Hannover. Noch fehlt dem neugeborenen Elefantenkalb im Zoo ein Name. Doch eine Eigenschaft liegt jetzt schon auf der Hand: Das Dickhäuterbaby ist enorm fix. Der Neuzugang in der Elefantenherde ist erst frühmorgens am 24. Dezember geboren. Am Donnerstag durfte das nur 87 Zentimeter große weibliche Elefantenjunge bereits mit Mutter Farina in einem Außengehege herumwuseln – für einen Termin mit Kamerateams und Reportern. Die ersten Zoobesucher hatten das Kalb mit viel Glück bereits am zweiten Weihnachtstag gesehen. Von Freitag an darf das quirlige Tier täglich kurz an die frische Luft, solange es nicht stark regnet, schneit oder friert. Die größte Chance, das zierliche Elefantenjunge zu sehen, besteht von 11 bis 11.30 Uhr.
Als sich gestern das Tor zur kleineren Außenanlage, die Elefantenkühen und kleineren Kälbern vorbehalten ist, öffnete, bewies das jüngste Mitglied der Herde echte Sprinterqualitäten. Wenn Mutter Farina vorausschritt, trabte ihr Junges blitzschnell hinterher. Bisher passt der kleine Dickhäuter noch gut unter seine Mutter und dockt meist möglichst rasch an ihren Zitzen an.
Mit von der Partie im Gehege waren Farinas Mutter Khaing Hnin Hnin und ihre zwei Jahre alte Halbschwester Soraya. Als das drei Tage alte Elefantenjunge über einen Stamm stolperte, war schnell eine Lektion gelernt: Im Sand baden macht Spaß. Doch Farina duldet es nicht lange, ihr Kalb liegen zu sehen. Nach kurzer Zeit stupste sie es an, damit es wieder auf die Beine kam.
Bereits die Geburt des neuen Elefanten war rasant verlaufen: Die Wehen hatten bei Farina um 23.40 Uhr eingesetzt. Die beiden Tierpfleger, die Nachtwache hielten, riefen ihren Kollegen Lorenz Schwallenbach an. Als er eintraf, war alles gelaufen. Die Geburt hatte laut Protokoll nur 37 Minuten gedauert. Die Tierärztinnen, die in Rufbereitschaft standen, wurden gar nicht erst alarmiert. Bei der Geburt waren die erfahrene Khaing Hnin Hnin und die zweijährige Soraya im Stall dabei – um Farina zu beruhigen. Diese Art von Gruppengeburt, ähnlich wie in der freien Wildbahn, gab es im Zoo Hannover erst zum zweiten Mal. „Das geht nur bei erfahrenen Kühen. Farina hatte ihr erstes Kalb sogar allein zur Welt gebracht“, sagt Klaus Brunsing, stellvertretender zoologischer Leiter. Farina sei eine sehr fürsorgliche Mutter.
In der ersten Nacht war sie dennoch offenbar nervös. „Sie hat die ganze Zeit auf die Kleine aufgepasst und wollte nicht, dass sie sich hinlegt“, berichtet Schwallenbach. Das neugeborene Kalb schlief schließlich im Stehen ein. Inzwischen ist die Elefantenkuh entspannter, der Nachwuchs wirkt schließlich recht munter. Der kleine Elefant wird, wenn alles gut läuft, bald 15 Liter Muttermilch am Tag trinken und täglich etwa ein Kilo zunehmen. Seine zweijährigen Halbgeschwister bringen 800 bis 900 Kilogramm auf die Waage.
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