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Aus der Stadt Zieht Conti von Hannover nach Garbsen?
Hannover Aus der Stadt Zieht Conti von Hannover nach Garbsen?
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00:15 29.05.2016
Genug Platz, gute Autobahnanbindung, bald auch Stadtbahn: Neue Mitte Garbsen. Quelle: Stadt Garbsen
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Hannover

Im Wettlauf um die Ansiedlung der neuen Konzernzentrale von Continental zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hannover und Garbsen ab. Nach HAZ-Informationen haben sich in den vergangenen Wochen sowohl der Pferdeturm am Messeschnellweg als auch die „Neue Mitte“ gleich hinter dem Garbsener Rathaus als Favoriten herauskristallisiert. Man sei von den Angeboten beider Städte „sehr beeindruckt“, sagt ein Conti-Manager. Viele in der Suchkommission seien noch „hin- und hergerissen“.

Schon seit Monaten sondiert der Konzern mögliche Alternativen für die Ansiedlung der neuen Zentrale, die leicht drei Hektar Platz benötigen könnte. In die engere Wahl waren zwischendurch vier Standorte gekommen - drei hannoversche und eben Garbsen. Noch sondiere man, doch in Kürze wolle man mit beiden Gemeinden in konkrete Verhandlungen eintreten, heißt es bei Continental. Noch im Juni könnte eine Entscheidung fallen. Das Projekt gilt als eines der prestigeträchtigsten in der Region. Continental ist in Hannover der größte Konzern und der einzige, der in der Börsen-Bundesliga - im Deutschen Aktienindex - vertreten ist.

Continental ist an mehreren Orten in Hannover präsent. Auch wenn längst nicht mehr überall produziert wird.

Conti ist heute weit mehr als ein Reifenbauer. Er gehört zu den größten Technologiekonzernen Deutschlands und forscht an Elektromobilität und selbstfahrenden Autos. Diesem Anspruch soll auch die neue Zentrale gerecht werden. Erste Ideen sehen deshalb eher einen Sitz mit Campus-Charakter und modernen Büros vor als ein weiteres Hochhaus. Conti will das Gebäude spätestens zum 150-jährigen Geburtstag 2021 bezogen haben. Es soll für 1250 Beschäftigte ausgelegt sein - gut ein Drittel mehr, als die Zentrale an der Vahrenwalder Straße heute beherbergt. Die Rede ist von einem Investitionsprojekt im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Für den Konzern sind eine gute Erreichbarkeit und Platz für weiteres Wachstum zentrale Kriterien bei der Auswahl. Er wird unter anderem ein Parkhaus für die Beschäftigten benötigen. Am Pferdeturm könnte der Autozulieferer da womöglich schneller an Grenzen stoßen als in Garbsen. Die Stadt Hannover soll auch deshalb quasi in letzter Minute noch ein weiteres Grundstück angeboten haben, das im Bezirk Buchholz-Kleefeld liegt.

Garbsen, dessen Vorstoß anfangs als Vermarktungs-Gag belächelt wurde, könne dagegen mit ausreichend Platz, einer guten Autobahnanbindung und der geplanten Stadtbahnerweiterung argumentieren, heißt es. Außerdem liegt der Maschinenbau-Campus in direkter Nähe. Beide Städte wollten den Stand der Gespräche gestern nicht kommentieren.

Continental gehört zu Hannovers ältesten Unternehmen. Fotos aus der langen Geschichte des Reifenbauers.

Die alte Conti-Zentrale platzt schon heute aus allen Nähten. Sie gehört allerdings gar nicht mehr dem Konzern selbst, sondern einem Immobilieninvestor. Ein ähnliches Mietmodell ist auch für den Neubau denkbar. Die Conti-Spitze spielt mit dem Gedanken, in der jetzigen Hauptverwaltung Beschäftigte der ebenfalls in Hannover ansässigen Sparten Reifen und Conti-Tech zusammenzuziehen. Dafür müsste der Eigentümer allerdings investieren. Der Schlichtbau direkt am Conti-Tech-Werk Vahrenwald hat enormen Modernisierungsbedarf.

Von Lars Ruzic und Conrad von Meding

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