. Doch muss sich die Wirtschaftsabiturientin vielleicht bald mit Zahlen beschäftigen, die sie noch mehr schmerzen als alles andere. Die Autoversicherung könnte auf sie oder ihre Mutter zukommen und die Begleichung der Reparaturkostenrechnung von 2034 Euro einfordern. Denn einem Freispruch kommt die Einstellung des Strafverfahrens keineswegs gleich, zumal die 20-Jährige die Unfallflucht eingeräumt hat.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

300.000 Kunden am dritten Adventswochenende in der City

Es ist Hochsaison für Geschenkekunden: Etwa 300.000 Menschen strömten allein am Sonnabend in Kaufhäuser und Geschäfte. Wer das erledigt hatte und danach noch zum Weihnachtsmarkt wollte, musste Zeit mitbringen: Zwischen Marktkirche, Holzmarkt und Ballhofplatz war zeitweise kaum Durchkommen.