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Ziehen Obdachlose ins Heiliggeiststift?

Kein Platz für Senioren Ziehen Obdachlose ins Heiliggeiststift?

Das traditionsreiche Stift zum Heiligen Geist im Stadtteil Bult hat als Altenheim keine Zukunft. Die älteste Stiftung Hannovers sucht nun nach neuer Nutzung. Verkauft werden soll das Gebäude nicht. Dafür könnten dort bald Wohnungslose untergebracht werden. 

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Stiftung zum Heiligen Geist Wer zieht ein?

Quelle: Zgoll (Archiv)

Hannover. Das traditionsreiche Stift zum Heiligen Geist im Stadtteil Bult hat als Altenheim keine Zukunft. Wie der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Ratsherr Martin Hanske (SPD), am Dienstag sagte, werde jetzt ein neues Konzept erarbeitet. Es sei vorstellbar, dass in dem Gebäude im Stadtteil Bult künftig Wohnungslose untergebracht werden, berichte Hanske.

Die Nachfrage nach Altenheimplätzen in Hannover sei derzeit nicht groß genug, deshalb müsse über eine neue Nutzung des Gebäudes nachgedacht werden, betonte Hanske. Er wolle auch Gespräche darüber führen, welche Nutzung von der Stadtgesellschaft gebraucht werde. Eine sofortige Schließung des Altenheims ist allerdings nicht geplant, wie Hanske betont. „Das neue Konzept könnte Mitte kommenden Jahres angegangen werden“, sagte er. Dann dauere es möglicherweise noch ein Jahr, bis ein neues Organisationsmodell in Gang gekommen sei, berichtete Hanske.

Einkommensschwache sollen profitieren 

Das neue Geschäftsmodell müsse sich an der bisherigen Nutzung orientieren, betonte er. Und das sei immer etwas gewesen, von dem einkommensschwache Bevölkerungsschichten Hannovers profitiert hätten.

Eine Unterbringung von Flüchtlingen in dem Bau an der Heiligengeistraße schloss Hanske aus. Die Stiftung suche nach einem langfristigem Konzept, erläutertete er.
Auch einen Verkauf und eine anschließende Verpachtung lehnt Hanske ab. Investoren hatten ein solches Angebot angekündigt. Ein ähnliches Modell wurde auch bei der benachbarten Gustav Brandt’schen Stiftung angewandt. „Ein Verkauf macht keinen Sinn“, betonte Hanske. Das Gebäude befinde sich in einem guten Zustand.

Älteste Stiftung Hannovers

Wie berichtet, steckt das Altenheim in erheblichen finanzielle Schwierigkeiten. In der Einrichtung sind die Pflegesätze zu gering, um die Löhne der Mitarbeiter zu finanzieren. Die Angestellten des Altenheims beklagen, dass ihnen die Stiftung seit Jahren eine Bezahlung, wie sie in anderen Seniorenheimen üblich ist, verweigere. Die Altenpfleger und Altenpflegehelfer verharren auf einem Lohnniveau aus dem Jahr 2010.

Das Stift zum Heiligen Geist ist die älteste Stiftung Hannovers. Im Jahr 1256 entstand auf Initiative des Bischofs Wedekind von Minden das „Hospital Sankt Spiritus“. Zunächst diente das Stift ausschließlich als Hospital. 1400 wurden erste feste Wohnplätze für Polizisten und Bauherren der Stadt sowie deren Ehefrauen eingerichtet. Außerdem kamen dort verarmte ehemalige Ratsherren unter. Heute hat die Einrichtung 90 Betten. Die Auslastung liegt derzeit bei 94 Prozent. Beschäftigt sind dort rund 70 Mitarbeiter.     

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